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Vor Supercup mit RB Leipzig : Warum es Laimer zum FC Bayern zieht

  • -Aktualisiert am

Bayern will Laimer, und Laimer will zu den Bayern. Bild: Imago

Den ersten Titel hat RB Leipzig gewonnen – dennoch droht dem Klub der Abgang einer weiteren wichtigen Figur. Das hat vor allem mit den verlockenden Aussichten für Konrad Laimer in München zu tun.

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          Die Kulisse ist der eines Abschiedsspiels würdig. Um die 47.000 Zuschauer erwartet RB Leipzig zum Aufeinandertreffen am Samstag mit dem FC Bayern (20.30 Uhr bei Sat1 und DAZN). Offiziell geht es um den Deutschen Supercup. Leipzig als Pokalsieger der vergangenen Saison gegen den Meister, der wie so oft FC Bayern heißt. Und inoffiziell?

          Bundesliga

          Ist die Angelegenheit zumindest pikant. Konrad Laimer, 25 Jahre alter Nationalspieler Österreichs, könnte bei dieser Partie zum letzten Mal für Leipzig auflaufen, ehe es ihn nach München zieht. Beide Klubs sind längst über den Status hinaus, die Personalie zu dementieren. Das Interesse des FC Bayern an dem Mittelfeldspieler ist bekannt, angeblich sollen sich beide Parteien über einen Wechsel geeinigt haben. Bayern will Laimer, und Laimer will zu den Bayern. Es hakt nur am Geld. Die bisherigen Angebote aus München waren den Verantwortlichen in Leipzig nicht hoch genug.

          Gespräche ruhen

          Angeblich möchte RB eine Ablöse um die 30 Millionen Euro generieren, Bayern aber nur etwas mehr als 20 Millionen Euro ausgeben. Aktuell ruhen die Gespräche, am Samstag könnten die Entscheider beider Klubs sich persönlich zu der Personalie austauschen. Aus Leipziger Sicht ist die Gemengelage nicht so einfach. Laimers Arbeitspapier läuft am 30. Juni des kommenden Jahres aus, eine Verlängerung ist derzeit so realistisch wie eine Fanfreundschaft zwischen den Anhängern von RB und Dynamo Dresden. Im ungünstigsten Fall würde Laimer im Sommer 2023 nach München ziehen, dann ohne Ablöse.

          Die stockenden Verhandlungen wollte RB-Trainer Domenico Tedesco nicht als Nachteil interpretieren. „Natürlich ist auch klar bei dem Thema: Je länger sich das zieht umso schwieriger wird’s dann auch das zu machen. Die Zeit spricht für uns“, sagte er. Angeblich wolle der Spieler selber schnellstmöglich Klarheit haben und wissen, wo er in der anstehenden Saison spielen wird.

          Verlockende Aussichten

          Doch die Vereine können bis zum 1. September Spieler verpflichten. Die Bayern hatten im vergangenen Jahr bewiesen, auch mal länger auf einen Zugang warten zu können. Damals wechselte Marcel Sabitzer erst vor dem vierten Spieltag von Leipzig nach München, die Saison hatte er noch im Trikot von RB begonnen. Vor ihm hatten Trainer Julian Nagelsmann und Abwehrchef Dayot Upamecano den gleichen Weg genommen. Laimer wäre innerhalb kurzer Zeit die vierte wichtige Figur, die in Richtung Säbener Straße abwandern würde.

          Den Leipziger Verantwortlichen ist diese Entwicklung alles andere als genehm. Doch bisher ist es ihnen nicht gelungen, dagegen zu steuern. Da hilft es auch wenig, dass RB in der zurückliegenden Spielzeit den ersten Titel gewann und abgesehen von Nagelsmann bisher kein Leipziger in München sein Glück fand. Die Karriereaussichten beim FC Bayern sind trotz allem zu verlockend. Auch für Laimer.

          Im Münchner Mittelfeld gelten Leon Goretzka und Joshua Kimmich zwar als gesetzt, hinter dem Duo könnte der Österreicher aber als erster Anwärter zu etlichen Einsätzen kommen angesichts der vielen Spiele, die der FC Bayern in drei Wettbewerben zu bestreiten hat. Im Münchner Mittelfeld besteht eine gewisse Vakanz. Corentin Tolisso hat den Verein in Richtung Lyon verlassen, Marc Roca ist zu Leeds United gewechselt, und Sabitzer gilt trotz guter Vorbereitung als Verkaufskandidat.

          Bisher war es in diesem Sommer recht ruhig um RB. Tyler Adams, Nordi Mukiele, Hee Chan Hwang und Brian Brobbey sind weg. Neu ist nur Xaver Schlager, wie Laimer Österreicher, der vom VfL Wolfsburg kommt. Laimers Status dürfte Schlager aber nicht sofort erreichen. Unter Trainer Tedesco zählte der zu den Stützen, lenkte im Mittelfeld geschickt das Spiel von RB und war dazu recht torgefährlich. Vier Treffer steuerte Laimer in der Bundesliga bei, so viele wie nie zuvor. Die vergangene Saison war die erfolgreichste seiner Leipziger Zeit, gekrönt durch den Sieg im DFB-Pokal gegen Freiburg. Nun könnte noch der Supercup hinzukommen. Als Abschiedsgeschenk. Ganz inoffiziell. Versteht sich.

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