https://www.faz.net/-gtm-a1471

Früherer Arzt des FC Bayern : „Die Ära Pep Guardiola war ein schwarzer Fleck“

  • Aktualisiert am

„Es war so, dass ich mir das nicht gefallen lassen konnte“: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zum Streit mit Pep Guardiola. Bild: dpa

Nach 43 Jahren endete die Zeit von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beim FC Bayern. Nun spricht der Arzt erstmals über die Probleme mit Pep Guardiola – und verrät, dass er ein Versprechen gegenüber seiner Frau brach.

          1 Min.

          Für den langjährigen Mannschaftsarzt des FC Bayern München, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (77), war die Ära Pep Guardiola ein „schwarzer Fleck“ in seiner langen Karriere. „Es war so, dass ich mir das nicht gefallen lassen konnte, dass ein junger Trainer – der sehr erfolgreich war und der wahrscheinlich einer der ganz, ganz Großen ist – sich in die medizinischen Belange eingemischt hat und alles besser wusste als ich“, sagte Müller-Wohlfahrt im Interview BR24. Müller-Wohlfahrt hatte damals sogar den Dienst beim deutschen Fußball-Rekordmeister quittiert.

          Der Spanier Guardiola hatte die Münchner von 2013 bis 2016 trainiert. Zwischen den beiden herrsche heute aber kein Groll, betonte der Mediziner, der jetzt nach mehr als 40 Jahren als Mannschaftsarzt aufhört. „Wir haben uns getroffen und haben uns ausgesprochen. Und dann ist es aber auch vorbei ... Wir schätzen uns und er wertschätzt meine Arbeit über alles. Das hat der nie in Frage gestellt.“

          Unter dem Spanier schmiss der Mediziner hin zwischen 2015 und 2017. Auch mit Trainer Jürgen Klinsmann hatte es 2008 Differenzen gegeben. Müller-Wohlfahrt quittierte jeweils den Dienst, nach den Trainern Klinsmann und Guardiola holte ihn der FC Bayern allerdings jeweils zurück.

          Der Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin begann in der Bundesliga bei Hertha BSC und wechselte 1977 zum FC Bayern. Seiner Frau habe er versprochen, „das mach ich mal drei, vier Jahre“. Als er angefangen habe, hieß der Präsident Wilhelm Neudecker, der Trainer Dettmar Cramer, „Mull“ hat viele Coaches beim deutschen Rekordchampion kommen und gehen sehen. Zum 30. Juni hatte Müller-Wohlfahrt seine Tätigkeit bei den Bayern beendet.

          Weitere Themen

          Wolfsburg erlebt spät noch ein Debakel

          0:3 in Europa League : Wolfsburg erlebt spät noch ein Debakel

          Knapp fünf Monate nach dem 1:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League tritt der VfL zum Rückspiel bei Schachtar Donezk an. Zur Wende reicht es nach der Corona-Pause nicht mehr. Vielmehr bricht Wolfsburg am Ende völlig ein.

          Topmeldungen

          Der Hauptangeklagte Stephan E. mit seinem Verteidiger.

          Geständnis von Stephan E. : „Es war falsch, feige und grausam“

          Eine schwere Kindheit, Jähzorn und Ausländerhass, der vom Vater übernommen sein soll. Nach dem Geständnis von Stephan E., Walter Lübcke erschossen zu haben, ist dessen Familie empört.

          Tragödie in Beirut : Das Ende des alten Libanon

          Für die Bewohner und ihre Stadt ist die Explosion im Hafen von Beirut eine Katastrophe. Für den Libanon bedeutet sie einen Neuanfang – hoffentlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.