https://www.faz.net/-gtm-9r64l
Bildbeschreibung einblenden

VfL sauer über Videoassistent : „Schiri, das ist dein Job“

Keine Korrektur vom Videoassistenten: Vor dem zwischenzeitlichen 1:0 war der Ball wohl im Aus. Bild: dpa

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier: Auch beim Spiel zwischen der Fortuna und dem VfL Wolfsburg fällt ein umstrittener Treffer. Warum griffen die externen Schiedsrichter nicht ein? Die Wölfe sind enttäuscht – und beklagen ein Technikdefizit.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Wout Weghorst war sauer. Aber so richtig. „Schiri, das ist dein Job!“, schimpfte der Stürmer des VfL Wolfsburg, der im dritten Spiel mit den Wölfen gegen die Fortuna nun schon zum siebten Mal traf, über die kontroverse Szene im Bundesliga-Spiel bei Fortuna Düsseldorf (1:1) am Freitagabend. „Ob das jetzt ein Millimeter ist oder nicht: Wir spielen Fußball. Dieser Ball war ganz klar aus!“

          Vor dem 1:0 der Düsseldorfer durch einen gewaltigen Linksschuss von Niko Gießelmann (17. Minute) war dem Vorbereiter Matthias Zimmermann der Ball wohl rechts über die Seitenauslinie gerutscht. Oder doch nicht? Bilder legten es zumindest nahe – wobei ja der Umfang zählt, die Perspektive also durchaus verzerrend sein kann.

          Bundesliga

          Die Wolfsburger protestierten, Schiedsrichter Manuel Gräfe hielt auch sofort Rücksprache mit dem Video-Assistenten. Anscheinend jedoch gab es keine Einstellung, die eindeutig genug war, um das vermeintlich irreguläre Tor zurückzunehmen. „Ich habe direkt gesehen, dass der Ball aus war, für mein Gefühl. Ich habe jetzt ein Video gesehen und ein Foto“, sagte Weghorst, der Schütze des Ausgleichs (29.). „Bei allem Respekt: Wenn der Schiedsrichter rumläuft und den Journalisten ein Bild zeigen will, zeigt das, dass das ein bisschen komisch ist.“

          Auch Jörg Schmadtke hatte sich bereits in der Halbzeit beklagt. Beim Streamingdienst Dazn sagte der Wolfsburger Sport-Geschäftsführer, der viele Jahre lang bei der Fortuna das Tor gehütet hatte: „Das ist sehr ärgerlich, weil wir einen Video-Schiedsrichter eingeführt haben, um Gerechtigkeit zu schaffen.“ Bemerkenswert locker nahm dagegen VfL-Trainer Oliver Glasner diese Szene. „Ich suche die Schuld immer bei uns“, sagte er: „Wir hätten das noch locker verteidigen können.“

          Durch das gerechte 1:1 bei Fortuna Düsseldorf verpasst der VfL Wolfsburg den Sprung an die Tabellenspitze. Völlig verdient, wie der Meister von 2011 einräumt. Über eine Szene regen sich aber viele Wolfsburger auf. Und es dürften nicht nur die sein, denn die Situation zeigt einmal mehr, dass auch ein Videoassistent die Diskussion über Tor beziehungsweise Nicht-Tor, korrekter- oder Fehlentscheidung nicht beenden kann. Jörg Schmadtke fasste das wie folgt zusammen: Wir reden hier wieder einmal „über die Technik, die wir nicht im Griff haben.“ Und fordert Verbesserung. „Da brauchen wir dann überall die 3D-Technik, so wie an der Torlinie bei einer Torentscheidung.“

          Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst

          Düsseldorf dementiert „Spiegel“- und „Handelsblatt“-Berichte

          Unterdessen wies die Fortuna einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zurück, wonach Vorstandschef Thomas Röttgermann eine angeblich unwahre Ablösesumme für den Transfer von Benito Raman verbreitet habe. Außerdem wehrt sich der Bundesligaverein gegen den vom Nachrichtenmagazin erhobenen Vorwurf der „Vetternwirtschaft“ bei der Fortuna. Darüber hatte zuvor auch das „Handelsblatt“ berichtet. Der Klub sei darüber „überrascht und irritiert“, hieß es am Freitagabend in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite.

          Der „Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe darüber, der Transfer des bisherigen Düsseldorfer Stürmers Raman zum FC Schalke könne den Düsseldorfern nur im „ungeahnten Erfolgslauf maximal zehn Millionen Euro“ einbringen. Das Magazin beruft sich dabei auf den ihm nach eigener Aussage vorliegenden Transfervertrag. Röttgermann habe aber öffentlich gesagt, das Gesamtpaket für Raman liege „nördlich von 13 Millionen Euro“. In der Fortuna-Stellungnahme wird die „Spiegel“-Darstellung als „falsch“ bezeichnet. Wie zuvor bereits das „Handelsblatt“ wertet der „Spiegel“ die Verpflichtung von Röttgermanns Bekannten Felix Welling als neuen Fortuna-Direktor als „Günstlingswirtschaft“. Von der Fortuna hieß es dazu: „Fortuna Düsseldorf stellt klar, dass der Vorstand bei der Personalbesetzung ausschließlich fachliche Qualitäten als Kriterium zugrunde legt. Sogenannte Vetternwirtschaft ist somit absolut ausgeschlossen.“ Welling arbeitete zuvor wie auch Röttgermann für den Liga-Rivalen VfL Wolfsburg. Zusammen sollen beide die Entwicklung einer App geplant haben. Nach Aussage Röttgermanns sei er aus dem Projekt ausgestiegen, als er im April Vorstandschef bei Fortuna geworden sei.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen sich in Sotschi.

          Syrien-Konflikt : Putin und Erdogan beraten über nächste Schritte

          Knapp zwei Wochen nach dem Einmarsch türkischer Truppen im Norden Syriens trifft der russische Präsident Putin seinen türkischen Amtskollegen Erdogan zu Krisengesprächen. Reagieren die beiden auch auf einen Vorschlag aus Deutschland für eine international kontrollierte Sicherheitszone?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.