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Prügelei bei Werder : „Dieser Mann ist verrückt“

  • Aktualisiert am

Denkpause für Sanogo (l.) und Alberto Bild: AP

Carlos Alberto und Boubacar Sanogo sind bei Werder Bremen nach einer Prügelei im Training für das Bundesligaspiel gegen Cottbus suspendiert worden. Ivan Klasnic kehrt dafür in den Profi-Kader zurück.

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          Eine Prügelei zwischen Carlos Alberto und Boubacar Sanogo hat den Hausfrieden bei Werder Bremen empfindlich gestört und Ivan Klasnic die Rückkehr in den Profi-Kader ermöglicht.

          Die beiden Raufbolde ließen im Training die Fäuste fliegen und wurden von Trainer Thomas Schaaf für das Spiel an diesem Samstag bei Energie Cottbus gestrichen. Dafür berief Schaaf am Freitag den Kroaten Klasnic erstmals seit seiner Nieren-Transplantation vor rund acht Monaten in den Kader. Zuvor hatte Angreifer Sanogo im Streit mit Carlos Alberto in der „Bild“-Zeitung verbal nachgelegt: „Alberto hat absichtlich zugetreten. Vorher schon mal. Dieser Mann ist verrückt.“

          Geldstrafe in unbekannter Höhe

          Werder-Sportchef Klaus Allofs bestellte die Übeltäter gemeinsam zum Rapport. „Wir haben ihnen deutlich klargemacht, dass wir das nicht dulden. Sie haben Einsicht gezeigt“, sagte Allofs. Dennoch verdonnerte er die beiden Raufbolde zusätzlich zur Zahlung einer Geldstrafe in unbekannter Höhe.

          Sanogo und Carlos Alberto waren am Donnerstag im Trainingsspiel aneinander geraten. Dabei soll der mit 8,5 Millionen Euro teuerste Werder-Zugang Alberto dem Ivorer absichtlich auf sein lädiertes linkes Sprunggelenk getreten haben. Sanogo revanchierte sich mit Schlägen an den Kopf des Brasilianers. Erst Torwart-Trainer Michael Kraft, Kapitän Frank Baumann und weitere Werder-Spieler konnten dem Treiben ein Ende bereiten.

          Mit aller Härte

          Schaaf reagierte trotz der angespannten Personalsituation mit aller Härte und suspendierte sie für das Spiel in Cottbus. Darüber hinaus ordnete er Straftraining für die Übeltäter an. „Wir haben ein klares Zeichen gesetzt. Wer sich so verhält, der hat nun auch die Konsequenzen zu tragen“, meinte der Trainer.

          Nach Sanogos Fauxpas entschied sich der Werder-Coach, Klasnic eventuell den ersten Bundesliga-Einsatz seit dem 17. Dezember 2006 (2:1 gegen Wolfsburg) zu ermöglichen. „Er ist nicht wegen Sanogo dabei. Wir haben die Möglichkeiten, so auch zu reagieren“, betonte Schaaf. Würde er dem Kroaten nach dessen Nieren-OP zum Erstliga- Comeback verhelfen, würde Klasnic für ein Novum im deutschen Profi-Fußball sorgen.

          Weiterer Rückschlag

          Doch vor dem Abflug am Freitagabend in die Lausitz ließ sich Schaaf in der Frage der Besetzung seines ersten Sturms nicht in die Karten schauen. Neben dem sechsmaligen Saison-Torschützen Sanogo fehlt auch der Portugiese Hugo Almeida (7 Treffer) wegen eines Muskelfaserrisses. Neben Klasnic, der in Bremens Regionalliga-Team Spielpraxis sammelte, drängen sich auch die Jungen Martin Harnik, John Jairo Mosquera und Kevin Schindler auf.

          Die Suspendierung ist vor allem für den mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichteten Carlos Alberto ein weiterer Rückschlag. Bislang wurde der brasilianische Nationalspieler in der Bundesliga nur zweimal eingewechselt, eine rätselhafte Schlafstörung setzte ihn zudem monatelang außer Gefecht. Das Vertrauen von Schaaf in seinen Star-Einkauf dürfte mit der Entgleisung gegen Sanogo weiter gelitten haben.

          Die Prügel-Einlage von Sanogo und Carlos Alberto ist in der Bundesliga und in Bremen nicht ohne Beispiel: Im Januar 2005 sorgte ein Kopfstoß des ehemaligen Werder-Regisseurs Johan Micoud gegen Fabian Ernst für Aufsehen. Legendär ist die Ohrfeige, die Bayern Münchens Bixente Lizarazu im August 1999 Rekordnationalspieler Lothar Matthäus verpasst hat.

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