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Bruch des oberen Sprunggelenks : Bayern-Glück im Unglück

Fällt bis Februar aus: Philipp Lahm Bild: dpa

Nun hat sich auch noch Philipp Lahm verletzt. Kein anderes Team hätte das Zeug, so viele Weltklassespieler zu verlieren wie die Bayern – und trotzdem so weiterzuspielen wie vorher.

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          Jede Verletzung ist eine zu viel. Aber selbst im Unglück kann man ein bisschen Glück haben. Eine Frage des Timings. Und des Fußballkalenders. Man gehe in Gedanken nur mal ein halbes Jahr zurück. Da schien die deutsche WM-Expedition auf Krücken Richtung Brasilien zu humpeln. Schweinsteigers Patellasehne, Khediras Kreuzband, Neuers Schulter. Und Philipp Lahm tat der Fuß so weh, dass er noch beim ersten Training nach der Landung nicht sicher war, bei der WM spielen zu können.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Jeden einzelnen von ihnen hat Deutschland zum WM-Sieg gebraucht. Und alle von ihnen haben, im Rückblick, ihre Verletzungen noch gerade rechtzeitig bekommen. Anders als Marco Reus, der Unglück im Unglück hatte – eine Verletzung im letzten Testspiel. Aber Schweinsteiger, Khedira, Neuer, Lahm, alle waren sie, als es zählte, fit. Hätten sich ein oder zwei von ihnen nur ein oder zwei Wochen später verletzt, oder gar während des Turniers – Deutschlands WM-Traum wäre wohl einer geblieben.

          Im November auf Krücken: David Alaba

          Am Dienstag hat Lahm nun einen Bruch am rechten oberen Sprunggelenk erlitten. Die Verletzung ist schwerer als die im Mai. Und doch ist sie weniger gravierend. Sie wird keinen Titel kosten, schon gar keinen WM-Titel. Der Prognose nach kann er in drei Monaten zurückkehren, Mitte Februar, und bis zu den wichtigsten Spielen der Saison, den K.o.-Runden der Champions League, wieder fit sein. In den zehn bis zwölf Spielen der Bundesliga, die die Bayern bis zu Lahms erwarteter Rückkehr überstehen müssen, können sie selbst den Verlust ihres Kapitäns wohl verkraften.

          Alle Spiele, alle Tabellen der Champions League 2014/2015

          Es hilft ihnen, einen starken Kader zu besitzen. Es hilft aber auch das glückliche Timing des Unglücks. Lahm fällt aus, Schweinsteiger kommt bald zurück. Thiago fehlt noch länger, Martínez auch, zuletzt fiel auch Alaba aus. Dafür ist Xabi Alonso eine Bayern-Bank geworden. Seine Gegenwart verdankt sich letztlich einem Glück im Unglück – Kalender-Glück im Verletzungs-Unglück.

          Im Oktober auf Krücken: Javi Martinez

          Hätte sich Martínez das Kreuzband nicht Mitte August gerissen, sondern zwei Wochen später, nach Ende der Wechselperiode, die Bayern hätten nicht mehr reagieren und Alonso holen können – und hätten jetzt, drei Monate später, ein echtes Problem.

          Auch jetzt haben sie ein paar davon. Aber noch überwiegen die Lösungen. Und letztlich die Komplimente, die aus gelösten Problemen erwachsen. Kein anderes Team, wohl in der ganzen Welt, hätte das Zeug, so viele Weltklassespieler zu verlieren wie sie – und trotzdem so weiterzuspielen wie vorher.

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