https://www.faz.net/-gtm-915zz

4:1 gegen Freiburg : Leipzig findet den RB-Fußball wieder

Leipziger Stärkedemonstration: Timo Werner und Co. drehen das Spiel gegen Freiburg Bild: SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Auftaktniederlage auf Schalke, Rückstand zur Halbzeit gegen Freiburg: Am Ende befreit sich RB Leipzig aber dennoch souverän aus der Bredouille. Timo Werner knüpft an die Vorsaison an.

          3 Min.

          Außerhalb des Stadions wäre so etwas ein Fall für die Verkehrspolizei. „Wenn du glaubst, alles unter Kontrolle zu haben, fährst du nicht schnell genug“ – von diesem neuen Motivationsspruch auf dem RB-Gelände berichtete Sportdirektor Ralf Rangnick vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel der neuen Spielzeit gegen Freiburg. Was insofern ganz gut mit dem Geschehen auf dem Fußballplatz korrespondierte, als die Leipziger beim Saisonauftakt vor einer Woche auf Schalke zwar weitgehend das Geschehen kontrolliert hatten, aber nicht genug Tempo und Druck im Spiel nach vorn auf den Rasen brachten – die Folge war eine 0:2-Niederlage, die den Vorjahres-Zweiten schmerzte.

          Zu Hause gegen Freiburg sollte das Gaspedal nach Möglichkeit ein bisschen weiter durchgedrückt werden – und es gelang, wenn auch mit ein wenig Verzögerung. Nach einem 0:1-Rückstand durch ein Tor von Florian Niederlechner (23. Minute) drehte die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl das Spiel noch. Der 4:1-Sieg durch die Treffer von Timo Werner (48. und 71.), Willi Orban (54.) und Bruma (78.) ging vollauf in Ordnung, weil die Leipziger nach einer ebenso ausgeglichenen wie unterhaltsamen ersten Hälfte noch kräftig zulegen konnten. Was zu Beginn noch etwas unrund ausgesehen hatte, lief immer besser und entwickelte ein Momentum, das die bis dahin bestens eingestellten Freiburger am Ende überrollte.

          Hasenhüttl konnte wieder von Beginn an auf Emil Forsberg zurückgreifen, der gegen Schalke noch erkältungsgeschwächt war, dazu auch auf Diego Demme, den die Folgen einer hitzigen Trainingsattacke von Naby Keita geplagt hatten.

          Allerdings musste Yussuf Poulsen wegen muskulärer Probleme passen. Für ihn gab Jean-Kevin Augustin sein Startelf-Debüt. Der 20 Jahre alte Franzose, von Paris Saint-Germain gekommen, zeigte sich als Mann, der Lust auf mehr machte, auch wenn ihm gegen Freiburg noch kein Tor gelang. Schon zu Beginn stand er drei Mal im Blickpunkt. Erst, als er nach einer feinen Ballmitnahme den Freiburger Torwart Schwolow zu einem beherzten Eingreifen zwang (10.), dann in einem Laufduell mit Kempf, in dem ein Elfmeter im Rahmen des Möglichen gewesen wäre, Schiedsrichter Dingert aber auch nach Konsultation des Video-Assistenten davon absah (17.), und schließlich mit einem Schuss, der hauchdünn am Pfosten vorbeistrich (21.).

          Freiburg lauert erfolgreich

          Doch es war auch nicht so, dass Leipzig gleich alle Fäden in der Hand gehalten hätte. Die Freiburger zeigten ihrerseits, dass sie feinsinnigen Fußball zu spielen imstande sind. Zunächst schien es am Ende mancher im Ansatz vielversprechender Kombination am letzten Rest Überzeugung oder Mut zu fehlen. In der 23. Minute aber öffnete ein sehenswertes Zusammenspiel zwischen Haberer und Terrazzino den Weg für Niederlechner, der entschlossen vollendete. Sein Volltreffer erwies sich als zugleich Dämpfer für die bis dahin prächtige Stimmung in der Leipziger Arena.

          Freiburger Führung: Niederlechner hat gatroffen Bilderstrecke
          Freiburger Führung: Niederlechner hat gatroffen :

          Seit Donnerstag war natürlich die Champions-League-Auslosung ein großes Thema in Leipzig, am 13. September geht es für RB mit einem Heimspiel gegen den AS Monaco los, außerdem sind der FC Porto und Besiktas Istanbul in der Gruppe. Trainer Hasenhüttl aber war gleich mit einer Warnung zur Stelle. Er legte Wert darauf, „dass wir den Stellenwert der Bundesliga immer wieder betonen“ – und nicht etwa nur die „Rosinen rauspicken“.

          Das Duell mit den Freiburgern konnte man in diesem Sinne als Brot-und-Butter-Spiel betrachten. Und was Hasenhüttl da in der ersten Hälfte sah, konnte im noch nicht richtig schmecken. Dafür leisteten sich seine Spieler zu viele Fehler im Aufbau, etwa durch Upamecano, aber auch bei Keita schlich sich die eine oder andere Ungenauigkeit ein. So lieferten zwar Werner, Forsberg und Ilsanker die eine oder andere Kostprobe des Leipziger Fußballs, aber es fehlte eben auch noch etwas.

          Bundesliga-Tippspiel 2017/2018
          Bundesliga-Tippspiel 2017/2018

          Jetzt anmelden und gewinnen

          Die zweite Hälfte jedoch begann dann ganz nach Leipziger Wunsch. Sabitzer scheiterte zwar mit seinem Schuss noch an Schwolow. Doch beim folgenden Eckball passte alles: Werner löste sich im richtigen Moment und köpfte ein. Nun stürzte RB die Freiburger von einer Verlegenheit in die andere. Schüsse von Augustin und Sabitzer wurden noch geblockt, doch dann stand bei Augustins Flanke niemand bei Orban – 2:1. Der Freiburger Trainer Christian Streich brachte nun seinen Joker vom Dienst, Nils Petersen, doch es wirkte nicht, als hätte das Team noch das Zeug zu einem Comeback. Stattdessen drehte Leipzig weiter auf. Werners 3:1 hatte auch nach Prüfung durch den Video-Assistenten Bestand, das schönste Tor des Tages blieb jedoch dem für Augustin eingewechselten Bruma vorbehalten. Freiburg hingegen setzte nur noch einen ungewollten Farbtupfer – eine Gelb-Rote Karte für Höfler (79.).

          Weitere Themen

          „Das hört sich nicht gut an“

          Sorgen bei Liverpool und Klopp : „Das hört sich nicht gut an“

          Im Hinspiel gab es ein 5:0, nun verliert Liverpool in der Champions League daheim gegen Bergamo. Der Grund für die ärgerliche Niederlage ist schnell ausgemacht. Nun droht Jürgen Klopp ein „Endspiel“ – ausgerechnet in Dortmund.

          Topmeldungen

          Diego Maradona : Die Schönheit des Spiels

          Keiner verkörperte den Fußball wie Diego Maradona – und das nicht trotz, sondern vielleicht gerade wegen seiner vielen Schwächen. Eine Würdigung dieser Jahrhundertfigur des Sports.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.