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Randale gegen RB in Dortmund : Polizei ermittelt gegen „völlig enthemmten Mob“

  • Aktualisiert am

Nicht nur geschmacklose Plakate gab es am Samstag in Dortmund. Bild: AFP

Der Einsatzleiter berichtet über schockierende Bilder bei der Randale in Dortmund gegen Leipzig-Fans. Nun schaltet sich auch Innenminister de Maizière ein – und stellt eine Forderung.

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          Nach den Ausschreitungen von BVB-Anhängern ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder laufen bei der Dortmunder Polizei umfangreiche Ermittlungen. „Wir ermitteln jetzt“, sagte eine Sprecherin am Montagmorgen. Details wollte sie nicht nennen. Im Umfeld des Bundesliga-Spiels gegen RB Leipzig war es am Samstag vor allem auf dem Weg ins Stadion zu Ausschreitungen gekommen. Leipziger Fußballfans, Unbeteiligte und Polizisten wurden unter anderem mit Steinen beworfen. Die Polizei berichtete von einem „völlig enthemmten Mob“.

          „Mit einem massiven Polizeieinsatz, auch unter Einsatz von Pfefferspray und Einsatzmehrzweckstöcken, haben wir noch Schlimmeres verhindert! Solche Bilder, in solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen – ich bin schockiert!“, berichtete Polizeieinsatzleiter Edzard Freyhoff in einer Mitteilung am Sonntag.

          Die Polizei hatte bis Sonntag Kenntnis von zehn Verletzten, darunter sechs Gästefans und vier Polizisten. Außerdem ist ein Diensthund der Polizei verletzt worden, wie aus einer Mitteilung hervorging. Die Polizei nahm am Samstagabend elf mutmaßliche Straftäter aus der Ultraszene des BVB und einen Leipziger vorläufig fest. Die Männer sind nach dem Abschluss polizeilicher Maßnahmen inzwischen wieder auf freiem Fuß, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag.

          Auch während des Spiels beruhigte sich die Stimmung nach Angaben der Polizei nicht: Die Südtribüne des Stadions sei ein „einziges Meer“ voller Banner und Plakate mit teilweise diffamierendem, beleidigendem und beschämendem Inhalt gewesen. Auch in den Fällen will die Polizei dem Anfangsverdacht von Straftaten wie Beleidigungen nachgehen. Ein Mitarbeiter eines TV-Senders sei nur knapp einer ernsthaften Verletzung durch eine geworfene Metallstange entgangen. Hierzu werde  wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

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          Die Polizei ruft Zeugen auf, sich zu melden, damit Straftaten nicht ohne Folgen bleiben. Umfangreiche Ermittlungen sind angelaufen: „Die Auswertung von Film-, Video- und Beweismaterial wird uns in den nächsten Wochen intensiv beschäftigen“, hieß es bereits am Sonntag. RB Leipzig hatte die Dortmunder Vereinsführung zu einer lückenlosen Aufklärung der Geschehnisse aufgefordert. Die BVB-Klubspitze verurteilte die Angriffe scharf und kündigte gemeinsam mit der Polizei eine schnelle Aufarbeitung der Vorfälle und deutliche Sanktionen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten an.

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière forderte nach den gewalttätigen Attacken Dortmunder Randalierer harte Konsequenzen. „Ich hoffe auf eine schnelle und harte Reaktion der Justiz, damit alle wissen, was ihnen droht, wenn man sich so verhält“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung (Montag). De Maizière sagte, die gewalttätigen Szenen „lassen einem den Atem stocken“. Nach Ansicht des Innenministers gehören die Krawallmacher „nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel“.

          Leipziger Fanklubs übten harte Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen. In einer Stellungnahme an den Deutschen Fußball-Bund, die Deutsche Fußball Liga und Borussia Dortmund schrieb der Fanverband des Bundesliga-Aufsteigers und Tabellenzweiten: „Wir Fans von RB Leipzig sind seit Jahren Einiges gewohnt, aber was in Dortmund los war, war bisher unerreicht!“

          Vor allem auf dem Weg ins Stadion war es zu den Ausschreitungen gekommen. BVB-Anhänger hatten die RB-Fans unter anderem mit Steinen beworfen und dabei auch keine Rücksicht auf Kinder und Frauen genommen. RB forderte die Vereinsverantwortlichen der Dortmunder daraufhin bereits zu einer lückenlosen Aufklärung auf. Der BVB versicherte, alles daran setzen, das Fehlverhalten der eigenen Anhänger aufzuklären und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten hart zu sanktionieren.

          Der Fanverband der Leipziger monierte in seinem Schreiben, dass aus Sicht der Anhänger ein Sicherheitskonzept zu „keiner Zeit zu erkennen“ gewesen sei. Er berichtete auch davon, dass mit Bussen angereiste Fans überfallen, geschlagen und deren Eintrittskarten gestohlen worden seien. „Zusammenfassend muss man sagen, dass Verein und Stadt ein sehr schlechtes Bild abgegeben haben, welches in diesem Ausmaß völlig neu für uns war.“

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