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0:2 in Hannover : Neue Spieler, altes Bild beim HSV

  • Aktualisiert am

Am Ende seines Lateins? HSV-Trainer Mirko Slomka wirkt ratlos Bild: dpa

Der HSV bleibt tor- und sieglos: Nach dem 0:2 in Hannover ist der Traditionsklub Tabellenletzter der Bundesliga. Die Niedersachsen setzen derweil ihre Erfolgsserie fort.

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          Es war ein böser Spruch, der rund um das Stadion öfter zu hören war, gerichtet an die Adresse Mirko Slomkas: „Bleib doch gleich hier!“ Der unter Druck stehende Trainer des Hamburger SV hat seinen Familienwohnsitz seit vielen Jahren in Hannover. Sicher wird Slomka auch nach dem 0:2 seiner Mannschaft am Sonntagabend gegen Hannover 96 mit gen Norden gefahren sein; wie lange er den HSV aber noch anleiten darf, ist fraglich.

          Die in großem Stil umgestellte Mannschaft enttäuschte vor allem in der ersten Halbzeit und bleibt in dieser Bundesliga-Saison sieglos. Am meisten scheint noch für Slomka zu sprechen, dass der nächste Gegner am Samstag Bayern München heißt und für einen möglichen Nachfolger einen unglücklichen Start darstellte.

          „Dass da Kritik aufkommt, ist ja selbstverständlich, das verstehen wir alle“, meinte Slomka nach der Pleite bei seinem früheren Verein und versprach: „Wir machen’s besser. Wir haben es in der zweiten Halbzeit auch schon besser gemacht.“ Und: „Wir müssen die Unruhe von außen, die sicher noch kommen wird, abprallen lassen.“ Die Reaktion von HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer sprach Bände: „Ich sage nichts.“ Und Verteidiger Dennis Diekmeier meinte: „Jeder will, auch die Neuen wollen. An den Torhütern hat es nicht gelegen.“

          Zwang zum Umbau

          Einerseits will die HSV-Führung um Vorstand Dietmar Beiersdorfer den Trainer nicht schon wieder tauschen. Andererseits braucht das Team offenbar mehr frische Impulse als neue Spieler. Gleich acht neue Profis hatte Slomka am Sonntag in die Partie geschickt, zudem René Adler aus dem Tor genommen und Jaroslav Drobny hineinbefördert.

          Nur selten in der Überzahl: Der HSV bei der Rudelbildung
          Nur selten in der Überzahl: Der HSV bei der Rudelbildung : Bild: dpa

          Etwas anderes war Slomka auch gar nicht übrig geblieben, denn sowohl der Aufsichtsrats- als auch der Vereinschef hatten ihn zum Umbau aufgefordert. Also kamen Cleber, Holtby, Ostrzolek, Müller und Green zu ihrem ersten HSV-Einsatz. Auch Stieber und Behrami sind ja erst seit kurzem dabei. Slomka ging gezwungenermaßen ins Risiko, und vielleicht zahlt er bald den Preis dafür. Meint man es ernst mit ihm, müsste man ihm allerdings noch ein paar Wochen Zeit geben, bis die Leistungsfähigkeit dieser Mannschaft stichhaltig zu beurteilen ist.

          Holtby und Behrami vor der Abwehr

          Die Hoffnung, dass der HSV sofort widerstandsfähig sein würde, zerbrach schon nach zwei Minuten und acht Sekunden. Da hatte Slomkas ehemaliger Klub die Hamburger zweimal düpiert und beinahe die Führung erzielt. Hinten wackelte sich der HSV durch die Anfangsphase, nach vorn sah es phasenweise ganz ordentlich aus. Der Findungsprozess auf dem Spielfeld war aber in beinahe jeder Szene zu sehen. Gerade die linke Abwehrseite mit Cleber und Ostrzolek hatte große Schwierigkeiten.

          Hannoveraner Führung: Leon Andreasen köpft ein
          Hannoveraner Führung: Leon Andreasen köpft ein : Bild: dpa

          Vor der Abwehr waren Holtby und Behrami damit beschäftigt, Löcher zu stopfen – so gab es kaum einen durchdachten Spielaufbau. Für Julian Green wirkte die Bundesliga gleich zwei Nummern zu groß. Allerdings ist das alles auch nicht sehr ungewöhnlich für ein Team, in dem keiner den Nebenmann wirklich kennt.

          Die eingespielten Hannoveraner ihrerseits schlugen zu, als ihnen die nächsten Chancen auf dem Silbertablett geliefert wurden. Miiko Albornoz hatte bei seiner Flanke alle Zeit der Welt und fand in der Mitte den Kopf Leon Andreasens – 1:0 für Hannover in der 13. Minute. Zwölf Minuten später stocherte Artur Sobiech den Ball über die Linie, nachdem ihn kein Hamburger wirkungsvoll stören konnte.

          Hannover hatte in Albornoz, Joselu und Kiyotake nur drei Sommereinkäufe in der Startelf, und das sah man auch. Das Gerüst in Trainer Tayfun Korkuts Mannschaft steht, dass sie heimstark ist, weiß man seit Jahren, und wenn dann die Tore noch so leicht fallen, kann man kaum noch etwas falsch machen.

          Zur zweiten Halbzeit brachte Slomka in Artjoms Rudnevs einen zweiten Angreifer neben Pierre-Michel Lasogga. Und gleich danach hätte Nicolai Müller das 2:1 erzielen müssen. Doch der Zugang aus Mainz schoss freistehend neben das Tor. Hamburg hatte sich gefangen, weil auch Hannover etwas nachließ. Rudnevs tat es Müller in der 66. Minute nach, als er Stiebers Hereingabe übers Tor setzte. Eine ordentliche zweite Halbzeit, das war alles, was der HSV von der zweiten Saisonniederlage mitbrachte.

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