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Bundesliga-Schlussspurt : Darum spielt Leipzig nicht mehr um den Titel mit

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Zwei Remis nach der Corona-Pause gefallen auch Timo Werner nicht. Bild: EPA

Nach der Bundesliga-Hinrunde lag Leipzig ganz vorne. Die Hoffnung auf die Meisterschaft lebte. Dann fiel RB zurück. Nicht nur die Stärke des FC Bayern war schuld. Für das Leipziger Abrutschen gibt es weitere Gründe.

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          Es ist gerade einmal vier Monate her, als Julian Nagelsmann seinem Frust mit seiner Gipfelkreuz-Rede freien Lauf ließ. RB Leipzig hatte gerade 0:2 bei Eintracht Frankfurt verloren und der ehrgeizige Coach fragte seine Spieler via TV-Mikrofone, ob man kurz vor dem Gipfel bis ganz nach oben oder doch lieber zu einem Picknick verweilen wolle. Vor dem Spiel beim 1. FC Köln am Montag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, bei DAZN und Amazon Prime) ist vom Gipfel keine Rede mehr. Vielmehr kämpft RB um den Picknickplatz mit der Aussicht auf eine weitere Spielzeit in der Champions League.

          Bundesliga

          Von den neun Spielen seit Frankfurt hat Leipzig nur drei gewonnen. Die 15 geholten Punkte ergeben einen Schnitt von 1,67 Zählern pro Begegnung – zu wenig für die eigenen Ansprüche. „Insgesamt haben wir zu viele Schwankungen in unseren Leistungen, da geht es um Einzelspielerleistungen, nicht ums Team gesamt“, betonte Nagelsmann. Bayern habe von diesen Schwankungen wenig.

          Doch der Unterschied zum souveränen Tabellenführer liegt momentan nicht allein in Erfahrung oder Form. Das Kernthema ist gerade der Chancenwucher. „Der entscheidende Fakt ist unsere Großchancenverwertung, die war mal bei 67 Prozent, jetzt ist sie bei 31 oder 32 Prozent, das ist ein extremer Unterschied“, sagte Nagelsmann. Am augenscheinlichsten war dies beim 1:1 gegen Freiburg im ersten Spiel nach der Corona-Pause geworden. Aus 22 Torschüssen resultierte nur ein Treffer.

          Hinzu kommt, dass RB die Tendenz entwickelt hat, in Rückstand zu geraten. Das war bei den Heimspielen gegen Gladbach, Leverkusen, Freiburg und Hertha so – und am Ende stand jeweils ein Remis. „Wenn du dann in Rückstand gerätst, wie es in der Rückrunde öfter der Fall war, dann wird es am Ende des Tages schwieriger, die gleiche Anzahl von Punkten zu holen, die Bayern München in diesem Fall holt“, sagte der Trainer. Außerdem stellten sich seine Profis zuletzt bei der Abwehr von Standards sehr amateurhaft an.

          Das Bewusstsein dafür ist bei den Spielern durchaus vorhanden. „Eine gewisse Kritik ist natürlich immer angebracht. Allerdings findet die bei uns ohnehin nach jedem Spiel statt, schließlich wollen wir uns immer verbessern“, sagte Nationalspieler Lukas Klostermann bei „Amazon“. „Wir wissen das gut einzuordnen und haben unsere Saisonziele noch klar vor Augen. Wir sind auch überzeugt, sie erreichen zu können.“

          Eigentlich ist auch alles bereitet, um dieses Ziel – mindestens Platz vier in der Liga und damit die Qualifikation für die Champions League – tatsächlich zu erreichen. Der Spielplan meint es gut mit RB, nach Köln folgt das Spiel gegen Paderborn, dann geht es nach Hoffenheim und schließlich gegen Düsseldorf. Mit den Leipziger Ansprüchen sollte da die Maximalausbeute von zwölf Punkten geholt werden, um stressfreier in das letzte Heimspiel gegen Dortmund zu gehen.

          Leipzig hat sich die sehr wahrscheinlich verpasste Meisterschaft laut Kevin Kampl selbst zuzuschreiben. „Wir haben zu viele Punkte liegengelassen. Wir hatten zu viele Unentschieden, wo wir als Gewinner vom Platz hätten gehen müssen. Das ist ein bisschen bitter, denn wir könnten weiter oben in der Tabelle stehen“, sagte der Spielmacher gegenüber DAZN.

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          Ziel sei es dennoch, kurz- und langfristig mit Leipzig Titel zu gewinnen. In dieser Saison war Leipzig Herbstmeister, lag nach dem 17. Spieltag vier Punkte vor Bayern München. Nun beträgt der Rückstand auf den Rekordmeister vor dem Köln-Spiel zwölf Zähler. Von den elf Spielen nach der Winterpause hat RB sechsmal Unentschieden gespielt.

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