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Razzia durch Polizei : Festnahmen nach Krawallen von Kölner Fans

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Vor dem Spiel zwischen Nizza und Köln kommt es zu unschönen Szenen auf der Tribüne. Bild: picture alliance / DeFodi Images

Nach den Ausschreitungen beim Europapokalspiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza nimmt die Kölner Polizei nun fünf mutmaßliche Tatbeteiligte fest. Die Gewerkschaft der Polizei fordert Stadionverbote.

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          Die Ausschreitungen der Anhänger beim Spiel im Europapokal des 1. FC Köln bei OGC Nizza am 8. September haben jetzt strafrechtliche Konsequenzen. In dem bei der Staatsanwaltschaft Köln anhängigen Ermittlungsverfahren hat die Polizei vom Amtsgericht Köln erlassene Haftbefehle gegen mutmaßliche Tatbeteiligte vollstreckt. Das teilte die Kölner Polizei am Mittwoch mit. Fünf Personen seien festgenommen worden.

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          Den Angaben nach durchsuchten Ermittler seit den frühen Morgenstunden mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Wohnungen und Häuser in Köln, Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach. Weitere Einzelheiten zum Ermittlungsstand und den Ergebnissen des Einsatzes wollen Staatsanwaltschaft und Polizei um 14.00 Uhr im Polizeipräsidium Köln bekannt geben.

          Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat Polizei und Zeugen gedankt. Er sei froh, „dass Polizei und Staatsanwaltschaft konsequent ermittelt haben und in kurzer Zeit mehrere Gewalttäter identifizieren und festnehmen konnten“, sagte Reul am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

          „Starkes Zeichen des Rechtstaates“

          An den Durchsuchungen im Großraum Köln seien am Morgen mehrere hundert Beamte aus NRW beteiligt gewesen. „Neben ihnen gilt der Dank auch zahlreichen Zeugen, die das Hinweisportal der Polizei sehr intensiv genutzt haben. Die Videos der Krawalle waren für die Ermittlungen sehr hilfreich.“ Die Bilder der Ausschreitungen bei dem Spiel vom achten September seien entsetzlich gewesen, sagte der Minister. „Offenbar haben diese Leute nur eines im Sinn: Randale, Krawall und Gewalt. Mit Fußball oder Fankultur hat das nichts zu tun.“

          Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete den Einsatz als „starkes Zeichen des Rechtsstaates“. Nun seien der 1. FC Köln, aber auch andere Fußballvereine gefordert, sagte der NRW-Vorsitzende der GdP, Michael Mertens: „Jetzt müssen Stadionverbote kommen.“

          Der 1. FC Köln ist wegen der Fanausschreitungen bereits von der UEFA bestraft worden. Die Rheinländer wurden zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt, außerdem dürfen in den zwei kommenden Auswärtsspielen in der Conference League keine Tickets an die Kölner Fans verkauft werden. Bestraft wurde das Abbrennen von Pyrotechnik, das Werfen von Gegenständen und die Unruhen auf den Rängen beim Spiel in Nizza.

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