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Dortmunder im Tief : Die bedenklichen Schwächen des Mats Hummels

  • -Aktualisiert am

Aus der Balance: Bei Mats Hummels passt das Verhältnis zwischen Risikobereitschaft und Fehlerquote nicht mehr. Bild: Reuters

Bei Mats Hummels häufen sich die unglücklichen Situationen. So ist der Weltmeister von 2014 seiner Mannschaft keine große Hilfe mehr. Der Bundestrainer kann das verkraften, Borussia Dortmund nicht.

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          Lange noch stand Mats Hummels nach dem Abpfiff bei den Schiedsrichtern, diskutierte, versuchte zu überzeugen, auch wenn er wusste, dass diese 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern unabwendbar feststand. Womöglich befand sich der Abwehrspieler in diesen Momenten auf der Suche nach Mitverantwortlichen für dieses bittere Erlebnis, und er wusste: Seine Argumente in der Kontroverse mit den Unparteiischen würden sicher überzeugender sein als Versuche, seine Leistung zu erklären. Felix Zwayer und seine Assistenten hatten eine der unglücklichen Hummels-Szenen mit ihrer Elfmeterentscheidung zum Schlüsselmoment der Partie gemacht. Das konnte man ihnen gut vorwerfen.

          Bundesliga

          Mit etwas Abstand dürfte sich der als selbstkritischer Mensch bekannte Profi jedoch auch mit den eigenen Fehlern auseinandersetzen, mit seiner Form und vielleicht sogar mit seiner Zukunft. Denn der 32 Jahre alte Weltmeister von 2014 ist derzeit in vielen Momenten keine sehr große Hilfe mehr für seine Mannschaft.

          „Das war nicht immer der beste Fußball“, sagte Trainer Marco Rose und meinte damit sicher auch die Fehler in der Abwehr und im Spielaufbau, an denen Hummels beteiligt gewesen ist. Wobei diese Schwächen nicht ganz überraschend kamen. Es gab in dieser Saison schon etliche wegweisende Situationen, an denen Hummels entweder als Fehlerproduzent oder als Pechvogel beteiligt war. Wobei das gar nicht immer so einfach zu trennen ist.

          Die völlig unberechtigte Rote Karte beim 1:3 gegen Ajax Amsterdam war so ein Moment. Genau wie das Handspiel vom Samstag, das zum Elfmeter und zum Siegtor für die Bayern führte. Auch seine Beteiligung am zweiten Münchner Tor war kein klarer Fehler, er war unglücklich von seinem Kollegen Raphael Guerreiro angeschossen worden, woraufhin Kingsley Coman an den Ball kam und traf.

          „Das ist dem Alter geschuldet“

          Aber der weise Thomas Müller hat irgendwann einmal den schönen Satz „Immer Glück ist Können!“ gesagt. Im Umkehrschluss wirft die Häufung des Pechs im Spiel von Mats Hummels die Frage auf, ob er derzeit gut genug ist für Topleistungen auf höchstem internationalen Niveau. Zumal ihm auch noch schlimme Fehler ganz ohne Einfluss von Zufällen unterlaufen.

          So wie gegen München vor dem 1:1, als er unter Druck an der Mittellinie den Ball verlor. Ein missratener Brust-Pass hätte in der ersten Hälfte beinahe noch ein weiteres Gegentor eingeleitet. In fast jedem Spiel der vergangenen Wochen lassen sich solche Situationen finden, die Balance zwischen Risikobereitschaft und Fehlerquote passt nicht mehr bei Hummels. Karl-Heinz Rummenigge, der langjährige Vorstandschef des FC Bayern, sagte am Sonntag bei Bild-TV: „Es ist bekannt, dass Mats Probleme hat, wenn er in Laufduelle gehen muss – das ist dem Alter geschuldet.“

          Hummels kämpft mit dauerhaften Knieproblemen, seine einstmals legendären Vertikalbälle mit dem Außenrist schlägt er auch nur noch selten, und die flachen Pässe in die vorderen Mittelfeldbereiche überlässt er lieber Akanji, weil dieser einfach zuverlässiger ist. Und wenn Hummels seine Abwehrkette verlässt, um nach vorne zu verteidigen, lässt er sich immer öfter überspielen. Oben auf der Tribüne saß Hansi Flick, der sicher auch wahrnimmt, dass Hummels derzeit nicht in der Form eines Nationalspielers auftritt. Der Bundestrainer kann das verkraften, er hat Alternativen. Bedenklich müssen Hummels’ Schwächen hingegen für Dortmunds Trainer Rose sein.

          Denn beim BVB fehlen hochklassige Ersatzleute. Marin Pongracic ist nicht noch nicht richtig in Dortmund angekommen, und der hoch veranlagte Dan-Axel Zagadou ist so oft verletzt, dass seine Entwicklung zuletzt stagnierte. Aber es wäre ohnehin schwierig, Hummels auf die Bank zu setzen, weil seine Verdienste um den BVB so groß sind und seine meist klugen Worte so viel Gewicht haben.

          Als die Dortmunder Ende November ohne ihren gesperrten Anführer in Lissabon ausschieden, fehlte zudem der beruhigende Einfluss aus der letzten Reihe, der von diesem erfahrenen Profi ausgeht. Die Dortmunder müssen also vorerst klarkommen mit den Defiziten dieses Spielers.

          Wenn Hummels aber noch einmal zu den stärksten Akteuren in einem Team zählen möchte, das deutscher Meister werden oder die Europa League gewinnen kann, benötigt er eine längere Phase in Topform.

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