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Prävention statt Repression : DFB will Rote Karten auf Bewährung

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Paolo Guerrero wurde für diese Aktion im März 2012 lange gesperrt Bild: picture alliance / dpa

Ab Oktober will der DFB Rote Karten mit Sperren auf Bewährung aussprechen. Das soll aber nur bei langen Strafen gelten. Jürgen Klopp hält davon wenig. Der DFB plant Bewährungsstrafen auch bei Fehlverhalten der Fans.

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          Der Deutsche Fußball-Bund plant Änderungen im Strafenkatalog und zieht ab Oktober Rote Karten auf Bewährung in Betracht. „Mit Beginn der neuen Legislaturperiode werden wir unsere Sanktionen mehr präventiv denn repressiv ausgestalten“, sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, der „Welt am Sonntag“.

          Bei kurzen Sperren werde das nach seiner Einschätzung nicht greifen, „aber möglicherweise in Fällen wie bei Paolo Guerrero, der wegen eines Fouls mal acht Spiele gesperrt wurde“, erklärte er. „Da könnten dann drei davon zur Bewährung ausgesetzt werden.“

          Jürgen Klopp sieht das genau umgekehrt und hält eine präventive Strafe bei einer längeren Sperre nicht für eine sinnvolle Lösung. „Ich wüsste nicht, warum man Bewährung anwenden sollte. Ich finde es einigermaßen hohl“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Er fände dagegen eine Bewährungsstrafe bei strittigen Platzverweisen und einem Spiel Sperre „okay“.

          Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer ist dagegen anderer Meinung. „Mein erster Gedanke dazu ist: Es geht ein wenig weg von der Geradlinigkeit, hin zu mehr Flexibilität, die den handelnden Personen mehr Spielraum gibt. Ich muss sagen, das ist eine gute Idee“, sagte der Europameister von 1996 der Tageszeitung „Die Welt“.

          Nach Auffassung des DFB-Sportrichters sind vorbeugende Maßnahmen auch bei Verfehlungen der Fans eine gute Möglichkeit. „Wenn ich ein Stadion schließe, kann ich das dann erst mal auf Bewährung machen. Der erzieherische Wert, auch auf die Fans, ist ein viel größerer, als wenn ich das sofort durchziehe“, sagte Lorenz der „Welt am Sonntag“.

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