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Niko Bungert : „Fußballprofi? Das schien mir nie realistisch“

Ungewöhnlicher Innenverteidiger: Niko Bungert (links, im Zweikampf mit dem früheren Teamkollegen Adam Szalai) spielte trotz schmaler Statur elf Jahre bei Mainz 05 als Innenverteidiger. Bild: dpa

Niko Bungert hat elf Jahre für Mainz 05 gespielt. Am Samstag endet seine Laufbahn im Spiel gegen Hoffenheim. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger spricht im Interview über falsche Namens-Schreibweisen, schmale Statur und Bodenständigkeit.

  • -Aktualisiert am

          Sie sind jetzt elf Jahre im Geschäft, trotzdem wird Ihr Vorname manchmal noch fälschlich mit „c“ geschrieben. Finden Sie es beruhigend, dass das auch Bayern-Trainer Niko Kovac manchmal passiert?

          Da bin ich relativ uneitel. Ich glaube, es ist auch eher exotisch, Niko mit „k“ zu schreiben. Es wird für viele an der Stelle jetzt auch überraschend sein, dass mein Name eigentlich Nikolas ist, nicht Niko…

          ... damit kommen Sie nach elf Jahren...

          …ja, das habe ich lange verheimlicht.

          Empfinden Sie Ihre Vereinstreue als außergewöhnlich?

          Für mich war es nie so außergewöhnlich. Aber ich habe jetzt gehört, dass ich in der Bundesliga nach Franck Ribéry und Fabian Lustenberger der Spieler mit der drittlängsten Vereinszugehörigkeit bin. Daran merkt man dann schon, dass so etwas heute nicht mehr ganz gewöhnlich ist. Und wenn ich auf ältere Mannschaftsposter schaue, denke ich manchmal schon: Das ist der Wahnsinn, was in so kurzer Zeit da durchgeht. Manchmal sind es in einer Wechselperiode zehn bis zwölf Spieler, die den Verein verlassen. Und dann guckst du auf ein Poster von vor drei Jahren und siehst gerade eine Handvoll Spieler, die heute immer noch da sind. Von meinem ersten Tag in Mainz sind selbst aus dem Funktionsteam nur noch Stephan Kuhnert, Physio Stefan Stüwe, natürlich Walter Notter und Axel Busenkell übrig.

          Sie haben in dieser Saison sechsmal auf dem Platz gestanden, am Samstag gegen Hoffenheim kommt zum Saisonabschluss vermutlich das siebte Mal dazu. Sie hatten einen tollen Auftritt im wichtigen Heimspiel gegen den SC Freiburg. Ist das für Sie ein zufriedenstellender Abschluss?

          Da sind gemischte Gefühle. Natürlich ist es eine Verbesserung gegenüber der vorigen Saison, als ich ein ganzes Jahr kaum einsatzfähig war. Dagegen war das jetzt ein Schritt nach vorne. Auf der anderen Seite gab es lange Phasen, in denen ich das Gefühl hatte, gut drauf zu sein, und in denen es aus meiner Sicht nicht verkehrt gewesen wäre, mich in der Startelf zu sehen. Da wäre sicher das eine oder andere Spiel mehr möglich gewesen. Aber ich bin keiner, der versucht, die negativen Aspekte in den Vordergrund zu stellen, egal ob mit Blick auf diese Saison oder meine gesamte Karriere. Ich bin froh, dass ich die ganze Zeit als Fußballprofi verbringen durfte, ich bin froh über das erwähnte Freiburg-Spiel, das für mich sehr besonders war. Insofern kann ich im Großen und Ganzen mit einem guten Gefühl abtreten.

          „Im Endeffekt gab es immer viele gute Gründe, in Mainz zu bleiben, und die haben überwogen“

          Sandro Schwarz hat gesagt, er werde am Samstag keine Einsatzzeiten verschenken, sondern nach Leistung aufstellen. Sehen Sie die Chance auf einen Startelfeinsatz?

          Es ist wie in allen Spielen so, dass ich gerne auf dem Platz stehen würde. Und natürlich wäre es schön, beim letzten Mal aus dem Kabinengang zukommen und in der Startelf zu sein. Das wäre etwas Besonderes.

          War es für Sie jemals ein Thema, den Verein noch mal zu wechseln, oder stand das nicht mehr zur Disposition?

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