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Politik macht Druck : DFL soll Sicherheitskonzept beschließen

  • Aktualisiert am

Sollte das Konzept nicht beschlossen werden, droht den Klubs eine Kostenbeteiligung bei Polizeieinsätzen Bild: dpa

Die Politik erhöht beim Thema Sicherheit massiv den Druck auf den deutschen Fußball. Die Innenminister fordern von der DFL den Beschluss des umstrittenen Sicherheitskonzeptes. Ansonsten sollen die Klubs für Polizeieinsätze zahlen. Auf Widerstand stößt der „Sicherheits-Euro“.

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          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Immer wieder verzog Deutschlands höchster Fußball-Funktionär am Montag in Hannover das Gesicht, als Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und dessen NRW-Kollege Ralf Jäger (SPD) dem deutschen Fußball verbal einheizten. „DFB und DFL haben uns ihre Vorschläge vorgelegt. Ich sage ganz offen: Wir hätten uns mehr vorstellen können“, sagte Jäger nach dem Sicherheitsgipfel mit den Spitzen von DFL und DFB.

          Unmissverständlich gaben die Politiker Niersbach und Ligapräsident Reinhard Rauball ihre Forderungen mit auf den Weg, die vor allem der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Dilemma beschert. „Für die Innenministerkonferenz ist es absolut entscheidend, dass die Liga auf ihrer Mitgliederversammlung am 12. Dezember ein klares Konzept beschließt und dass sich auch alle Vereine daran halten“, mahnte Schünemann, der am 1. Januar den Vorsitz der Innenministerkonferenz übernehmen wird.

          Rauball wies demonstrativ darauf hin, dass in Hannover „keine Beschlüsse“ gefasst wurden. „Wir müssen sehen, dass wir am 12. Dezember zu einer Beschlusslage kommen“, sagte er vorsichtig. „Wir lassen uns von der Politik nicht treiben.“ In dem Moment konnten sich Schünemann und Jäger ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sollte kommende Woche das umstrittene Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ nicht beschlossen werden, soll es den Klubs an den Geldbeutel gehen: „Dann werden wir uns auch unterhalten müssen über Kostenbeteiligung im Bereich der Polizei.“

          Zur Finanzierung machte auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier einen Vorschlag. Er will die Fans an den Kosten von Polizeieinsätzen beteiligen. „Ich empfehle die Einführung eines ,Sicherheits-Euro’ durch die Vereine. Das heißt: Jeder Fan bezahlt freiwillig einen Euro mehr als die Karte normalerweise kostet“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung (Dienstag). „Dieser Euro geht dann in die Gewalt-Prävention oder wird benutzt als Unterstützung von Maßnahmen der Polizei.“

          „Wir gehen nicht ins Detail. Wir warten die Mitgliederversammlung ab. Dann kann man über einzelne Details sprechen. Vorher nicht“: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach
          „Wir gehen nicht ins Detail. Wir warten die Mitgliederversammlung ab. Dann kann man über einzelne Details sprechen. Vorher nicht“: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach : Bild: dpa

          Fanorganisationen lehnen den vorgeschlagenen „Sicherheits-Euro“ rigoros ab. „Wir halten gar nichts von solchen populistischen Forderungen“, sagte Ben Praße, Sprecher von „Unsere Kurve“, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Jeder Fans ist Steuerzahler, deshalb lehnen wir das klar ab.“ Auch Philipp Markhardt von „Pro Fans“ verwies auf die Steuereinnahmen des Staats nicht nur durch Fans: „Die Vereine zahlen Unmengen von Steuern in diesem Land. Der Vorschlag kam vor ein paar Jahren übrigens schon mal auf.“ Nach Angaben der DFL hat der Profifußball in der Saison 2010/2011 718,5 Millionen Euro an Steuern bezahlt.

          Hannovers Klubchef Martin Kind wies die Forderung als derzeit wenig zielführend zurück. „Das ist eine kreative Idee, die man in diesem Kontext jetzt nicht diskutieren sollte“, sagte Kind. Angesichts der Diskussionen um das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga bewertet er Bouffiers Vorschlag als eher kontraproduktiv. „Wir sollten uns jetzt auf das Arbeitspapier reduzieren und nicht neue Themenfelder eröffnen, die auch so schnell nicht zu einem Ergebnis führen“, erklärte Kind

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