https://www.faz.net/-gtm-96w2s

Notbremse beim VfL : Bochum entlässt Trainer und Sportvorstand

  • Aktualisiert am

Von seinen Aufgaben entbunden: der VfL-Trainer Jens Rasiejewski. Bild: dpa

In der Liga droht der sportliche Absturz, im Verein herrscht große Unruhe. Nun reagiert der Aufsichtsrat: Trainer Rasiejewski und Sportvorstand Hochstätter werden von ihren Aufgaben beim VfL entbunden.

          1 Min.

          Der VfL Bochum hat angesichts des drohenden Absturzes in die dritte Liga und großer Unruhe im Verein die Notbremse gezogen: Der Aufsichtsrat des Fußball-Zweitligaklubs entband sowohl Sportvorstand Christian Hochstätter als auch Cheftrainer Jens Rasiejewski von ihren Aufgaben. Die Aufgaben Hochstätters übernimmt Sebastian Schindzielorz, für Rasiejewski wird im wichtigen Spiel am Freitag gegen Darmstadt 98 der bisherige Ko-Trainer Heiko Butscher auf der Bank sitzen. Er ist nach dem kurz vor Saisonstart entlassenen Gertjan Verbeek, Ismail Atalan und Rasiejewski am 22. Spieltag schon der vierte Chefcoach des VfL seit Beginn der Saison-Vorbereitung.

          Die Trennung von Hochstätter kommt zwar etwas überraschend, allerdings war die Kritik am früheren Profi in den letzten Wochen stetig gewachsen. Der Sportvorstand hatte vor der Saison den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Seine Entscheidungen in der Trainer-Frage waren jedoch unglücklich. Die Fans werfen Hochstätter zudem den Abgang des beliebten Kapitäns Felix Bastians vor. Der gebürtige Bochumer hatte explizit das zerrüttete Verhältnis zu Hochstätter als Grund für seinen Wechsel nach China angegeben.

          Der von der U19 beförderte Rasiejewski, der nach acht Spielen als Interimscoach im Dezember als Cheftrainer bestätigt wurde, holte in 13 Partien nur 13 Punkte. Zuletzt verloren die Bochumer vier Spiele in Serie. Vor dem Duell mit den auf dem Abstiegs-Relegationsplatz stehenden Darmstädtern hat der VfL als 14. nur einen Punkt Vorsprung auf die Hessen.

          Neben dem Trainer muss auch Sportvorstand Christian Hochstätter seinen Posten räumen.

          Der 54 Jahre alte Hochstätter, der zuvor als Sportdirektor bei Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach sowie als Spielerberater tätig war, arbeitete seit Juni 2013 beim VfL. Im November 2016 hatte der Bundesligaklub Hamburger SV ihn verpflichten wollen. Hochstätter hatte Interesse an einem Wechsel gezeigt. Den öffentlichen Flirt mit dem HSV haben die Fans ihm nicht verziehen. Die sportliche Entwicklung in dieser Saison tat ein Übriges.

          Bochum spielte zuletzt 1965 drittklassig. In 22 Jahren ununterbrochener Bundesliga-Zugehörigkeit von 1971 bis 1993 erwarb sich der VfL den Ruf der „Unabsteigbaren“. Den ersten fünf Abstiegen folgte stets der direkte Wiederaufstieg. Nach dem letzten Absturz 2010 scheiterten die Westfalen im Jahr darauf in der Relegation an Borussia Mönchengladbach und stecken seitdem in der zweiten Liga fest.

          Weitere Themen

          Pechsteins Konter

          Eisschnelllauf-Streit : Pechsteins Konter

          Nächste Runde im Kleinkrieg auf der Eisbahn. Nun wirft Claudia Pechstein dem DESG-Sportdirektor Matthias Kulik „vorsätzliche Schädigung“ ihres „sportlichen Weges und Umfeldes“ vor.

          „Die Stars haben geliefert“

          Para-Leichtathletik : „Die Stars haben geliefert“

          Neun Monate vor den Paralympics haben die deutschen Leichtathleten bei der WM in Dubai überzeugt. Die Asse um Weitspringer Markus Rehm und Sprinter Johannes Floors holten sechs Goldmedaillen.

          Topmeldungen

          Altmunition im Meer : Sprengstoff im Fisch

          1,6 Millionen Tonnen Munitions- und Sprengstoffreste werden in der deutschen Nord- und Ostsee vermutet. Sie lösen sich langsam auf – und belasten schon jetzt stellenweise Tiere und Pflanzen.

          Kein grünes Licht für Ungar : Von der Leyen kann noch nicht aufatmen

          Der Start von Ursula von der Leyens neuer EU-Kommission bleibt in der Schwebe: Der Kommissarkandidat aus Ungarn muss in die Nachbefragung. Und wegen Großbritanniens Weigerung, vor den Neuwahlen einen Bewerber zu nominieren, leitet Brüssel derweil ein Strafverfahren ein.
          Ort einer Tragödie: S-Bahnhof Frankenstadion in Nürnberg (Archivbild)

          Am S-Bahnsteig : Stoß mit tödlichem Ende

          Zwei Jugendliche sind in Nürnberg angeklagt, zwei Schüler ins Gleisbett geschubst zu haben. Die beiden Jungen hatten keine Chance: Den Angriff konnten sie nicht sehen – die Täter standen hinter ihnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.