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Guardiola als „lame duck“? : Pep, der Schuldige

Guardiola als „lame duck“? - Viele Klubs in der Liga hoffen darauf Bild: dpa

Diesem Anfang wohnt ein Abschied inne: Pep Guardiola verlässt am Saisonende den FC Bayern – und nicht Wenige hoffen, dass das die Münchner ins Wanken bringt. Kommt es tatsächlich so, läge es ausnahmsweise nicht an den Spielern.

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          Zumindest diesem Anfang wohnt ein Abschied inne. Wenn die Fußball-Bundesliga an diesem Freitag in Hamburg (20.30 Uhr / Live in der ARD, bei Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) in das Jahr 2016 und damit in ihre Rückrunde startet, werden sich wie so oft die Blicke auf Pep Guardiola richten. Der Katalane hatte ja wie erwartet dem FC Bayern in der Winterpause einen Korb gegeben und seinen Aufenthalt in München nicht verlängert.

          Und weil dem Rekordmeister in der Bundesliga längst die Gegner ausgegangen sind, ist die Branche vor dem doch arg in die Jahre gekommenen Nord-Süd-Duell schon dankbar, wenn man die vermeintlich größte Schwäche der bayerischen Unerreichten nun vielleicht mal in ihren eigenen Reihen ausmachen kann.

          Wenn Pep geht, wanken die Bayern

          Wenn Pep geht, wanken die Bayern. Das ist die Wunschgleichung der um Spannung an der Spitze schon seit einigen Jahre verlegenen Liga. Denn wenn sich diese Bayern schon nicht von der Renaissance der Dortmunder Borussia unter Trainer Thomas Tuchel haben beeindrucken lassen, wenn sie unbeirrt einen Rekord nach dem anderen brechen und wenn ihnen in der gesamten Hinrunde nur fünf Punkte zur absolut makellosen Bilanz fehlten - dann muss sie doch wenigstens die Trennung von ihrem Meistertrainer angreifbar machen. Zumindest ein bisschen.

          Pep als „lame duck“ – das ist jedenfalls eine Vorstellung, die die abgehängte Konkurrenz nur allzu gerne genießen würde. Aber natürlich wird nicht einmal der Architekt sein Werk der vergangenen Jahre ganz allein zum Einsturz bringen können. Dafür ist das prachtvolle Werk viel zu stabil, zumindest für Bundesligaverhältnisse. Aber vielleicht bröckelt in der Rückrunde ja ein bisschen der bayerische Putz. Das ist jedenfalls das Mindeste worauf einige Fußball- und Scheidungsexperten in der Liga spekulieren. Und das einzige Testspiel in der Winterpause nach Guardiolas angekündigtem Abschied haben die Bayern ja auch gleich 1:2 beim Zweitligaklub aus Karlsruhe verloren.

          Sicher ist jedoch, dass jedes Spiel, das die Bayern nicht gewinnen – in der Hinrunde waren das zusammen mit Champions League und DFB-Pokal drei von 26 Partien – der Schuldige schnell gefunden sein wird. Pep, wer sonst? Denn wer geht, kann sich gegen diesen Mechanismus kaum wehren. Und so wird der Profifußball, der die Trainer und ihre ach so genialen Spiel- und Winkelzüge immer mehr erhöht, in München ausnahmsweise mal die andere Richtung einschlagen: Wenn die Bayern gewinnen, liegt es künftig an den Spielern. Wenn sie verlieren, am Trainer. Aber man muss kein Prophet sein, um behaupten zu können: Selbst das wird in der Bundesliga nur ganz, ganz selten passieren.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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