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Nach Mobbing-Vorwürfen : Jetzt wirft Schalke Meyer endgültig raus

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Erhebt schwere Vorwürfe gegen die Führung von Schalke 04: Mittelfeldspieler Max Meyer. Bild: dpa

Schalke-Profi Meyer sorgt vor seinem Weggang mit einem verbalen Rundumschlag für Wirbel. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Klubführung. Der Verein schlägt zurück.

          Der FC Schalke 04 hat Mittelfeldspieler Max Meyer nach dessen Mobbing-Vorwürfen für den Rest der Saison freigestellt. Das teilte der Verein am Montag mit und reagierte damit auf ein Interview des Mittelfeldspielers in der „Bild“-Zeitung. Meyers Vertrag läuft zum Saisonende aus. Er werde bis dahin nicht mehr an den Trainingseinheiten der Lizenzspielerabteilung teilnehmen und auch nicht mehr zum Einsatz kommen, hieß es.

          „Dieses Vorgehen und diese Aussagen können wir nicht tolerieren. Noch mehr als die unzutreffenden Behauptungen stören uns die Mobbing-Vorwürfe, die wir aufs Schärfste zurückweisen. Schalke 04 hat sich gegenüber Max Meyer immer korrekt verhalten“, sagte Sportvorstand Christian Heidel.

          Meyer hatte in dem Interview harsche Kritik an der Clubführung um Heidel, Aufsichtsrat Clemens Tönnies und Trainer Domenico Tedesco geübt. Er beklagte unter anderem, dass es sich für ihn in letzter Zeit wie „Mobbing“ anfühle. Heidel warf er vor, dass dieser ihn von Anfang an loswerden wollte. „Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten“, erläuterte Meyer, warum er mehrere Angebote zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen hat und seinen Club nach neun Jahren ablösefrei verlässt.

          Aus Sicht des U21-Europameisters und Olympia-Silbermedaillengewinners wollte Schalke ihn seit dem Amtsantritt von Heidel vor zwei Jahren loswerden. Heidel habe ihm vom „ersten Tag an gesagt“, dass er gehen könne und nicht mehr viel spielen würde. „Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden“, kritisierte Meyer. „Als ich das nicht mitgemacht habe, sollte ich verlängern.“ Später habe ihm auch Tedesco „keine Hoffnung auf viel Spielzeit“ gemacht: „Ich kam mir wie ein Getriebener vor.“

          „Ich hätte seit Donnerstag zur Verfügung gestanden“

          Zwischenzeitlich schien sich das Verhältnis zwischen dem Eigengewächs aus der Knappenschmiede und dem Klub beruhigt zu haben. Als Tedesco ihn zum „Sechser“ umfunktionierte, absolvierte Meyer eine Reihe von Spielen als Stammkraft. Er blühte auf und brachte es in der laufenden Saison immerhin auf 24 Ligaeinsätze.

          Rund um die Bundesligapartie am Samstag gegen Mönchengladbach (1:1) eskalierte der Streit, nachdem Tedesco Meyer auf die Tribüne gesetzt hatte. Der Verein begründete das mit einer Fußverletzung. Der Nationalspieler bestritt, dass er verletzt gewesen sei. Nachdem er am vergangenen Mittwoch das Training abgebrochen hatte, habe er sich am Donnerstag wieder fit gemeldet. Gleichwohl habe ihm Tedesco gesagt, „ich solle drin bleiben und bis Montag mit dem Training warten. Ich hätte seit Donnerstag zur Verfügung gestanden“.

          Laut „Sport Bild“ sagte Meyer dem Coach zuvor, er habe seit dem Hamburg-Spiel am 7. April „mit Schalke abgeschlossen“, als er zur Halbzeit ausgewechselt worden war. Daraufhin habe Tedesco Heidel gebeten, mit dem Profi zu sprechen. Einen geplanten Gesprächstermin am Sonntag soll Meyer abgesagt haben.

          Auch Klubchef Tönnies kam nicht ungeschoren davon. Dass dieser ihn kürzlich in einem Sky-Interview so dargestellt habe, als ginge es ihm nur um Geld, bezeichnete Meyer als „Sauerei“. „Mir ging es nie ums Geld. Sonst hätte ich ja das zweite verbesserte Angebot angenommen.“ Schalke hatte ihm Anfang Januar mit der Vertragsverlängerung auch eine Gehaltsaufstockung auf angeblich 5,5 Millionen Euro offeriert.

          Wohin Meyers Weg führt, ist unklar. Am vergangenen Freitag wurde er mit seinem Berater Roger Wittmann, mit dem Schalke seit längerem im Clinch liegt, beim Spiel zwischen Hoffenheim und Hannover gesehen. Dass sich ein Wechsel in den Kraichgau anbahnt, bestritt Meyer. Er habe sich dort mit Wittmann getroffen, „um mit ihm über meine Situation auf Schalke zu diskutieren“. Die dürfte sich nach der Provokation kaum verbessert haben. Es zeichnet sich ein unrühmlicher Abgang ab.

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