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4:2 bei Hertha BSC : Leipziger Tormaschine setzt den Lauf fort

Herzliche Grüße: Leipzigs Sabitzer freut sich über seinen Treffer. Bild: dpa

Am Erinnerungstag des Mauerfalls setzt Leipzig nach einer besonderen Choreografie in Berlin seine jüngste Erfolgsserie fort. Die Hertha geht in Führung, dann spielt die Offensive von RB wieder ihre Klasse aus.

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          Am Erinnerungstag des Mauerfalls hat RB Leipzig im Berliner Olympiastadion seine jüngste Erfolgsserie fortgesetzt. Das Team von Trainer Nagelsmann siegte in Berlin 4:2 durch Tore von Werner (38. Minute, Handelfmeter und 90.+1), Sabitzer (45.+1.) Kampl (86.) und nochmals Werner (90.+1) nach der zwischenzeitlichen Hertha-Führung durch Mittelstädt (32.) sowie einem Treffer von Selke (90.+2). Leipzig setzte sich durch den verdienten Erfolg in der Spitzengruppe fest. Hertha BSC trennen unter Trainer Covic als Tabellenzwölfter nur zwei Punkte vom Relegationsplatz – und nach der Niederlage vor einer Woche bei Union Berlin ist der traditionsreiche Hauptstadtklub nach der Niederlage am elften Spieltag auch nur noch die Nummer zwei in Berlin.

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Atmosphärisch war vor und rund um das Spiel am 9. November vieles anders als im meist mausgrauen Berliner Bundesliga-Alltag. Im Olympiastadion war zum 30. Jahrestag die Berliner Mauer nachgebildet worden, durch die sich kurz vor dem Anpfiff ein Trabi seinen Weg bahnte. In der Fankurve erinnerte eine Choreo mit einem riesigen Brandenburger Tor an den wohl schönsten Tag der Stadt. Und auf dem Platz trugen die Profis von Hertha BSC zur Feier des Tages ein spezielles Berliner Retrotrikot mit dem Bären.

          Dass es rein sportlich für Hertha BSC derzeit nicht viel zu feiern gibt, machte Preetz eine Woche nach dem 0:1 im Derby bei Union Berlin klar: „Die Stimmung war schon besser. Wir hatten große Erwartungen an dieses Derby und haben leider nichts auf den Platz gebracht. Das hat auch in die Woche nachgewirkt. Das heutige Spiel ist auch die Gelegenheit, dass zumindest etwas vergessen zu machen. Die Spieler müssen eine Reaktion“, sagte der Hertha-Geschäftsführer bei „Sky“.

          Hoffnung auf einen Fußball-Aufschwung in der Hauptstadt hatte jenseits des Rasen in dieser Woche allerdings eine Personalentscheidung des neuen Investors Windhorst erzeugen sollen, der den früheren Bundestrainer Klinsmann in mehreren Gesprächen davon überzeugte, einen Posten im Aufsichtsrat des Klubs zu übernehmen. „Für mich ist es kein Full-Time-Job. Ich werde weiter in Kalifornien wohnen, werde aber natürlich öfter in Berlin sein“, sagte Klinsmann am Samstag. „Ich werde dem Klub mein Netzwerk und meinen Input zur Verfügung stellen. Ich werde mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es liegt am Klub, wie oft sie das nutzen wollen.“

          Auf dem Fußballplatz war von Berliner Feiertagsstimmung wenig zu spüren. Immerhin gelang es der Hertha in der ersten halben Stunde, die derzeit torgefährlichste deutsche Mannschaft nahezu vollständig einzubremsen. Von der Leipziger Offensivkraft wie zuletzt beim 8:0 in der Liga gegen Mainz und beim 6:1 in Pokal bei Wolfsburg war in Berlin zunächst kaum etwas zu spüren. Die Hertha startete ihren ersten gefährlichen Angriff nach einer Viertelstunde, doch den schönen Konter schloss Darida harmlos ab (16.). Die Führung der Hertha nach 32 Minuten resultierte aus einer schönen Einzelaktion von Mittelstädt, der sein Dribbling vor dem Strafraum mit einem harten und entschlossenen Schuss zum 1:0 krönte.

          Die Freude an der überraschenden Führung währte nicht lange bei der Hertha. Schiedsrichter Storks entschied am Bildschirm nach Handspiel von Rekik nachträglich auf Elfmeter, den Werner souverän zum 1:1 nutzte (38.). Kurz vor der Pause hatten die nun entschlosseneren Leipziger das Spiel ganz schnell gedreht. Ein Schuss von Sabitzer prallte vom Rücken Rekiks unhaltbar ins Berliner Tor zum 2:1 für RB. In der zweiten Halbzeit geriet der Erfolg der Leipziger nicht mehr in Gefahr.

          In der 77. Minute verpasste Nkunku nach einer Flanke von Werner aus kurzer Distanz, aber ungünstigem Winkel zunächst die bis dahin beste Chance zum dritten Leipziger Tor. Der eingewechselte Kampl machte bei seinem Solo auf der linken Seite aber alles richtig und traf mit einem platzierten Schuss zum 3:1 (86.), ehe Werner in der Nachspielzeit nach einem schnellen Konter die Hertha mit dem vierten Tor empfindlich traf (90.+1). Das 2:4 durch Selke im Gegenzug konnte den Berlinern kein Trost mehr sein.

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