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0:1 in Ingolstadt : Jetzt hat’s auch Leipzig erwischt

Autsch! Leipzigs Willi Orban landet nach einem Ingolstädter Foul hart Bild: AFP

RB Leipzig verliert zum ersten Mal in der Bundesliga und steht nicht mehr an der Tabellenspitze. Das Überraschungsteam der Liga erlebt in Ingolstadt die Tücken der Fußballprovinz.

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          Maik Walpurgis, Trainer des FC Ingolstadt, traut seinem Vor-Vorgänger Ralph Hasenhüttl „eine Weltkarriere“ zu. Doch am Samstag hat der Kollege von RB Leipzig erstmals die Tücken der Fußballprovinz erlebt. Es war, als spielte er gegen sich selbst – gegen den Fußball, den er in Ingolstadt drei Jahre lang selbst geprägt hatte. Im scheinbar ungleichen Duell des Tabellenletzten gegen den Tabellenersten erlitt der Favorit nach zuletzt acht Siegen in Folge seine erste Saisonniederlage.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Durch das 0:1 bei seinem alten Klub, der den letzten Platz dank des Siegtreffers des Brasilianers Roger (12. Minute) an Darmstadt 98 abgab, büßte Hasenhüttls Team nach einer einfallslosen Darbietung Platz eins ein. In der Nachspielzeit, als die Nerven blank lagen, führte ein Handgemenge zu vier Gelben Karten, von denen eine für den schon vorbestraften Ingolstädter Mathew Leckie Gelb-Rot und Platzverweis bedeutete – ohne aber noch Einfluss auf den Spielausgang zu nehmen.

          Leipzig tut sich von Beginn an schwer

          Von Beginn an tat sich der Tabellenführer schwer mit der galligen Spielweise des Tabellenletzten, der wild entschlossen in jeden Zweikampf ging und offensiv vor allem Torgefahr durch Standardsituationen suchte. Das führte zur frühen Führung durch einen Freistoß von der halbrechten Seite, vom früheren Leipziger Anthony Jung mit links zum Tor drehend an den vorderen Pfosten gebracht. Dort setzte sich der wuchtige Innenverteidiger Roger im Luftduell durch und verlängerte den Ball per Kopf zum 1:0.

          Seht her, ich hab’s gemacht: Ingolstadts Roger bejubelt sein Tor Bilderstrecke

          Zehn Minuten später hatte FCI-Abwehrchef Marvin Matip sogar das 2:0 auf dem Kopf – nach einer Ecke kam er im Sprung an den Ball, setzte ihn aber knapp über das Tor. Die Leipziger dagegen fanden kein Konzept im Spielaufbau und kamen in der gesamten ersten Halbzeit, die von 23 Fouls zerhackt war, zu keiner legalen Torchance. Zweimal erzeugten sie lediglich Scheingefahr, denn bei den einzigen Schüssen, die FCI-Torwart Martin Hansen in Schwierigkeiten brachten, standen Marcel Halstenberg (22.) und Emil Forsberg (37.) im Abseits.

          Die erste zählbare Torchance erreichte RB erst nach 52 Minuten, als Marcel Sabitzer, von Naby Keita schön angespielt, frei vor Hansen auftauchte. Der Leipziger setzte den Ball an die Brust des Torwarts und prallte dann, von Almog Cohen hart attackiert, mit Hansen zusammen – der Däne musste nach längerer Behandlung gegen seinen norwegischen Torwartkollegen Örjan Nyland ausgetauscht werden.

          Zehn Minuten später war Nyland erstmals gefordert, als bei einem Angriff gleich vier Leipziger Torschüsse abgeblockt wurden, drei durch Verteidiger, der vierte und gefährlichste, von Forsberg abgegeben, durch Nyland. Zehn Minuten vor dem Ende schnappte er sich in letzter Sekunde den Ball vom Fuß des einschussbereiten Davie Selke, kurz zuvor eingewechselt für den wirkungslosen Timo Werner, er nach seiner „Schwalbe“ gegen Schalke bei jeder Aktion ausgepfiffen worden war.

          Die größte Ausgleichschance für die Leipziger vergab Forsberg drei Minuten vor Ende, als er aus vier Metern das Tor verfehlte. Trainer Hasenhüttl raufte sich das Haar. Er schien es geahnt zu haben – seit der FC Ingolstadt von Walpurgis übernommen wurde, habe das Team „mit großer Überzeugung gespielt“, so Hasenhüttl vor der Partie. „Wir haben ein dickes Brett zu bohren.“ Die Bohrung misslang.

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