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Frankfurt vor DFB-Pokal : Die Eintracht ist frisch geschmückt

Angespannt, aber voller Vorfreude: Eintracht-Trainer Oliver Glasner im Kreise seiner Mannschaft Bild: Jan Huebner

Eintracht-Trainer Oliver Glasner will das Gute aus der vergangenen Saison bewahren und um eigene Ideen bereichern. Wie das aussehen könnte, soll sich im DFB-Pokalspiel in Mannheim zeigen.

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          Es wird Zeit, dass es losgeht. „Wir freuen uns sehr darauf“, sagte Oliver Glasner. Endlich keine Testspiele mehr, endlich Spiele, bei denen es wirklich um etwas geht – zum Beispiel im DFB-Pokal. An diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky) ist es so weit. Die Eintracht mit ihrem neuen Trainer Glasner bekommt es mit dem ambitionierten Drittligaklub Waldhof Mannheim zu tun. „Das ist ein besonders heißes Pflaster“, warnte Glasner am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs. „Wir haben allergrößten Respekt.“ Dass es schon einmal vor zwei Jahren eine Erstrundenpokalpartie Mannheim gegen Frankfurt gegeben hat und die Eintracht Mühe hatte, sich nach Rückstand doch noch 5:3 durchzusetzen, spielt für den 46 Jahre alten Fußballlehrer dabei keine Rolle: „Ich schaue nicht zurück.“

          DFB-Pokal
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Glasner ist der Mann für das Hier und Jetzt. Der Trainer, der den letztjährigen Bundesligafünften in eine erfolgreiche Zukunft führen soll. Mit einer Mannschaft, die eine fünfwöchige Vorbereitungsphase hinter sich hat und über die der österreichische Fußballlehrer sagt: „In der ehrgeizigen Mannschaft herrscht eine sehr positive Stimmung.“ Obwohl oder vielleicht weil „wir in der Trainingsintensität sehr viel von ihr verlangen“. Glasner, zufrieden mit dem bisherigen Entwicklungsprozess seiner neuen Spieler, betonte am Freitag, „dass wir sie im Kopf und im Körper fordern“. Fußball als ganzheitliches Erlebnis.

          Glasner hat angekündigt, an bewährten Mustern festzuhalten, getreu dem Motto: Was gut ist, braucht nicht groß geändert zu werden. Daher ist es vorstellbar, „dass wir im 3-4-3 spielen, weil sich die Mannschaft in diesem System sehr wohlfühlt. Wenn man mit 60 Punkten Tabellenfünfter wird, muss nicht der Oliver Glasner kommen und alles umdrehen. Die Sachen, die die Mannschaft sehr gut gemacht hat, und davon gibt es vieles, möchten wir beibehalten und darüber hinaus mit unseren eigenen Ideen schmücken. Das ist die Kunst“, sagt der neue Eintracht-Trainer.

          Viel Lob für Amin Younes

          An diesem Samstag schon wird er gemeinsam mit der Mannschaft die kurze Reise aus Hessen nach Baden-Württemberg in die Kurpfalz antreten. Mit im Kader dabei, natürlich: Sebastian Rode. Der neue Kapitän, der zuletzt etwas kürzertreten musste, blickt auf eine ebenso erfolgreiche und vielversprechende Trainingswoche zurück wie auch Amin Younes. Der deutsche Nationalspieler, immer wieder einmal mit möglichen Wechselabsichten in den arabischen Raum konfrontiert, hat sich besonders angestrengt und dafür viel Lob von Glasner erhalten. „Im eins gegen eins ist Amin überragend.“

          Auch andere offensive Mitspieler wie Daichi Kamada und Aymen Barkok wurden verbal von Glasner gestreichelt. „Daichi erkennt Räume und kann Lösungen aufzeigen. Aymen ist sehr laufstark.“ Und auch Neuzugang Jesper Lindstrøm hat sich durch konstante Leistungen erste Meriten erworben. „Er hat Speed und einen guten Tiefgang.“ Alles Dinge und Eigenschaften, die Glasner optimistisch auf die kommenden Wochen blicken lassen. „Wir haben unterschiedliche Möglichkeiten.“ Glasners Plan: „Wir wollen schwer ausrechenbar sein.“

          Ein Rückkehrer und ein Neuling haben sich gleichermaßen in eine Art Poleposition gebracht. Sowohl Danny da Costa, in der zurückliegenden Saison an den Bundesliga-Nachbarn Mainz 05 ausgeliehen, bei dem er maßgeblich zum Klassenverbleib beitrug, als auch der von Union Berlin zur Eintracht gewechselte Christopher Lenz haben beste Chancen, auf rechts und links sofort erste Wahl zu sein.

          Erste Wahl im Tor – diese Frage stellt sich nicht. Kevin Trapp ist und bleibt der unumstrittene Platzhirsch zwischen den Pfosten. Da hat Glasner nicht eine Sekunde gezögert. „Da haben wir eine klare Kommunikation“, sagte er und bestätigte, dass Diant Ramaj als Ersatzmann auf der Bank sitzen wird. Und der Dritte im Bunde? „Jens Grahl unterstützt sie und wird immer da sein, wenn wir ihn brauchen. Dies ist auch eine super Konstellation für Diant.“

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          Um für das erste seriöse und wirklich wichtige Spiel dieses Sommers bereit zu sein, hat Glasner keine Unterschiede gemacht. Die Waldhof-Elf, zweimal schon in der Dritten Liga im Einsatz, wurde nach allen Regeln der Kunst studiert und analysiert. „Wir haben uns wie auf jedes Bundesliga- oder internationale Spiel vorbereitet“, sagte Glasner. „Am Ende liegt es an uns, eine hoch konzentrierte Leistung abzurufen, um als Sieger nach Hause zu fahren.“

          Glasner verheimlichte nicht, „dass auch ich am Sonntag sicher etwas aufgeregt sein werde, weil auch für mich eine neue Aufgabe beginnt“. Eine Aufgabe, die der Österreicher mit einem gewohnten und seit Jahren erprobten Ritual angeht. Abergläubisch, sagte er, sei er nicht. Aber trotzdem wird es Glasner so wie immer machen. „Am Spieltag rasiere ich mich immer, denn mein Bart wird grauer.“

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