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Politik macht Druck : DFL soll Sicherheitskonzept beschließen

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Für die DFL stehen intensive Gespräche an

Bouffiers Parteifreund Schünemann, der sich gerade mitten im Wahlkampf auf die Landtagswahl in Niedersachsen im kommenden Monat befindet, drohte mit der Ausweitung von Polizeieinsätzen. „Für uns ist völlig klar, dass wir es nicht akzeptieren, wenn es nicht zu einer klaren Sicherheit in den Stadien kommt“, sagte er. In den kommenden Tagen stehen für die DFL nun intensive Gespräche mit den Profiklubs an. Die haben das Problem, dass die Fans gegen das Sicherheitskonzept Sturm laufen.

In der vergangenen Woche gab es in allen Stadien in Deutschland stummen Protest. Für den nächsten Spieltag am kommenden Wochenende wollen die Anhänger noch einmal zu Beginn aller Spiele schweigen. Es ist durchaus möglich, dass der Protest der Fans angesichts der Forderungen der Innenminister noch heftiger ausfällt. Wenn es nach Schünemann und Jäger ginge, soll es künftig bei allen Risikospielen stichpunktartige Ganzkörperkontrollen geben - so wie am 10. November bei der Bundesligapartie Bayern München gegen Eintracht Frankfurt.

„Ich empfehle die Einführung eines ,Sicherheits-Euro’ durch die Vereine. Das heißt: Jeder Fan bezahlt freiwillig einen Euro mehr als die Karte normalerweise kostet“: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier
„Ich empfehle die Einführung eines ,Sicherheits-Euro’ durch die Vereine. Das heißt: Jeder Fan bezahlt freiwillig einen Euro mehr als die Karte normalerweise kostet“: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier : Bild: dpa

Von den Anhängern war dies als Provokation empfunden worden. „Da können wir keine Rücksicht darauf nehmen“, sagte Schünemann. Zudem forderten die Politiker mehr und bessere Videotechnik, eine bessere Qualifikation der Ordner und die schnellere Verurteilung von Gewalttätern. „Der Staatsanwalt gehört ins Stadion und nach meiner Ansicht nach auch der Richter. Damit es so schnell wie möglich zu Verurteilungen und Stadienverboten kommt“, sagte Schünemann.

Bei vielen dieser Ausführungen zuckte Niersbach zusammen. Der DFB-Präsident wich den Fragen nach der Umsetzbarkeit dieser Forderungen aus und verwies auf den Zug, der ihn schnell weg aus Hannover befördern solle. „Wir gehen nicht ins Detail. Wir warten die Mitgliederversammlung ab. Dann kann man über einzelne Details sprechen. Vorher nicht“, sagte Niersbach und entschwand.

„Wir haben den Fußballfans Angebote gemacht“

Immerhin in einem Punkt konnten sich die Parteien verständigen. Die DFL stellte in Aussicht, ihren Anteil an präventiven Maßnahmen wie Fanprojekten um zehn Millionen Euro zu erhöhen. Gleichzeitig erklärten sich die Innenminister bereit, nicht wie angedroht die staatlichen Mittel in diesem Bereich zu kürzen. Bei einer weiteren sicherheitsrelevanten Diskussion beklagte die Deutsche Bahn bei der An- und Abreise von Fans immer häufiger Ausschreitungen und Zwischenfälle auf Bahnhöfen und in Zügen - und nahm ebenfalls Politik und Verbände in die Pflicht.

Mit mehr bereitgestellten Fanzügen soll diesem Problem entgegengewirkt werden. Das vereinbarten Vertreter von Vereinen und Verbänden, der Polizei, der Politik sowie der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main. „Wir haben den Fußballfans Angebote gemacht, mit denen vielen möglichen Konflikten in unseren Zügen und Bahnhöfen vorgebeugt werden soll“, sagte Bahn-Vorstand Gerd Becht. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, doch auch die Vereine, DFL und DFB müssen Verantwortung übernehmen.“

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