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2:2 gegen Freiburg : Der VfB verpasst den Befreiungsschlag

  • -Aktualisiert am

Nicht zu fassen: Der VfB-Spieler Marc-Oliver Kempf nach dem Ausgleich. Bild: Imago

Die badische Provinz ärgert die Landeshauptstadt: Ein später Ausgleichstreffer von Florian Niederlechner raubt dem VfB Stuttgart den Sieg. Mario Gomez erlebt weder Anpfiff noch Abpfiff auf dem Platz.

          Wenigstens das Finale dieses von Kampf und Krampf gekennzeichneten baden-württembergischen Derbys hatte was. Nachdem der Bundesliga-Dreizehnte SC Freiburg durch ein frühes Tor von Haberer (4. Minute) lange 1:0 beim VfB Stuttgart geführt hatte, schienen die Schwaben das Spiel durch die Treffer von Insua (75.) und Didavi (83.) schon gedreht zu haben, ehe in der vierten Minute der Nachspielzeit Niederlechner für den Sportclub das Tor zum 2:2-Endstand erzielte.

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          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Zu den Turbulenzen in der Schlussphase passte auch die Gelb-Rote Karte, die dem ehemaligen Stuttgarter Nationalspieler Mario Gomez vorgehalten wurde (89.). Es war sein erster Platzverweis. Bis dahin war von dem erst zur zweiten Halbzeit eingewechselten Mittelstürmer nichts Nennenswertes zu sehen. Für Stuttgart, das von den letzten 18 Spielen gegen die Freiburger nur zwei verloren hat, änderte sich wenig an der misslichen Tabellensituation. Der VfB bleibt Sechzehnter mit drei Punkten Abstand zum FC Augsburg und sieben zum SC Freiburg.

          VfB-Trainer Markus Weinzierl konnte die beiden Gelben Karten für Gomez (85./89.), die Schiedsrichter Aytekin nach zwei Kopfballduellen jeweils wegen eines Ellbogenschlags zückte, nicht nachvollziehen. „Ich fand die Entscheidung zu hart“, sagte er über die Szene, nach der die Partie noch einmal kippte. „Wenn wir bis zur 95. Minute mit Elf gegen Elf spielen, gewinnen wir das Spiel definitiv“, lautete das Glaubensbekenntnis des aufgewühlten Stuttgarter Fußballlehrers: „Wir sind sehr enttäuscht, die Punkte noch hergegeben zu haben.“

          Schnelle Führung für Freiburg

          Auf der anderen Seite wollte dessen Kollege Christian Streich nicht explizit über eine Szene aus der 57. Minute reden, in der der französische Weltmeister Pavard, nach wochenlangem Fehlen wegen eines Muskelbündelrisses in die Stuttgarter Elf zurückgekehrt, den Freiburger Schlotterbeck weggeschubst hatte und dafür die Gelbe Karte sah (57.). Streich hatte in diesem Moment noch einen Tritt Pavards gesehen – eine Beobachtung, die nicht viele mit ihm teilten. Mit dem Ergebnis zeigte sich Streich aber beim Blick auf den Freiburger Last-Minute-Treffer zufrieden. „Das 2:2 ist okay, unsere Moral war super. Wir hätten aber früher auf 2:0 erhöhen können, wenn wir etwas ruhiger gespielt hätten. Zum Glück haben wir das Spiel aber nicht verloren.“

          Freiburger Führung: Janik Haberer trifft. Bilderstrecke

          Die Begegnung hatte kaum angefangen, da lagen die Badener durch Haberers Flachschuss nach Petersens intelligentem Rückpass schon vorn. Die Stuttgarter schienen lange wie paralysiert von diesem frühen Rückstand. Erst nach der Pause kam dann endlich der personifizierte Sportclub-Albtraum Gomez anstelle des unscheinbaren Donis beim VfB zum Zuge. Seine furchteinflößende Visitenkarte: 12 Tore in 12 Einsätzen gegen Freiburg. Am Sonntag aber mutete der 33 Jahre alte Mittelstürmer eher wie ein Schattenmann an. Er fiel nur durch die Karten, die ihm Aytekin vor Augen hielt, auf.

          Nicht Gomez erzielte den glücklichen Ausgleich für die nun zumindest bemühten Schwaben, sondern der argentinische Linksverteidiger Insua, der schon im Hinspiel getroffen hatte. Torhüter Schwolow besaß bei dessen Rechtsschuss keine Abwehrchance. Erst recht nicht bei Didavis überlegtem Abschluss zum 2:1 für den VfB. Für die Schlusspointe sorgten dann die Freiburger, die dank Niederlechners Geistesgegenwart nach Gondorfs Vorarbeit noch ausgleichen konnten. „Zum Glück bin ich da gestanden“, kommentierte Niederlechner sein Tor.

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