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2:0 gegen Wolfsburg : Dortmund nach spätem Drama auf Platz eins

  • -Aktualisiert am

Kein Problem! Paco Alcacer (kniend) erlöst den BVB gegen Wolfsburg. Bild: AFP

Kapitän Marco Reus fehlt wegen der Geburt seiner Tochter. Der BVB quält sich lange gegen Wolfsburg. Als alles schon nach einem torlosen Unentschieden aussieht, hat ein Spieler seinen großen Auftritt.

          Die Sache mit der Leichtigkeit bleibt ein Problem für Borussia Dortmund im Jahr 2019. Der am Ende wild bejubelte 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg war bieder und fußballerisch enttäuschend. Dafür war es mal wieder emotional, weil Paco Alcácer seine beiden Treffer erst in der 90. Minute und spät in der Nachspielzeit erzielte. Wirklich verdient war dieser Sieg nicht. Dabei hatten sie nach dem großartigen 3:2-Erfolg vom Berlin am vorigen Spieltag so dringend darauf gehofft, dass diese schwergängige Rückrunde nun endlich richtig Fahrt aufnehmen möge, dass ihnen mal wieder ein leichter, hoher Sieg gelänge.

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          Das klappte nicht, was womöglich auch mit dem persönlichen Glück von Marco Reus zu tun hatte. Der Kapitän hatte seine Teilnahme an dieser Partie abgesagt, um bei seiner Freundin zu sein, das Paar erwartete die Geburt einer gemeinsamen Tochter. „Marco hat uns heute morgen informiert, dass Wehen eingesetzt haben“, berichtete Sportdirektor Michael Zorc, was die Angehörigen des BVB mit gemischten Gefühlen erfüllte.

          Reus hatte zuletzt durch ein Tor in der Nachspielzeit den Erfolg in Berlin möglich gemacht. Zudem hatte er den Siegtreffer der Nationalmannschaft in den Niederlanden mit einem tollen Pass vorbereitet. Diese Effizienz hätte sehr gut getan in der zähen Partie am Samstagnachmittag. Andererseits hatte sich mancher Fan gesorgt, dass der Angreifer aufgrund der Geburt im großen Duell beim FC Bayern am kommenden Wochenende fehlen könnte – diese Gefahr ist nun deutlich gesunken.

          Für Reus rückte Paco Alcácer in die Startelf, dass der Gast aus Niedersachsen den BVB aber vor solch große Probleme stellen würde, hatte noch andere Gründe als das Fehlen des Kapitäns. Die Dortmunder hatten einfach keinen guten Tag, und der VfL stand kompakt, befreite sich immer wieder mutig und technisch sauber aus dem Pressing der Dortmunder und bestritt die Partie mit höchster Intensität. Für die Borussia war das unangenehm, die Mannschaft brauchte sehr lange, bis erstmals Gefahr vor dem Tor von Koen Casteels entstand.

          Nach 19 Minuten erreichte ein Pass von Mario Götze Alcácer nahe des Elfmeterpunktes, der Spanier kam unter Bedrängnis zum Abschluss, schoss aber knapp über die Latte. Ansonsten fand der Meisterschaftsaspirant in der ersten Hälfte keine Lücken in der Wolfsburger Defensive, die den wendigen Jadon Sancho ähnlich gut unter Kontrolle hatte wie Götze und Alcácer. Und eine eigene Chance hatte der VfL auch, als Wout Weghorst aus 15 Metern schoss, aber am stark haltenden Roman Bürki scheiterte (28.).

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          Den lautesten Moment der ersten Hälfte erlebte das Publikum schon sehr früh in der Partie, als der SC Freiburg 1:0 gegen Bayern München in Führung ging. Für einige Minuten rückte der Klub an die Spitze der Blitztabelle, das offene Rennen um die Meisterschaft trägt derzeit viel zur Attraktivität der Liga bei. Und weil die Wolfsburger ihr Auswärtsspiel zuvor in München bestritten hatten, ließ diese Partie schon interessante Schlüsse auf das Meisterrennen zu. Der FC Bayern hatte 6:0 gegen das Team des Trainers Bruno Labbadia gewonnen, der sich in der vorigen Woche veranlasst sah, dieses Ergebnis zu relativieren: „Wir können auch auswärts sehr, sehr stark sein und unsere gute Ausgangslage vergolden“, hatte Labbadia vor dem Spiel gesagt. Und seine Mannschaft hatte Taten folgen lassen.

          In der Viertelstunde nach der Pause hielten sie den BVB komplett weg vom eigenen Tor, zum erstem Mal gefährlich wurde es, als Thomas Delaney einen schönen Diagonalball auf Sancho spielte, doch Casteels hielt den Schuss des jungen Engländers (62.). Und je näher das Ende rückte, desto häufiger rauschten gefährliche Bälle durch den Dortmunder Strafraum, die Weghorst oder Admir Mehmedi nur knapp verpassten, während der BVB sich in der Schlussphase zunächst keine einzige klare Chance erspielte. Bis zu Alcácers Freistoß-Tor, dem der Spanier dann auch noch einen zweiten Treffer folgen ließ (90.+4).

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