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Niko Bungert : „Fußballprofi? Das schien mir nie realistisch“

  • -Aktualisiert am

Sie steigen jetzt ein im Verein. Wie gehen Sie Ihr Traineeprogramm an?

Ich gehe das ganz offen an. Sicherlich gibt es Dinge, die ich mir eher vorstellen kann als andere, aber ich will nach 15 Jahren als Fußballer erst mal möglichst neugierig an die Sache herangehen. Ich möchte mich nicht vorher festlegen und dadurch selbst beschränken. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Weg gehen kann, für den sich nicht zuletzt Sportvorstand Rouven Schröder sehr dafür eingesetzt hat.

Sie haben auch ein Studium abgeschlossen?

Ja, ein zweijähriges Fernstudium Fußballmanagement. Es ist aber schon ein paar Jahre her.

Thomas Tuchel sprachen Sie bereits an. Fiebern Sie bei seinen Erfolgen mit nun viel größeren Klubs oder auch bei Jürgen Klopp mit, weil das auch ein Stück Mainz 05 ist?

Zwischen Mainz und Jürgen Klopp besteht eine emotionale Bande. Das empfinde ich auch mit. Als wir kürzlich als Mannschaft eine Werbetour durch Mainzer Kneipen gemacht haben, war das zufälligerweise genau an dem Abend, als Klopp mit Liverpool Barcelona 4:0 geschlagen hat. Da spürte man, wie sehr Mainz mit ihm mitfiebert. Viele saßen da in Liverpool-Trikots. Die ganze Stadt und der Verein sind da schon stolz drauf, was mit ihm passiert. Es ist einfach klasse, dass zwei Trainer wie Klopp und Tuchel in Mainz das Laufen gelernt haben.

Sie sind ein bodenständiger Spieler geblieben. Sehen Sie Gefahren, dass der Sport aus den Fugen gerät mit den immer verrückteren Transfersummen und Gehältern?

Für mich ist es kein Problem, dass im Fußball hohe Gehälter gezahlt werden. Das muss man nicht anprangern, weil nun einmal viel Geld im Fußball steckt, weil er halt so beliebt ist. Mit ist es aber wichtig, dass die Spieler und alle, die davon profitieren, das richtig einschätzen und es auch als Privileg empfinden. Alle müssen wissen, dass es Menschen gibt, die viel härter für viel weniger Geld arbeiten müssen. Diese realistische Sicht sollte sich jeder bewahren und menschennah am Boden bleiben.

Sie haben sich in der Beziehung um nichts gedrückt. Wenn Mainz 05 eine soziale Aktion veranstaltet hat, waren Sie dabei, egal ob es um Obdachlose oder kranke Kinder ging. Spüren Sie eine besondere Verantwortung?

Mit solchen Aktionen und durch unsere Bekanntheit kann man viel erreichen. Da geht es ja auch nur um eine oder zwei Stunden, mit denen man viele Menschen glücklich machen kann. Wir werden schließlich auch gut bezahlt als Profis. Dann sollte man auch so viel Verantwortungsgefühl zeigen, dass man diese Dinge gerne tut.

Haben Sie eine Überschrift für Ihre Karriere?

Für mich war es, ehrlich gesagt, lange Zeit eine Überraschung, dass ich es in die Bundesliga geschafft habe. Ich habe zwar schon als Kind immer in Freundebücher geschrieben: „Mein großer Traum ist Fußballer zu werden“. Aber ich habe das nie wirklich als realistisch angesehen. Irgendwas muss ich dann wohl auch richtig gemacht haben.

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