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Quarantäne für alle Klubs : Die Bundesliga zieht den letzten Joker

Nix los hier: Die Bundesliga isoliert sich, um den Saisonendspurt nicht zu gefährden. Bild: dpa

Die DFL schickt die Profiklubs in „Quarantäne-Trainingslager“, um die Kontrolle zurückzugewinnen und das schlimmste Szenario zu verhindern: den Abbruch der Saison.

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          Am Donnerstagmittag haben die Würzburger Kickers auf ihrer Website ein kurzes Corona-Update veröffentlicht. Sie teilten mit, dass zwei Spieler aus ihrer Zweitligamannschaft positiv auf das Virus getestet worden sind und dass vorerst unklar ist, ob das für diesen Freitag angesetzte Spiel gegen den Karlsruher SC stattfinden kann. Es war ein Text, den man in den vergangenen Wochen so ähnlich auf den Websites mehrerer deutscher Fußballvereine lesen konnte, aber trotzdem lässt sich der Fall aus Würzburg nun hervorheben. Denn er war der beste Beleg dafür, warum die Deutsche Fußball Liga (DFL) zweieinhalb Stunden früher durchgesetzt hat, womit sie seit einigen Wochen droht.

          Bundesliga
          Christopher Meltzer
          (cfm.), Sport

          Am Donnerstagmorgen hat das DFL-Präsidium seinen 36 Profivereinen aus der ersten und zweiten Liga für die finalen drei Spieltage der Saison ein sogenanntes „Quarantäne-Trainingslager“ angeordnet. Sie müssen spätestens vom 12. Mai an ins Hotel – und sich damit von der Außenwelt, wo die Infektionszahlen mal wieder steigen, abschotten. Es ist der wohl letzte Joker, den die DFL ziehen kann, um die Kontrolle zurückzugewinnen und das schlimme Szenario zu verhindern: den Abbruch der Saison. Sie kann sich das in einer Spielzeit, in der die finanziellen Verluste ihrer Vereine ohnehin schon groß sind, nicht leisten. Und weil sie den Spielplan wegen der Europameisterschaft nicht ausdehnen kann, könnte von nun an jeder weitere Spielausfall schon einer zu viel sein.

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