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Reinhard Rauball : Ehrenpräsident und Präsident zugleich

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Bald Ehrenpräsident: Reinhard Rauball (links, mit Peter Peters) Bild: dpa

Am kommenden Mittwoch nimmt Reinhard Rauball Abschied als Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL). Der 72-Jährige soll Ehrenpräsident werden. Seinem Heimatverein Borussia Dortmund bleibt er erhalten.

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          Reinhard Rauball geht bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) von Bord, doch es ist ein Abschied ohne Wehmut. „Ich habe die Aufgabe immer gerne gemacht“, sagte der 72 Jahre alte Jurist am Mittwoch bei einer Presserunde in Dortmund, aber die größte emotionale Bindung hat der „kleine Doktor“ immer noch zu seinem Leib- und Magenklub Borussia Dortmund: „Die höchste emotionale Kraft außerhalb der Privatsphäre.“

          Rauball hinterlässt ein bestelltes Feld, die DFL bekommt ein neues Gesicht, es gibt künftig keinen Präsidenten mehr. Die übergreifende Chefrolle hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert künftig inne. Für Rauball eine zielführende Entwicklung in Richtung „operatives Geschäft“. Der Mann, der zum zweiten Mal zusammen mit DFB-Vize Rainer Koch auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) interimsmäßig anführt, schweigt eisern, wer künftig als DFB-Chef amtieren wird.

          Er kann indes zufrieden auf seine Amtszeit zurückblicken. Der Umsatz der DFL stieg auf 4,4 Milliarden Euro, 55.000 Arbeitsplätze hängen an 1. und 2. Liga, Abgaben in Höhe von 1,28 Milliarden werden gezahlt. „Bei der ganzen Entwicklung und den hohen Zuschauerzahlen sehe ich keine Entfremdung“, sagte Rauball, der im November eine dritte Amtszeit als Präsident des e.V. anstrebt. Das BVB-Urgestein ist überzeugt: „Der Fußball hat seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft.“

          Drei weitere Jahre BVB

          Auch ein Verdienst von Rauball, der stets mit ruhiger Hand und auf Ausgleich bedacht die DFL zusammen mit Seifert geführt hat. Dabei war der erfahrene Rechtsanwalt immer darauf aus, durch Überzeugungsarbeit „möglichst Einstimmigkeit“ bei Entscheidungen herzustellen. Dies ist ihm rückblickend glänzend gelungen. So konnten stets auftretende Gräben zugeschüttet werden. Auch schwierige Themen wie 50+1, Polizeikostenersatz oder Abschaffung der Stehplätze konnten bislang weitgehend geregelt werden. Im Fall der Polizeikosten würde Rauball, wie er ankündigte, auch vor dem Gang vor das Bundesverfassungsgericht nicht zurückschrecken.

          Flachsend meinte er, dass es seine größte Leistung gewesen sei, „vier Sekretärinnen zu haben, die sich auch noch untereinander alle gut verstanden haben“. Rauball sieht sich stets als Teamarbeiter, der allerdings auch dunkle Momente während seiner Amtszeit als DFL-Präsident und DFB-Vertreter überstehen musste. Da sind vor allem die Anschläge beim Länderspiel in Paris zu nennen, aber auch das Attentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. „So etwas bleibt nicht in den Kleidern hängen“, äußerte er.

          Klar positioniert sich Rauball am Mittwoch im Hotel Lennhof nochmals bei 50+1, er ist ein Verfechter der Beibehaltung der Regel, wonach die Klubs dem mehrheitlichen Einstieg von Investoren einen Riegel vorschieben. „Andere Lösungen bringen vielleicht mehr Geld, sind aber auch mit mehr Risiko behaftet“, sagte der scheidende DFL-Präsident, der auf der Generalversammlung am kommenden Mittwoch in Berlin verabschiedet wird.

          Reinhard Rauball wird eine Lücke hinterlassen, die in der DFL nicht so schnell zu schließen ist. Der BVB kann sich hingegen auf drei weitere Jahre mit dem „kleinen Doktor“, so sein Spitzname, freuen. Vielleicht kann er dann auch noch mehr seinen Hobbys Fußball und Tennis frönen. Die Taschen liegen jedenfalls immer gepackt im Kofferraum seines Wagens.

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