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Nationalspieler in Liga zwei : Podolski als Vorbild - Neuville hofft auf die EM

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Das waren Zeiten: Jubel nach dem 1:0 gegen Polen Bild: picture-alliance/ dpa

Bei der WM hat sich Neuville durch sein Tor gegen Polen in die Herzen der deutschen Fans geschossen. Doch ob der Gladbacher Stürmer auch zur EM mit darf, ist längst nicht sicher. Tore heute im Pokal gegen Bayern wären beste Werbung in eigener Sache.

          Als wäre er nie weg gewesen: Beim Fitness-Check der Fußball-Nationalmannschaft in Köln musste Oliver Neuville viele Hände schütteln, auch bei der von Bundestrainer Joachim Löw inszenierten „Einstimmung“ auf das Projekt Europameisterschaft 2008 in Berlin vor wenigen Wochen, gehörte der Mönchengladbacher zum erlauchten Kreis der rund 30 Kicker, die im kommenden Sommer in Österreich und der Schweiz die dann schon ein Dutzend Jahre andauernde Titelflaute der DFB-Elf beenden soll.

          Die Signale aus der Frankfurter DFB-Zentrale machen Oliver Neuville Hoffnung, denn der mit der Erfahrung von 65 Länderspielen und zwei Weltmeisterschaften ausgestattete Angreifer will es noch einmal wissen: „Es wäre wunderbar, wenn ich bei der EM dabei sein könnte.“

          Die Tatsache, dass der 1,71 Meter große Stürmer derzeit mit Absteiger Borussia Mönchengladbach nur in der Zweiten Bundesliga spielt und bei EM-Beginn schon 35 Jahre alt sein wird, ist für den Nationalspieler im Wartestand kein Problem: „Es zählt nur die Leistung“, sagt der im schweizerischen Gamborgno geborene Angreifer. An diesem Mittwoch kommt es im DFB-Pokal zum Klassiker gegen den FC Bayern München (20.30 Uhr, im FAZ.NET-Liveticker).

          Dieser Treffer machte ihn zu einem deutschen WM-Helden

          Vorerst letztes Länderspiel im November 2006

          Er arbeitet am Niederrhein mit Hochdruck an seinem Comeback im Nationaltrikot. Fünf Treffer, alle im heimischen Borussia-Park erzielt, und drei Vorlagen stehen auf der Habenseite Neuvilles nach dem elften Spieltag. Nicht zuletzt dank dieser Bilanz und des guten Zusammenspiels mit dem bereits neunmal erfolgreichen Sturmkollegen Rob Friend grüßt die Borussia die Konkurrenz von Tabellenplatz eins.

          Am 15. November 2006 beim mühsamen 1:1 auf Zypern bestritt Neuville sein vorerst letztes Länderspiel, danach folgte eine lange Leidenszeit im Anschluss an eine Adduktoren- und Leistenoperation. Ganze 68 Minuten in der Bundesliga, verteilt auf drei Spiele, schaffte der Gladbacher in der Rückrunde der abgelaufenen Saison. Die Borussia stieg ab.

          „Kein Grund, warum ich das nicht auch schaffe“

          Doch für Neuville ist eine Europameisterschaft in seinem Geburtsland Schweiz noch einmal eine besondere Motivation, zumal der dribbelstarke Stürmer auch von Bundestrainer Joachim Löw Rückendeckung erfährt: „Gerade Oliver Neuville hat bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 gute Leistungen geboten, deshalb beobachten wir ihn weiter intensiv, und wenn er in Mönchengladbach in guter Form ist, nehmen wir das natürlich wahr.“

          Mit seinem Siegtreffer zum 1:0 unmittelbar vor dem Schlusspfiff des WM-Vorrundenspiels gegen Polen in Dortmund avancierte Neuville zu einem der Helden des „Sommermärchens“ bei der WM im eigenen Land (Siehe auch: Deutschland gewinnt 1:0 in der Nachspielzeit). So etwas will er noch einmal erleben. Und er lässt nicht gelten, dass er als Zweitliga-Spieler nun schlechtere Voraussetzungen habe. „Der Bundestrainer hat mir gesagt, dass es keine Rolle spielt, dass ich ein Jahr lang in der Zweiten Bundesliga spiele, wenn ich meine Leistung bringe“, sagt Neuville. Er verweist dabei auf das Beispiel seines Gegenspielers aus der Pokalpartie an diesem Mittwoch beim FC Bayern: „Lukas Podolski hat in seinem Zweitliga-Jahr im Vorfeld der WM 2006 auch seine Leistung gebracht und sich anschließend bewährt. Ich sehe keinen Grund, warum ich das nicht auch schaffen sollte.“

          „Im Moment zählt für mich nur Gladbach“

          Doch Neuville ist verletzungsanfällig. Es gab kaum eine Partie in dieser Saison, vor der Gladbach nicht um den Einsatz seines prominentesten Spielers bangte. Mal zwickte der Rücken, mal machte das Sprunggelenk Probleme - so richtig in Gang ist der Kapitän noch nicht gekommen: „Deswegen zählt im Moment für mich nur Gladbach. Hier muss ich meine Leistung bringen, dann kommt der Rest schon von ganz allein.“

          Der „Rest“ könnte eine Nominierung Neuvilles für eines der anstehenden Länderspiele sein. Bundestrainer Joachim Löw könnte angesichts der bereits gesicherten EM-Qualifikation Kandidaten aus dem erweiterten Kreis eine Bewährungschance geben. Das ist auch eine Hoffnung von Neuville. Vielleicht sogar schon im Rückspiel gegen Zypern am 17. November in Hannover. Dann hätte sich der Kreis für Oliver Neuville geschlossen.

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