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0:4 bei Eintracht Frankfurt : Die Abrechnung nach dem Leipziger Debakel

  • -Aktualisiert am

Das tat weh: David Raum und RB Leipzig verlieren 0:4 in Frankfurt. Bild: Reuters

RB Leipzig hat hohe Ziele, doch in Frankfurt geht das Team unter. Der Trainer übt scharfe Kritik. Denn die Mannschaft hat beim 0:4 ein Problem, das auch Borussia Dortmund bestens bekannt ist. Und nun?

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          Die Nummer zwei in Fußball-Deutschland zu sein ist ein durchaus erstrebenswertes Ziel. Die Nummer eins ist an den Dauermeister FC Bayern vergeben, selbst wenn er, wie derzeit, mal nicht auf Platz eins der Tabelle der Fußball-Bundesliga platziert ist. Der Status der Nummer zwei gehört Borussia Dortmund, und das nicht nur, weil das Team derzeit auf Platz zwei der Tabelle platziert ist. Seit der bisher letzten Meisterschaft sind zwar schon mehr als zehn Jahre vergangen, doch kein Verein ist den Münchnern so nahe, auch wenn sie eigentlich so weit entfernt sind.

          Bundesliga
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Einige Teams versuchten, die Dortmunder an der Spitze der Jäger abzulösen. 2015 stand Wolfsburg auf Platz zwei der Abschlusstabelle, 2017 Leipzig, 2018 Schalke, 2021 nochmal Leipzig, sonst der BVB. Wolfsburg und Schalke haben seither ganz andere, tiefere Regionen des Tableaus kennengelernt. Die Leipziger indes zeigten nicht erst mit dem DFB-Pokalsieg vergangene Saison, dass ihre Ambition gar nicht so falsch ist. Seitdem aber läuft es nicht mehr bei den Sachsen. Nach dem 0:4 in Frankfurt am Samstag steht Leipzig mit fünf Punkten aus fünf Spielen nur auf Platz elf der Tabelle.

          Tatsächlich haben die Leipziger an diesem Abend aber etwas erreicht, das bisher eine Dortmunder Spezialität war: die Mentalitätsdebatte. Als dem gemeinen Beobachter der Bundesliga im Kampf um den Titel zu langweilig wurde, weil die Dortmunder die Bayern einfach nicht stürzen konnten trotz all der Qualität im Kader, kippte die Stimmung. Verlor die Borussia unerwartet, lag das bisweilen einfach an der schlechten Mentalität der Mannschaft – oder, ganz nach dem lateinischen Wortsinn: Der Geist war zu schwach. Diesen Mentalitätsgeist bekamen die Dortmunder lange nicht mehr in die Flasche.

          „Wir haben hochverdient verloren“

          Nun, nach dem Debakel von Frankfurt, öffneten die Leipziger selbst die Büchse – die der Pandora. Ihr Trainer Domenico Tedesco sprach seiner Mannschaft die Mentalität ab. „Wenn du hier drei Systeme spielen lässt und es ändert sich nichts, dann liegt das einfach an der Mentalität, an den Basics“, sagte er. „Wir waren gar nicht auf dem Platz, haben die erste Halbzeit komplett verschlafen.“ Zur Pause lag Leipzig durch Tore von Daichi Kamada (16. Minute) und Sebastian Rode (22.) zurück. In Halbzeit zwei steigerte sich Leipzig, doch wieder traf nur Frankfurt, diesmal durch Tuta (67.) und Rafael Borré (84., Elfmeter). „Wir haben hochverdient verloren. Das war sehr, sehr ernüchternd“, sagte Tedesco.

          Der Trainer hatte taktisch einiges versucht. Nach dem ersten Gegentor stellte er von einem 3-4-1-2-System mit einer flachen Reihe im Mittelfeld auf Raute um, in der Halbzeit dann auf ein 4-2-3-1. Es half wenig – in Form einer besseren Leistung – bis nichts – beim Spielstand. Daher setzte Tedesco zur Abrechnung an: „In puncto Grundtugenden war es einfach viel, viel, viel zu wenig“, sagte er. „Heute gibt es gar nichts Positives. Das ist für uns ein Novum. Wir müssen schauen, dass wir das sofort geregelt kriegen. Im Fußball läuft nichts von allein. Man muss immer etwas dafür tun. Die Basics haben wir heute extrem, extrem vermissen lassen.“

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