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Nationale Anti-Doping-Agentur : Noch keine Trainingskontrollen in der Bundesliga

„Wir müssen uns in langsamen Schritten an die Normalität herantasten“, Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada Bild: dpa

Die Doping-Kontrollen wurden in der Corona-Krise im März ausgesetzt. In der Fußball-Bundesliga gibt es derzeit nur Tests nach Spielen. Die Rückkehr zur Normalität kündigt die Nada nun für die zweite Juni-Woche an.

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          Die Profis der Fußball-Bundesliga werden zurzeit im Training noch nicht wieder auf Doping getestet. Zudem haben in den Wochen der Vorbereitung der Neustarts vor zehn Tagen keine Doping-Kontrollen stattgefunden. „Wir müssen uns in langsamen Schritten an die Normalität herantasten“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, Andrea Gotzmann, die am Mittwoch den Nada-Jahresbericht vorstellte. Ihre Organisation bereite „jetzt auch die Mitaufnahme von Trainingskontrollen“ bei den Erst- und Zweitligakickern vor: „Noch sind wir nicht ganz so weit.“ Bislang werden nur nach den Spielen Wettkampfkontrollen genommen.

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          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Die Rückkehr zur Normalität bei der Nada kündigten Gotzmann und Vorstand Lars Mortsiefer am Mittwoch für die zweite Juni-Woche an, nachdem die Kontrollen im Zuge der Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie im März ausgesetzt worden waren. In den vergangenen Wochen haben sich Sportlerinnen und Sportler in „unterer zweistelliger“ Zahl auf freiwilliger Basis am sogenannten „Dried Blood Spot“-Testing beteiligt, bei dem sie sich eine geringe Blutmenge, im Regelfall 0,02 Milliliter, durch Punktion des Oberarms eigenständig entnehmen. Der Versuch soll auch in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, dann mit 50 Freiwilligen, wie Gotzmann ankündigte.

          Mit Blick auf die zeitweise weltweit eingestellte Testtätigkeit und den dadurch entstehenden „Freifahrtschein oder das Paradies für Doper“ sagte Gotzmann, sie sehe mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio „nicht ganz so schwarz“ – sofern „alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, wenn „weltweit die Systeme anlaufen“, Zusatzuntersuchungen, Langzeitlagerungen und Re-Analysen eingesetzt werden: „Voraussetzung ist, dass schnellstmöglich, weltweit ein hoher Standard“ in der Doping-Bekämpfung erreicht werde.

          Mit Blick auf die für Ende August geplante Tour de France der Radprofis, breche nun „eine sehr, sehr wichtige Phase“ an. Auch sie sind in den vergangenen Monaten nicht kontrolliert worden, „da gibt es die Lücken jetzt“, sagte Gotzmann. Sie setze darauf, mit Blick auf Veränderungen im biologischen Athletenpass Doper überführen zu können.

          2019 erhob die Nada 12.910 Trainings- und Wettkampfkontrollen, nahm 17.498 Proben, zu rund drei Vierteln Urin-, zu einem Viertel Blutproben, und registrierte dabei 82 Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. 24 Verfahren wurden eingeleitet, 16 Sanktionen ausgesprochen, von denen lediglich drei auf Trainingskontrollen beruhten. Mortsiefer sagte, auch die Nada hinterfrage diese Zahl. Er verwies auf insgesamt 44 Meldungen durch Whistleblower auf vermutete Verstöße, die zu Zielkontrollen geführt hätten. In zehn Prozent der Fälle haben diese zu positiven Analyseergebnissen geführt, sagte Mortsiefer.

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