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0:2 gegen Union Berlin : Werder nährt sich dem Abstieg

  • -Aktualisiert am

Abermals erfolglos: Bremens Marco Friedl ärgert sich beim Spiel gegen Union Berlin. Bild: EPA

Wieder keine Punkte in der Bundesliga: Vier Tage nach dem Pokaltriumph gegen den BVB verlieren die Bremer gegen Union und spielen wie ein Anwärter für Liga zwei.

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          Es wird ungemütlich für Florian Kohfeldt. Am Samstagnachmittag verlor seine Mannschaft 0:2 gegen Aufsteiger Union Berlin und steht damit auf Platz 17. Der Trainer Werder Bremens ist nach der siebten Heimniederlage in einer schwachen Position, und in der Vereinsführung wird man darüber entscheiden müssen, ob der Klassenverbleib mit Kohfeldt realistisch ist.

          Nach dem Spiel musste er eingestehen: „Wir waren zu langsam im Kopf, behäbig und haben Bälle verloren, wo man keine Bälle verlieren darf. Das alles muss dringend besser werden, wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen. Entscheidend war, dass wir in der zweiten Halbzeit den Kopf verloren haben.“

          Bundesliga

          Die schwarze Serie mit Heimniederlagen gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf aus Mainz, Paderborn und nun Union Berlin stellt Mannschaft und Trainer ein schlechtes Zeugnis aus. Bislang haben Kontrollchef Marco Bode und Sport-Vorstand Frank Baumann den geschätzten Trainer gestützt. Mal sehen, was in den Tagen nach der zwölften Saisonniederlage passieren wird.

          Union löste sich durch den achten Saisonsieg von den Abstiegsrängen; das war einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang zu verdanken. Das Wort „diszipliniert“ beschreibt die Berliner Spielweise gut. So möchte Trainer Urs Fischer seine Mannschaft sehen. Beim 0:5 in Dortmund hat das nicht so prächtig geklappt, doch die deftige Niederlage beim Meisterschaftsanwärter rief intern keine große Kritik hervor. „Wir können Spiele gut einordnen und zerfetzen uns nicht“, hatte Kapitän Christopher Trimmel gesagt. In Bremen sah man dementsprechend auch eine sehr gut funktionierende Berliner Mannschaft, die wenig bis nichts gegen Werder zuließ.

          Es war zäh. Es war wenig inspiriert – es war eine Halbzeit langweilig im ausverkauften Weserstadion (42.100 Zuschauer), ehe die Partie dank Union im zweiten Durchgang unterhaltsamer wurde. Hier hatte es ja noch am Dienstag das spektakuläre 3:2 Werders im Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund gegeben. Erwartungsgemäß wurde es das befürchtete „ganz andere Spiel“: Geduld war gefragt bei den Bremern, die das Spiel 45 Minuten bestimmten, eine gute Ballzirkulation aufwiesen, aber nicht effektiv ins letzte Drittel des Spielfeldes kamen – dort standen fünf Berliner Verteidiger, denn Union macht aus der Dreier- gern eine Fünferkette. Bis zur 27. Minute dauerte es, bis Werder zur ersten Chance kam: Leonardo Bittencourts harte Hereingabe traf Maximilian Eggestein nicht genau genug, um den Führungstreffer zu erzielen.

          Union schlug den Weg nach vorn dafür erst einmal so gut wie gar nicht ein. So stammte der erste Torschuss des Aufsteigers erst aus der 42. Minute – Christian Gentner näherte sich dem Bremer Tor aber lediglich an. Eine Hälfte lang wirkte es, als sei ein 0:0 ohnehin das Wunschergebnis der Köpenicker.

          Werder fiel gegen die laufstarken Defensivreihen der Berliner zunächst wenig, mit zunehmender Spielzeit dann gar nichts mehr ein. Zwar bot sich Davie Selke immer wieder an und Milot Rashica hatte ein paar vielversprechende Läufe, aber allen Aktionen fehlte es an Raum, weil Union hinten einfach sehr geduldig und weitgehend fehlerfrei spielte. Später war von beiden Bremer Stürmern nichts mehr zu sehen.

          Nach der Pause zeigte Sebastian Andersson, warum er schon acht Tore erzielt hat: Seinen Kopfball lenkte Jiri Pavlenka über die Latte (49. Minute). Berlin aber blieb nun dran, und den nächsten Konter vollendete Marius Bülter in der 53. Minute zum 1:0: Erst passte Yunus Malli auf Christopher Lenz, dann war Bülter mit seinem fünften Saisontor zur Stelle. Werders beteiligte Profis kamen jedes Mal zu spät. Union war jetzt besser und drängte auf das zweite Tor. Kohfeldt brachte Fin Bartels und Josh Sargent; natürlich musste es nun schneller und offensiver werden. Doch bevor es besser hätte werden können, wurde es schlechter, denn der starke Bülter schoss gegen die schwächste Abwehr der Liga einen spektakulären Treffer zum 2:0 in der 72. Minute. Die vollbesetzte Fantribüne feierte Union Berlin. In der zweiten Halbzeit hatte Werder wie ein Absteiger gespielt; mutlos, ohne Tempo, mit viele Alibi.

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