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Niko Kovac beim VfL Wolfsburg : „Man muss dem Gegner wehtun“

  • -Aktualisiert am

Bester Laune beim Amtsantritt: Niko Kovac Bild: picture alliance/dpa

Niko Kovac wird als neuer Trainer des VfL Wolfsburg deutlich mehr Disziplin und Einsatzbereitschaft einfordern als sein Vorgänger. Schließlich möchte er mit dem VfL künftig wieder um Titel mitspielen.

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          In seiner Wahrnehmung war das ein kleines und süßes Blitzlichtgewitter. Lediglich ein gutes Dutzend Kameramänner und Fotografen stand am Montagmittag vor ihm, um klickend und surrend etwas Besonderes einzufangen. Dass Niko Kovac beim VfL Wolfsburg seinen Dienst als neuer Cheftrainer angetreten hat, sorgt im Niedersächsischen für leichten Trubel. Bundesweit regt die Personalie eher zum Nachdenken an.

          Was genau möchte der frühere Trainer der kroatischen Nationalmannschaft und des FC Bayern München eigentlich in Wolfsburg? „Ich habe das Gefühl, dass ich hier gebraucht werde und willkommen bin“, erklärt der Mann, auf dem viele Hoffnungen ruhen. Kovac kehrt nach zweieinhalb Jahren Abstinenz und einem Abstecher zum AS Monaco in die Fußball-Bundesliga zurück. Um es freundlich zu formulieren: Er steigt im Vergleich zum FC Bayern in Wolfsburg mindestens eine Etage tiefer wieder ein.

          „Haben hier alles Nötige“

          Seine Ansagen sind immer noch sehr mutig und selbstbewusst. Kovac lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich aus guten Gründen dem VfL Wolfsburg angeschlossen hat. „Wir haben hier alles Nötige, was ein Spitzenklub haben kann und muss.“

          Kovac möchte mit den Wolfsburgern sogar um Titel mitspielen oder zumindest den Gedanken an einen Titelgewinn fest installieren. „Wenn man nicht daran glaubt, wird man nichts erreichen“, findet der erfahrene Spieler und Trainer.

          Es lässt sich schon jetzt erahnen: Kovac wird deutlich mehr Disziplin und Einsatzbereitschaft als sein Vorgänger Florian Kohfeldt einfordern. In der vergangenen Saison war der VfL Wolfsburg zwischenzeitlich sogar in sportliche Not geraten, weil es an einem guten Miteinander gefehlt hatte. Letztlich war Kohfeldt auch daran gescheitert.

          „Müssen eine Einheit sein“

          Die neue Ära in Wolfsburg beginnt für die Spieler mit ausführlichen medizinischen Untersuchungen und einer Überprüfung ihrer Fitness. Natürlich rücken dabei etablierte Profis wie Max Kruse in den Fokus. Der Offensivkünstler muss sich immer wieder nachsagen lassen, dass sein Spielstil von deutlich mehr Cleverness als Physis lebt. Ob das unter Kovac ein Problem werden könnte, gehört zu den spannenden Fragen der kommenden Wochen.

          Kovac klingt so, als ob er keinerlei Lust verspüre, auf das Alter oder die Eigentümlichkeiten einzelner Spieler Rücksicht zu nehmen. Ihm geht es einzig und allein um Qualität. „Ich möchte niemanden hervorheben. Das Entscheidende ist: Wir müssen eine Einheit sein“, sagt er. Im Umgang mit Kruse – der zu den mit Abstand kniffligsten Personalien in Wolfsburg zählt – wird sich schnell zeigen, wie geradlinig Kovac seinen Weg geht.

          Aus Sicht des VfL Wolfsburg hat sich mit der Verpflichtung von Kovac, der sich bis zum 1. Juli 2025 an den Verein gebunden hat, eine erstklassige Chance für einen Neuanfang ergeben. Der neue Vordenker an der Seitenlinie beschert dem vom Volkswagen-Konzern finanzierten Verein ein Höchstmaß an medialer Wahrnehmung und die Chance auf mehr Stadionbesucher.

          Die Fans in Wolfsburg sehnen sich nach Spektakel. Die Vereinsführung will mehr Kontinuität auf der Position des Cheftrainers. Beides könnte mit dem prominenten Kovac klappen. Im Alter von 50 Jahren gilt der frühere Vordenker von Eintracht Frankfurt (2017 bis 2019) als eine gute Mischung aus Bewahrer und Erneuerer.

          Kovac möchte in Wolfsburg eine auf Dominanz ausgerichtete Spielstrategie einführen. „Abwarten, zurückhalten – damit wird man in der Bundesliga wenig Spiele gewinnen können. Man muss dem Gegner schon wehtun und ihn intensiv bearbeiten“, meint Kovac. Damit das klappt, wird von den Wolfsburger Spielern viel Fitness und Leidensbereitschaft erwartet.

          Über Quervergleiche zu seinem Wolfsburger Vorgänger Felix Magath und dessen harten Trainingsmethoden lächelt der Kroate milde. Aber dass es unter seiner Regie ähnlich anstrengend in der Saisonvorbereitung und im Trainingsalltag werde könnte, darüber lässt er genüsslich spekulieren.

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