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Bundesliga-Neustart : Rätselraten um Einbruch der Sportschau-Quoten

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Jessy Wellmer ist eine der Moderatorinnen der ARD-Sportschau. Bild: Picture-Alliance

Zwei Monate war die Fußball-Bundesliga unterbrochen. Mitte Mai ging es wieder los. Das Interesse der TV-Zuschauer an der ARD-Sportschau aber ist nicht mehr so groß wie vor der Pause. Woran liegt das?

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          Nach mehr als zwei Monaten Pause begann die Fußball-Bundesliga nach der Corona-Zwangspause wieder mit ihrem Spielbetrieb. Die Lust der Fans an den Geisterspielen scheint aber nicht enorm zu sein. Die Zuschauerzahlen der „Sportschau“ sind seit dem Neustart kontinuierlich gesunken. Zuletzt wollten nur noch 3,30 Millionen Menschen den Sport-Klassiker in der ARD am Samstag sehen.

          Bundesliga

          „Wir merken im Moment einen erkennbaren Rückgang des Interesses“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky der Deutschen Presse-Agentur. Die erste „Sportschau“ nach der Corona-Pause mit ihren Spiel-Zusammenfassungen hatten im Schnitt 4,11 Millionen Fans gesehen, die zweite 3,77 Millionen, obwohl an beiden Tagen die Live-Konferenzschaltung am Nachmittag beim Pay-Sender Sky ausnahmsweise frei zu empfangen war. Vor der Corona-Krise lag der Durchschnitt der „Sportschau“ mit 4,81 Millionen deutlich höher.

          Die Marktanteile der Sendungen nach dem Neustart rutschten jeweils unter 20 Prozent – rund fünf Prozentpunkte weniger als vor der Zwangspause. „Wir hatten auch bei den beiden Sendungen während der vergangenen Woche, insbesondere am Mittwoch, weniger Zuschauer als sonst in der Regel bei englischen Wochen – und das trotz des Dortmund-Bayern-Spiels. Das ist sehr schade“, kommentierte Balkausky.

          Über die Ursachen wird bei der ARD noch gerätselt. „Ich weiß nicht, ob das nicht so herausragende Zuschauerinteresse auch Protest ist“, sagte der Sport-Koordinator. „Aber Fußball ist einigen Menschen im Moment anscheinend nicht so wichtig wie sonst.“ Nach dem Neustart hatte es allgemein viele kritische Stimmen gegeben zur Rolle des Profifußballs, der in der Krise seinen Spielbetrieb wieder aufnahm. Auf der anderen Seite freuten sich viele Fans aber auch, dass es nach der Pause endlich wieder Live-Sport zu sehen gab.

          Der Sportmedien-Experte Kay Dammholz sagte dem Internetportal „Sportbuzzer“: „Das Wetter ist gut, und die Menschen sind fernsehmüde, nachdem sie wochenlang vor den Bildschirmen verbracht haben.“ Der ehemalige DFL- und DAZN-Manager geht „allerdings nicht davon aus, dass der Quoten-Rückgang der 'Sportschau' dauerhaft anhält“.

          Das bewiesen auch die Zahlen von Sky. Die Option der frei empfangbaren Bundesliga-Konferenz an den ersten beiden Spieltagen nach dem Neustart nutzten sehr viele Zuschauer. Mehr als sechs Millionen Menschen schauten insgesamt am ersten Samstag (16. Mai) zu. Das waren rund doppelt so viele Zuschauer wie im Pay-TV vor der Unterbrechung. Zuletzt pendelte sich die Zahl der Zuseher um die drei Millionen ein – ein Wert wie ihn Sky auch vor der Pause aufwies. Das Topspiel zwischen dem FC Bayern und Düsseldorf am vergangenen Samstag etwa sahen 1,03 Millionen Fans, die Einzelspiele am Nachmittag inklusive Konferenz 1,11 Millionen. Das ist Normalniveau.

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