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Ende der Wechselposse : Dembélé verlässt BVB für 105 Millionen Euro – plus Nachschlag

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Das war es mit Schwarz-Gelb: Ousmane Dembéle verabschiedet sich nach Barcelona Bild: dpa

Borussia Dortmund hat sich mit dem FC Barcelona über den Transfer von Ousmane Dembélé geeinigt. Zunächst erhält der BVB 105 Millionen Euro. Die Transfersumme könnte sich aber noch deutlich erhöhen.

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          Sportlich ein Verlust, finanziell ein Quantensprung: Mit dem Rekordwechsel von Fußball-Profi Ousmane Dembélé zum FC Barcelona stoßen Borussia Dortmund und die Bundesliga in neue Transferdimensionen vor. Beide Clubs erzielten am Freitag „eine grundsätzliche Einigung“, wie die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA um Punkt 17.00 Uhr in einer Adhoc-Mitteilung bekanntgab. Demnach wird Barça dem BVB eine fixe Transferentschädigung in Höhe von 105 Millionen Euro für das 20 Jahre alte Ausnahmetalent zahlen. Durch weitere erfolgsabhängige Zahlungen könnte die Summe noch um 42 Millionen Euro auf insgesamt 147 Millionen Euro steigen. Am Sonntag wird Dembélé in Barcelona erwartet, am Montag soll er den obligatorischen Medizincheck absolvieren und den Fünfjahresvertrag unterzeichnen. Die festgeschriebene Ablösesumme für den französischen Nationalspieler beträgt nach Barça-Angaben 400 Millionen Euro.

          Dembélé soll die Trikotnummer 11 von Neymar übernehmen, der zuvor für 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain gewechselt war. „Ich glaube, dass wir auf dem Weg sind“, hatte Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer des an der Börse notierten Bundesligisten, zuvor auf der Bilanz-Pressekonferenz in Dortmund gesagt und den Vollzug noch nicht bestätigen können. Gut gelaunt verkündete er die Eckdaten der Konzern-Bilanz für die zurückliegende Saison 2016/2017. Erstmals in der Clubgeschichte wurde die Umsatz-Schallmauer von 400 Millionen Euro (400,7 Millionen Euro) durchbrochen, der Gewinn nach Steuern betrug 8,2 Millionen Euro.

          Der Gewinn im kommenden Jahr dürfte durch den Dembélé-Wechsel noch höher ausfallen, auch wenn der BVB an dessen früheren Verein Stade Rennes noch einige Millionen aus dem Transfer abgeben muss. „Sollte es einen Transfer von Ousmane Dembélé geben, ist das eine sportliche Schwächung. Einen Spieler wie ihn kannst du nicht 1:1 ersetzen“, räumte Watzke ein. Gleichwohl sieht er die Westfalen für die Zukunft hervorragend aufgestellt. Im Uefa-Ranking liegt man auf Platz sieben, noch vor vielen anderen großen europäischen Clubs: „Das ist außergewöhnlich. Wir wollen diesen Platz unbedingt verteidigen“, sagte Watzke vor der anstehenden Champions-League-Saison.

          Suche nach Nachfolger

          Klar ist, dass Sportdirektor Michael Zorc, der am Freitag 55 Jahre alt wurde, die Suche nach einem Ersatz für Dembélé längst forciert hat. Allerdings bleibt bis zum Ende der Transferperiode am kommenden Donnerstag nicht viel Zeit. Als Kandidaten gelten laut Medienberichten der Brasilianer Malcom (20 Jahre/Girondins Bordeaux), Maxwell Cornet (20/Olympique Lyon) und nach „Bild“-Informationen sogar der Ex-Schalker Julian Draxler (23/Paris Saint-Germain). Barcelona hatte offenbar sämtliche BVB-Forderungen erfüllt.



          Der Durchbruch im Transfer-Hickhack soll am Donnerstag vor der Champions-League-Auslosung in Monaco bei einem Gipfeltreffen mit Watzke und Zorc sowie Barcelonas Präsident Maria Bartomeu, Sportvorstand Oscar Grau und Fußball-Direktor Raul Sanllehi erzielt worden sein. Vor einem Jahr hatte der BVB Dembélé für 15 Millionen Euro von Stade Rennes verpflichtet. Nun wird er weltweit der zweitteuerste Transfer nach Neymar. Um seinem Wechselwillen Nachdruck zu verleihen, war der 20-Jährige vor rund zwei Wochen erstmals nicht zum BVB-Training erschienen. Neben einer deftigen Geldstrafe reagierten die verärgerten Dortmunder Verantwortlichen mit der Suspendierung des Spielers. Das erste Barça-Angebot für Dembélé, der in Dortmund noch einen Vertrag bis 2021 hatte, lehnten die Dortmunder ab. Und Watzke zeigte sich unnachgiebig, über die Summe verhandelt wurde nicht mehr. Nur wenn Barcelona „unsere finanziellen Vorstellungen erfüllt“, werde es einen Transfer geben, betonte Watzke am Sonntag im TV-Sender Sky.

          Fast wie nebenbei muss BVB-Trainer Peter Bosz sein Team auf das Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Hertha BSC vorbereiten. Ein Comeback von Kapitän Marcel Schmelzer schloss der Niederländer aus. „Es geht ihm sehr gut, er trainiert mit. Aber es braucht noch ein bisschen mehr. Wir wollen noch die Länderspielwoche nutzen.“ Somit wird der 29 Jahre alte Linksverteidiger, der sich auf der Asienreise einen Außenbandanriss im Sprunggelenk zugezogen hatte, frühestens im Spiel am 9. September in Freiburg zum BVB-Kader gehören. Voraussichtlich wird zur Bundesliga-Heimpremiere von Bosz dieselbe Startelf auflaufen wie beim 3:0-Sieg in Wolfsburg zum Saisonauftakt vor einer Woche.

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