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1:5-Debakel des FC Bayern : Die knifflige Lage des Niko Kovac

Niko Kovac erlebt mit dem FC Bayern in Frankfurt eine Demontage. Bild: dpa

Der Münchner Trainer wirkt nach dem schlimmen 1:5 von Frankfurt angeschlagen, aber kämpferisch. Beim FC Bayern gibt es nach dem Debakel einige Baustellen. Die Verantwortlichen reagieren vielsagend.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Auf den Knall folgte das Schweigen. Nach dem 1:5 des FC Bayern beim Bundesligaspiel in Frankfurt stellten sich nur zwei Münchner: Trainer Niko Kovac und Kapitän Manuel Neuer. Der Rest war Stille. Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, die das Debakel mit betretenen Mienen von der Tribüne aus verfolgt hatten, verließen den Ort der Niederlage genauso kommentarlos wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auch Neuers Mitspieler redeten nicht. Joshua Kimmich? Robert Lewandowski? Thomas Müller? Die heftig Geschlagenen blieben stumm.

          Bundesliga
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Dabei gibt es doch genügend Gesprächsbedarf. Ein ähnlich schlimmes Ergebnis hatten die Bayern zuletzt vor mehr als zehn Jahren beim 1:5 in Wolfsburg hinnehmen müssen. Seinerzeit war Jürgen Klinsmann Trainer, Michael Rensing stand im Tor, Lukas Podolski spielte vorne. Immerhin vor dem Gang zu den Fans drückten sich die aktuellen Spieler nicht. David Alaba, Müller und Co. suchten nach Abpfiff direkt den Kontakt zu den Anhängern. „Wir haben uns gestellt, das ist auch richtig so. Wir wollen unsere Wertschätzung zeigen“, sagte Neuer. „Wir müssen uns Gedanken machen.“

          Das ist zuallererst Aufgabe des sportlich Erst-Verantwortlichen. Kovac machte am frühen Samstagabend an seiner früheren Wirkungsstätte in Frankfurt einen angeschlagenen Eindruck. „Das ist ärgerlich, das ist enttäuschend, aber das ist die Realität“, sagte er. Angesprochen auf seine Zukunft antwortete Kovac im ZDF ungehalten: „Das weiß ich nicht, das wissen Sie wahrscheinlich besser. Wie soll ich das nach dem Spiel wissen?“ Später war er gesprächiger: „Ich weiß, wie das Geschäft läuft, ich bin nicht naiv und blauäugig.“ Bei Sky sagte er, dass sein Gefühl, wie es mit ihm als Münchner Trainer weitergehe, nicht wichtig sei. „Die, die das entscheiden, sind die, die gefragt werden müssen.“ Doch die, die entscheiden, schwiegen – und gaben auch so ein vielsagendes Statement ab.

          Die Münchner mussten in Frankfurt einen „herben Schlag“ (Kovac) hinnehmen, wie man ihn bis vor gut einem Jahr kaum mehr für möglich gehalten hatte. Zu stark, zu souverän war der deutsche Dauermeister für die nationale Konkurrenz. Doch im vergangenen Herbst bekam die Fassade erste Risse. Der Bayern-Krise erstaunte. Doch Kovac überstand letztlich die schwere Zeit und wurde mit seiner Mannschaft Meister und Pokalsieger. Die Erinnerung daran gibt ihm auch nun Hoffnung. „Ich habe im letzten Jahr nicht aufgegeben. Und ich werde auch jetzt nicht aufgeben. Ich gebe nie auf. Einfach kann jeder.“

          Die Demontage in Frankfurt wurde eingeleitet durch die frühe Rote Karte von Jérôme Boateng. Der Weltmeister von 2014 hatte sich erst bei einem Pass verschätzt und foulte dann Gonçalo Paciência dicht vor dem Strafraum. „Nach acht Minuten wurde alles, was wir uns vorgenommen haben, über den Haufen geworfen“, klagte Kovac. „Wenn du über 80 Minuten in Unterzahl spielst, ist das hier in Frankfurt schwierig. Wir machen zu viele Fehler.“ Das 1:3 kurz nach der Halbzeit sei der vorentscheidende Wirkungstreffer gewesen. „Wir kommen raus (aus der Pause) und es klingelt nach vier Minuten. Damit war alles gelaufen.“

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