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Fußball-Nationalspieler : „Wenn Leroy Sané gehen will, kann er gehen“

  • Aktualisiert am

Wo liegt die Zukunft von Leroy Sané? Bild: AFP

Wechselt er zum FC Bayern? Bleibt er in Manchester? Oder hat er noch ganz andere Pläne? Der Transfer-Fall Leroy Sané zieht sich seit Wochen. Nun macht sein Trainer Pep Guardiola seinen Standpunkt klar.

          Die Sache zieht sich nun schon über zwei Monate, einen neuen Stand gibt es aber immer noch nicht. Der FC Bayern München darf sich dennoch nun verstärkte Hoffnungen auf eine Verpflichtung des Fußball-Nationalspielers Leroy Sané von Manchester City machen. „Wir möchten, dass er bleibt“, sagte City-Trainer Pep Guardiola nach Angaben der BBC am Mittwoch in Hongkong. Es gebe ein Angebot, den Vertrag zu verlängern, aber „es liegt nicht in unseren Händen“, erklärte der früheren Bayern-Coach. „Er muss sich entscheiden. Wenn er gehen möchte, kann er das, aber wir wären traurig.“

          Der FC Bayern München will Sané gerne verpflichten. Er gilt seit längerer Zeit als Wunschspieler für das Erbe von Arjen Robben und Franck Ribery auf den Flügelpositionen. Der schnelle Stürmer hat aber noch einen über zwei Jahre laufenden Vertrag in Manchester. Bei einem 6:1-Testspiel-Sieg über Kitchee FC hatte der frühere Schalker zwei Tore erzielt. Guardiola lobte den 21-maligen deutschen Nationalspieler nun zum wiederholten Mal in höchsten Tönen: „Er ist ein Junge, den wir sehr wertschätzen. Ich mag ihn sehr, und ich glaube, dass er noch viel besser werden kann. Das ist der Grund, warum er seit mehr als einem Jahr ein Angebot hat, um den Vertrag zu verlängern.“

          Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt Aussagen von Guardiola süffisant gekontert. „Ich weiß nicht, ob Pep weiß, was in seinem Klub alles vorgeht. Keine Ahnung. Warten wir mal ab“, sagte Rummenigge. Guardiola hatte zuvor in einer Pressekonferenz berichtet, dass die Bayern wegen eines möglichen Transfers von Sané bisher keinen Kontakt zu ihm und dem englischen Meister aufgenommen hätten. „Die (Bayern) sprechen schon lange über ihr Interesse, aber Leroy ist unser Spieler. Und ich hoffe, dass er hier bleibt“, hatte Guardiola vor einigen Tagen in Schanghai gesagt. Diese Auffassung bestätigte nun auch das Fachmagazin „Kicker“, das berichtet, der FC Bayern habe weiter keinen Kontakt zu Sané.

          Die Verpflichtung eines weiteren hochklassigen Flügelspielers hat für den deutschen Double-Gewinner bei den aktuellen Transferplanungen Priorität. „Ich möchte da keine Wasserstandsmeldung abgeben“, sagte Rummenigge. „Wenn es etwas zu verkünden gibt, machen wir das. Aber so weit ist es noch nicht.“ Sané hat sich bislang öffentlich zu seinen Zukunftsplänen nicht konkret geäußert. Als mögliche andere Kandidaten für die Offensive galten in München Callum Hudson-Odoi und Ousmane Dembélé. Doch der Engländer steht Berichten zufolge vor einer Vertragsverlängerung beim FC Chelsea. Und auch der frühere Dortmunder und jetzige Barcelona-Profi Dembélé sei „zurzeit in München kein Kandidat mehr“, schrieb der „Kicker“.

          Beim FC Schalke 04 rückt derweil der nächste Sané wieder ein Stück näher an den Profi-Fußball. Sidi Sané, jüngster Bruder von Leroy
          Sané, wird in der kommenden Saison in der B-Junioren-Bundesliga für den FC Schalke spielen. Der 16 Jahre alte Mittelstürmer gilt als ausgesprochen talentiert, hat allerdings mit einem Kreuzbandriss und einem Armbruch schon eine bewegte Verletzungs-Historie hinter sich.

          „Man erkennt ganz deutlich seine Qualitäten. Wir sollten uns allerdings davon lösen, Vergleiche zu seinem Bruder und zu seinem Vater zu ziehen“, sagte der frühere Nationalspieler Frank Fahrenhorst, der Sané in der kommenden Saison trainieren wird, der „WAZ“: „Wir sind froh, dass er die bisherige Vorbereitung gut mitgemacht hat, müssen aber aufpassen, dass wir ihn nicht in die nächste Verletzung manövrieren.“ Sanés ehemaliger Trainer Willi Landgraf erklärte: „Sidi bringt Potential mit, das andere nicht haben.“

          Trainer Jürgen Klopp hat eine Rückkehr von Philippe Coutinho (27) zum FC Liverpool unterdessen ausgeschlossen. „Es ist einfach nicht möglich. Wie ich gesagt habe, ihn zu haben, würde jede Mannschaft besser machen – auch uns – aber ich hoffe, er findet sein Glück in Barcelona“, sagte der Coach des Champions-League-Siegers dem Sender ESPN. In diesem Sommer seien Transfers dieser Größenordnung für den englischen Tabellenzweiten der vergangenen Saison nicht geplant.

          Coutinho war Anfang 2018 für geschätzt mehr als 150 Millionen Euro von Liverpool zum FC Barcelona gewechselt. Bei den Katalanen konnte er sich keinen Stammplatz erobern, zuletzt stand er wegen mäßiger Leistungen in der Kritik und gilt als Wechselkandidat. Von den eigenen Fans war der Brasilianer im Königsklassen-Halbfinale gegen Liverpool ausgepfiffen worden.

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