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1:2 in Wolfsburg : Mönchengladbach verliert die Tabellenführung

  • -Aktualisiert am

Ein Treffer, der zum Verlust der Tabellenführung beiträgt: Der Mönchengladbacher Torwart Yann Sommer kann Schlagers Schuss nicht abwehren. Bild: dpa

Schon wieder erwischt es die Borussia in der Nachspielzeit: Wolfsburg bezwingt Mönchengladbach dank eines späten Treffers von Maximilian Arnold. In der Tabelle zieht RB Leipzig vorbei.

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          Das Ende des Höhenfluges war ein schmerzhaftes. Zehn Wochen lang durfte Borussia Mönchengladbach an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verweilen. Für die Ablösung am 15. Spieltag sorgte ein 1:2 beim VfL Wolfsburg, das zudem mit so mancher Blessur in Erinnerung bleibt. Denn der Rückschlag war mit verbissenen und hart geführten Zweikämpfen verbunden, wobei es die Mehrheit der Regelwidrigkeiten auf Wolfsburger Seite zu verzeichnen gab. Die Niedersachsen waren beherzt aufgetreten und schon nach 13 Spielminuten durch einen Treffer des Österreichers Xaver Schlager in Führung gegangen. Dass Gladbach postwendend der Ausgleich durch Breel Embolo gelang, reichte nicht. In der Nachspielzeit erzielte Maximilian Arnold den Siegtreffer für den VfL Wolfsburg und besiegelte damit die endgültige Beförderung von RB Leipzig an die Tabellenspitze.

          Bundesliga

          „Das war von der ersten Minute an ein engagierter Auftritt von uns. Wenn man die 90 Minuten Revue passieren lässt, hatten wir ein Chancenplus und haben deshalb am Ende verdient gewonnen“, sagte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer kurz nach dem Abpfiff bei Sky und Borussia-Torwart Yann Sommer räumte ein: „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht unsere beste Leistung gezeigt.“

          Kurz nach Spielbeginn war bereits sichtbar geworden, was sich der VfL Wolfsburg vorgenommen hatte. An der Seitenlinie stand Torjäger Wout Weghorst und ließ sich eine Trinkflasche reichen, um sich den Inhalt bei acht Grad Außentemperatur über den eigenen Kopf zu kippen. Wer so agiert, hat keine Lust, im Duell mit dem bisherigen Tabellenführer klein beizugeben. Was Weghorst und seine Wolfsburger Teamkollegen im Heimspiel gegen Gladbach zeigten, war eine Mischung aus solidem Spielwitz und resoluter Angriffslust. Im Minutentakt ging ein Gladbacher zu Boden und verspürte Schmerzen. Der Respekt vor einer Gladbacher Mannschaft, die in der Vorwoche noch den FC Bayern München 2:1 besiegt hatte, hielt sich in überschaubaren Grenzen.

          Spaß an der Offensive

          Was den VfL aus Wolfsburg und die Borussia aus Mönchengladbach eint, ist die Sehnsucht nach einer tragenden Rolle im nationalen und internationalen Fußball. Dass beide Vereine durchaus gehobenes Niveau erreichen können, zeigte sich im direkten Duell vor 25 580 Zuschauern. Drei Tage nach dem bitteren Ausscheiden in der Europa League gegen Basaksehir Istanbul waren die Gladbacher erhobenen Hauptes in Wolfsburg angetreten. Dem frühen Rückstand folgte innerhalb von 86 Sekunden der Ausgleich. So tritt in der Regel ein Team auf, das trotz einer bitteren Erfahrung noch an sich glaubt.

          Der Gladbacher Offensive mit Alassane Plea, Marcus Thuram und Embolo zuzusehen, macht schlichtweg Spaß. Das Trio stellte die Wolfsburger Defensive immer wieder vor Probleme oder provozierte Fouls. Aber es fehlte an der letzten Konsequenz und der nötigen Puste, um sich mit weiteren Toren in Szene zu setzen. Plea verpasste in der 54. Spielminute noch die beste Gelegenheit zu einem zweiten Treffer; er scheiterte am routinierten Wolfsburger Torhüter Koen Casteels.

          Die Suche nach einem Störenfried, der die Hierarchie der Bundesliga auf den Kopf stellt und zumindest temporär den FC Bayern als Titelanwärter Nummer eins ablöst, bleibt ein mühsames Unterfangen. Unter der Regie des neuen Cheftrainers Marco Rose spielt Gladbach oft mutig auf. Aber eine Dienstreise wie die nach Wolfsburg belegt eben auch, warum es für die Borussia schwierig wird, sich auf Dauer an der Tabellenspitze zu tummeln. Es fehlt noch an der nötigen Konstanz über die volle Spieldistanz. Immer wieder kamen die aufmüpfigen Wolfsburger zu guten Gelegenheiten. Die Freude darüber, in der Europa League die K.o.-Phase erreicht zu haben, wurde in eine beherzte Darbietung umgemünzt. Dass es auf den letzten Drücker sogar noch zu einem Heimsieg des vermeintlichen Außenseiters reichte, ist verdient. In der Schlussphase war der VfL Wolfsburg durchgängig am Drücker und besaß gute Torchancen in Serie. Arm in Arm gingen die siegreichen Profis vom Platz und ließen sich für ihren Kraftakt feiern.

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