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Premieren-Platzverweis : Schwarz ärgert sich: Gelb-Rot!

  • -Aktualisiert am

Sandro Schwarz beschwert sich bei Schiedsrichter Dr. Felix Brych, nachdem dieser ihn mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen hat. Bild: dpa

Als erster Trainer der Bundesligahistorie sieht Sandro Schwarz die gelb-rote Karte. Und Schwarz ist nicht der erste Mainzer Verantwortliche, der auf diese Art Fußball-Geschichte schreibt.

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          Auf diesen Eintrag in den Fußball-Geschichtsbüchern hätte Sandro Schwarz gerne verzichtet: Als erster Bundesligatrainer sah der Coach des FSV Mainz 05 am Samstag eine Gelb-Rote Karte – am kommenden Wochenende, im für die auf dem vorletzten Tabellenplatz verharrenden Rheinhessen so wichtigen Spiel beim Tabellenletzten SC Paderborn, darf er nur von der Tribüne aus zuschauen.

          Bundesliga

          Den Platzverweis in der Nachspielzeit des mit 0:1 verlorenen Spiels gegen den VfL Wolfsburg müsse man nicht überinterpretieren, wies Schwarz die Vermutung zurück, aufgrund der angespannten Lage nach nur drei Punkten aus sechs Spielen die Contenance verloren zu haben. „Meine Emotionen hatten nichts damit zu tun, dass wir derzeit nicht gut dastehen“, sagte er. „Wer mich kennt, weiß, dass es mir nur um das heutige Spiel ging, dass ich alles daran gesetzt habe, die Wende zu schaffen.“

          Schwarz war nicht der einzige unter den mehr als 24.000 Menschen in der Arena am Europakreisel, der einen Pfiff, mit dem Schiedsrichter Felix Brych auf ein Foulspiel des Mainzers Karim Onisiwo reagierte, für das Ende der Begegnung hielt. „Ich dachte, er pfeift ab und wollte schnellstmöglich zu ihm“, erzählte Schwarz. Vor allem, um sich über die mit vier Minuten recht knapp bemessene Nachspielzeit zu beschweren. Dass Schwarz nicht nur seine Coachingzone verließ, sondern eiligen Schrittes das Spielfeld betrat, ahndete Brych mit einer Gelben Karte. Den anschließenden „Beifall“ des Verwarnten quittierte er mit Gelb-Rot – ob das wenige Sekunden vor dem tatsächlichen Schlusspfiff nötig war, darüber ließe sich trefflich streiten.

          Regelkonform war es, gleichwohl hätte der Referee die Situation wohl auch anders lösen können, mit mahnenden Worten zum Beispiel. Seine Vorgehensweise jedoch diente den Mainzern nicht nur als weiterer Beleg dafür, dass dieser Schiedsrichter dem Team womöglich grundsätzlich nicht wohlgesinnt ist, sondern auch als Anlass, über die Sinnhaftigkeit der zu dieser Saison neu eingeführten Regelung zu diskutieren. Früher hätte ein Trainer schlimmstenfalls den Rest des Spiels – in diesem Fall handelte es sich um wenige Sekunden – auf der Tribüne verbracht. Jetzt wird er für eine Begegnung gesperrt. Letztlich wegen einer Lappalie – so die Auffassung der Mainzer. „Beleidigt habe ich ihn definitiv nicht“, sagte Schwarz. Mit Brych habe er sich nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine in ruhigem Ton ausgesprochen. „Er hat seine Sicht der Dinge geschildert, ich meine.“ Was dies konkret bedeutete und ob sie auf einen gemeinsamen Nenner kamen, behielt Schwarz für sich.

          Wie das so ist mit einem Platzverweis, weiß inzwischen auch Bartosch Gaul, der U-23-Trainer des FSV Mainz 05: Der hatte Mitte August, am dritten Spieltag der Regionalliga Südwest, im Spiel beim FSV Frankfurt die Rote Karte gesehen. Ebenfalls in der Nachspielzeit. Als erster Trainer in einer der oberen Spielklassen überhaupt. In der folgenden Begegnung war er von einer halben Stunde vor dem Anpfiff bis eine halbe Stunde nach dem Abpfiff mit einer Kontaktsperre zum Team belegt worden.

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