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Start der Bundesliga : Warum die neue Saison besonders wird

Die Frage nach dem Meister könnte wieder gleich beantwortet werden, dennoch wird die Bundesliga-Saison besonders. Bild: picture alliance / SvenSimon

Der Meister von 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021 und 2022 wird wohl auch der von 2023. Trotz der Bayern-Dominanz sollten die Fans neugierig sein auf die neue Bundesliga-Saison.

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          Es ist wirklich langweilig zu schreiben, wie langweilig die Bundesliga ist. Doch was will man machen? Der Meister von 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021 und 2022 hat in der Sommerpause plötzlich mindestens 137,5 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben.

          Bundesliga

          Klar, Robert Lewandowski, der Weltfußballer, spielt nicht mehr für den FC Bayern München, aber: An der strukturellen Spannungslosigkeit in der deutschen Liga dürfte sich dauerhaft nichts ändern, solange es keinen signifikanten Eingriff in das Geld- oder Spielsystem gibt. Oder eben eine europäische Super League.

          An diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, bei Sat.1 und DAZN) fängt in Frankfurt aber die sechzigste Saison der guten alten Bundesliga an. Die Eintracht erwartet den Meister aus München. Und auch wenn deren CEO Oliver Kahn wahrscheinlich schon einen NFT der nächsten Weißbierdusche entwerfen kann, sollte man als Fußballfan mindestens neugierig sein. Es deutet zwar alles darauf hin, dass der FC Bayern wieder deutscher Meister wird. Es deutet aber auch alles darauf hin, dass wenigstens der Weg dorthin ein anderer wird.

          An den Elite-Standorten der Bundesliga hat sich einiges getan. In München gibt es den Trainer Julian Nagelsmann, der seinen Sturm (ohne den Weltspieler Robert Lewandowski, dafür mit dem Weltspieler Sadio Mané) sowie seine Herangehensweise anpassen muss und will. In Dortmund gibt es den Trainer Edin Terzić, der den Besten (Erling Haaland) verloren, aber viele Gute (Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Karim Adeyemi) gewonnen hat – und vor allem vorführen muss, dass er nicht nur als Menschenfänger, sondern auch als Fußballtrainer für die Aufgabe geeignet ist.

          In Leverkusen gibt es das Supertalent Florian Wirtz, das sich von einem Kreuzbandriss erholt. In Leipzig gibt es einen Klub, der die Grenzen seiner Möglichkeiten noch nicht erreicht hat. Und in Frankfurt gibt es Mario Götze.

          So startet die Bundesliga in eine besondere Saison. Wegen der Weltmeisterschaft in Qatar im November und Dezember. Aus sportlicher Sicht wird man in den nächsten Wochen und Monaten daher nicht nur sehen, wo die deutsche Nationalmannschaft steht, sondern auch die deutsche Liga, die in den Nachwuchsleistungszentren der Klubs Talent für Talent ausbildet, aber im internationalen Vergleich trotzdem ein Underperformer ist. Und über die sportpolitische Sicht wird mit Blick auf die Bundesliga und Qatar sowieso noch zu sprechen sein.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

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