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Strittiger Elfmeter in Leipzig : „Tut mir leid, dass es nach Schwalbe aussah“

  • Aktualisiert am

Strittige Szene: Werner (Mitte) spürt Naldos Atem und hebt ab. Bild: Reuters

RB Leipzig wehrt den Angriff der Bayern ab und bleibt Tabellenführer. Doch darüber spricht nach der Partie gegen Schalke niemand. Streitpunkt ist ein Elfmeter nach 30 Sekunden.

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          Exakt 30 Sekunden war die Partie alt, schon kam es zu der Szene, über die später alle sprachen. Leipzigs Timo Werner lief alleine auf Schalkes Torhüter Ralf Fährmann zu. Statt anschließend den Ball aufs Tor zu schießen, versuchte er einen missglückten Lupfer und hob plötzlich ab.

          Dabei fiel der RB-Angreifer nicht etwa durch einen Schubser des zurückgeeilten Naldo oder eine Berührung von Fährmann, nein, er war schlicht zu schnell und ihn verließ das Gleichgewicht. Kein Elfmeter also, vielleicht sogar eine Schwalbe, nur Schiedsrichter Bastian Dankert und sein Gespann hatte das offenbar nicht so gesehen. Er zeigte auf den Punkt. Werner ließ sich nicht beirren und traf zur frühen Führung für den Tabellenführer.

          Für einige Schalker, zuvor zwölf Partien ohne Niederlage geblieben, war diese Szene entscheidend. Entsprechend beschwerte sich Fährmann nach dem Spiel: „Es ist, ehrlich gesagt, zum Kotzen. Gerade weil das in den ersten Sekunden eine spielentscheidende Szene ist. Ich muss aufpassen, dass ich morgen keinen Herpes habe, wenn ich aufwache.“ Werner, dem anschließend fehlendes Fairplay vorgeworfen wurde, war aber nicht das Ziel seiner Kritik. „Werner sagt, dass ich ihn nicht berührt habe. Da muss man Werner loben für seine Fairness, aber da muss der Schiedsrichter handeln“, sagte der Keeper.

          Damit lag der Schwarze Peter bei Schiedsrichter Bastian Dankert. Der räumte seinen Fehler zwar kleinmütig ein („das muss ich hier offen und ehrlich eingestehen“), widersprach aber einem Kontakt mit Werner. „Es hat kein Gespräch zwischen Timo Werner und mir gegeben“, sagte eben jener Schiedsrichter, der schon in der Kritik stand, weil er das Handtor von Leon Andreasen in der vergangenen Saison gegen Köln übersah und fügte später hinzu: „Ich habe Werner vor dem Elfmeter gefragt: Was war denn? Aber da kam nichts und dann habe ich den Elfmeter ausführen lassen.“

          Mit diesen Aussagen konnten die Schalker den „bösen Bub“ Werner natürlich nicht so leicht davon kommen lassen. „Vielleicht hätte man den Videobeweis gar nicht gebraucht, wenn man zum Elfmeter nicht angetreten wäre, weil es keiner war“, sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel nach der Partie.

          „Es sieht wirklich nach einer Schwalbe aus“

          Und was hatte Werner selbst zu der Szene beizutragen? „Es sieht wirklich nach einer Schwalbe aus, tut mir leid, aber es war nicht meine Intention“, sagte der erst 20 Jahre alte Stürmer, der dadurch seinen achten Saisontreffer feiern konnte und damit derzeit der erfolgreichste deutsche Stürmer in der Bundesliga ist. Er sei „kein Lügner, so ehrlich kann ich sein“, sagte der gebürtige Stuttgarter.

          Durch den durchaus nicht unverdienten 2:1 (1:1)-Erfolg gegen Schalke bauten die Leipziger gleichzeitig den Rekord des besten Aufsteigers und Neulings der Liga-Historie aus und sind weiter mit drei Zählern vor Bayern München Spitzenreiter. Beide Teams treffen am 21. Dezember (20 Uhr, FAZ.NET Liveticker) zum Gipfeltreffen aufeinander.

          Ließ sich von dem Streit um den Elfmeterpfiff nicht beirren und trat gleich selbst an: Timo Werner
          Ließ sich von dem Streit um den Elfmeterpfiff nicht beirren und trat gleich selbst an: Timo Werner : Bild: AFP

          Nach der frühen Führung durch das Elfmetergeschenk musste das Team von Ralph Hasenhüttl jedoch in der 31. Minute den Ausgleich durch Sead Kolasinac hinnehmen. Nach dem Wechsel war es allerdings wieder ein Topstart für Leipzig, der die Entscheidung brachte: Einen Freistoß von Emil Forsberg verlängerte Kolasinac per Kopf unhaltbar unter die Latte ins eigene Tor. RB führte schon wieder und gab diese diesmal nicht mehr aus Hand.

          Leipzig erhöhte sogar sein Tempo nach einer Stunde und machte immer mehr Druck - vor allem auch über schnelle Konter nach Ballgewinnen oder Schalker Fehler. Fährmann musste mit seinen Paraden mehrfach die Fehler seiner Hintermannschaft ausbügeln, so auch in der 69. Minute bei einem Kopfball von Marcel Halstenberg (69.) und später bei einer Chance von Naby Keita (81.). Und so konnte Benedikt Höwedes nachher auch sagen, „dass wir nicht nur über diese Szene sprechen müssen, weil wir in der zweiten Halbzeit einfach zu passiv waren.“

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