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1:1 gegen Paderborn : Leipzig verpasst eine große Chance

So hatten sich Christopher Nkunku und RB Leipzig das Spiel nicht vorgestellt. Bild: EPA

Im Kampf um die besten Plätze hinter den Bayern gibt es einen Rückschlag für Leipzig. Nach dem Trubel um Timo Werner gelingt gegen den Letzten der Tabelle nur ein Remis. Für Paderborn wird die Lage dennoch immer düsterer.

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          RB Leipzig hat durch ein 1:1 gegen den Tabellenletzten SC Paderborn die große Chance verpasst, sich im Kampf um die Qualifikation für die Champions League abzusetzen. Die Mannschaft von Trainer Nagelsmann konnte damit die Niederlagen der direkten Konkurrenz aus Mönchengladbach und Leverkusen nicht wie erhofft nutzen – in der Nachspielzeit verspielte Leipzig seinen Vorsprung. Schick (27. Minute) hatte RB verdient in Führung gebracht, aber Strohdiek (90.+2.) traf, als sich Leipzig schon als großer Gewinner des 30. Spieltags wähnte. Der unnötige Platzverweis von Upamecano (42.), dessentwegen der Tabellendritte lange in Unterzahl spielen musste, zeigte am Ende doch noch große Wirkung.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit hatte zunächst vor allem der nahende Abschied von Timo Werner, dem erfolgreichsten deutschen Torjäger der Liga, der wohl zum FC Chelsea wechseln wird, gestanden. „Für uns war wichtig, dass wir den Vertrag mit ihm verlängern. Das haben wir im letzten Sommer getan, weil natürlich für unseren jungen Verein wichtig ist, dass kein Spieler ablösefrei vom Hof zieht. Natürlich gab es diese Ausstiegsklausel, die wir in den Vertrag gepackt haben, um ihm die Möglichkeit geben zu können, den nächsten Schritt zu machen“, sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vor dem Spiel gegenüber Sky.

          Wie am Wochenende zudem bekannt wurde, hat Investor Red Bull dem Klub 100 Millionen Euro an Schulden erlassen. Das geht aus dem Jahresabschluss für die Saison 2018/19 hervor, die der Klub am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlichte. In der Bilanz heißt es, dass „eine Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 100 Millionen Euro in die Kapitalrücklage“ stattgefunden habe. RB Leipzig hat demnach nur noch 86 statt 186 Millionen Euro Schulden bei Red Bull.

          Welche sportlichen Qualitäten RB verlieren dürfte, machte Werner zunächst auch gegen Paderborn deutlich. An allen vier Leipziger Chancen bis zum 1:0 war er beteiligt, als Schütze oder, wie bei der Führung, als Vorbereiter. Es war sein achter Assistent bei 25 Saisontoren. Leipzig dominierte und schien vor einem sicheren Sieg zu stehen.

          Doch der Platzverweis für Upamecano, der den Ball wegschlug, nachdem er zuvor schon verwarnt worden war, bescherte RB nach dem Wechsel weit mehr Arbeit als erwartet. In konkrete Gefahr geriet Leipzig aber lange nicht und hatte bei Kontern die besseren Chancen. Doch als Werner in der 89. Minute eine große Möglichkeit vergab, nutzte Strohdiek in der Nachspielzeit eine Leipziger Unaufmerksamkeit nach einer Ecke zum 1:1-Ausgleich. Die Paderborner Lage bleibt als Letzter düster. Trainer Steffen Baumgart sagte: „Acht Punkte Rückstand sind ein dickes Brett, gegen Bremen nächste Woche wird es ein Abenteuer. Wir haben viel Gutes gemacht zuletzt, sind aber nicht immer belohnt worden.“

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