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Montagsspiele in Bundesliga : Das Ende des Irrwegs

  • -Aktualisiert am

Protestaktion: Fans von Eintracht Frankfurt werfen Tennisbälle auf den Rasen beim Spiel gegen Leipzig Bild: Picture-Alliance

Die Montagsspiele machten die Doppelmoral der Bundesliga sichtbarer als je zuvor. Ihre Abschaffung gilt als einer der größten Erfolge von Fan-Protesten. Besonders groß ist das Zugeständnis aber nicht.

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          Dem Duell von Bayer Leverkusen bei der TSG Hoffenheim im Oktober des Jahres 2013 gebührt wahrlich ein schillernder Platz in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Damals köpfte Stefan Kießling den Ball, unbemerkt von den Schiedsrichtern, durch ein Loch im Netz von außen ins Tor. Dieses „Phantom“ von einem Treffer wurde zum Skandal und gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Einführung technischer Hilfsmittel für Schiedsrichter.

          Bundesliga

          An diesem Montagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) treffen Hoffenheim und Leverkusen nun abermals zu einem historischen Duell aufeinander, der Abend von Sinsheim wird eine wenig ruhmreiche Phase in der Historie der ersten Liga abschließen: die kurze Ära der Montagsspiele.

          Fünf Partien pro Saison

          Seit dem Spätsommer 2017 wurden pro Spieljahr fünf Bundesligapartien am Montagabend um 20.30 Uhr angepfiffen. Der offizielle Grund: Die Wochenenden waren schlecht planbar, wenn zwei, drei oder vier Klubs donnerstags in der Europa League antreten mussten und aufgrund kurzer Regenerationszeit nicht schon am Freitag oder Samstag wieder spielen konnten. Diese Vereine in den zwei Begegnungen des Sonntags unterzubringen war nicht möglich, deshalb die fünf Montagstermine.

          Wobei Kritiker immer den Verdacht hatten, dass finanzielle Argumente noch wichtiger waren. Die Spiele zum Wochenbeginn veredelten ein neues TV-Rechtepaket, dem überdies 30 Freitagspartien pro Saison, jeweils fünf frühe Spiele am Sonntag, die Relegationsduelle der ersten und zweiten Liga sowie der Supercup angehörten. Eurosport zahlte angeblich 70 Millionen Euro pro Spielzeit, womit die Gesamteinnahmen der Liga aus der medialen Vermarktung erstmals über eine Milliarde Euro pro Saison anstiegen. Doch die Liga war auf einen Irrweg geraten, die Fanwut kochte.

          Kein großes Zugeständnis

          Unvergessen ist die Aktion der Anhänger von Eintracht Frankfurt, die den Anpfiff der zweiten Halbzeit eines Montagsspiels gegen RB Leipzig um zehn Minuten hinauszögerten. Hunderte Tennisbälle hatten sie auf den Rasen geworfen. „Fankultur muss leiden, Einschaltquoten steigen“ stand damals auf einem Transparent, weil Stadionbesuche mit Bier, Wurst und oftmals langen Anfahrten am Wochenende einfach viel schöner sind.

          Es war ein Moment, in dem die Doppelmoral der Liga sichtbar wurde wie selten zuvor. Als es ums Geld ging und die Verträge abgeschlossen wurden, hatte sich kaum jemand kritisch zu Wort gemeldet. Als dann der Protest anschwoll, tat mancher Funktionär so, als sei er schon immer ein Gegner dieses Termins gewesen.

          Mehrmals ist es zu Spruchband-Aktionen gegen Montagsspiele gekommen, hier in Wolfsburg 2019.
          Mehrmals ist es zu Spruchband-Aktionen gegen Montagsspiele gekommen, hier in Wolfsburg 2019. : Bild: dpa

          Die Abschaffung der Montagsspiele gilt daher als einer der größten Erfolge, die Anhänger jemals mit ihren Protesten bewirkt haben. Aber besonders groß ist das Zugeständnis nicht. Eurosport hatte von Anfang Schwierigkeiten, seine Investitionen in die Bundesliga durch Abo-Verkäufe zu refinanzieren. Als die neuen Pakete ohne Montagsspiele geschnürt wurden, war längst klar, dass diese 300 Bundesligaminuten pro Jahr kein spürbarer Faktor in der Gesamtkalkulation mehr sein würden.

          Die DFL nutzte die schöne Gelegenheit, den kritischen Kurven entgegenzukommen, ohne selbst viel geben zu müssen. Das Aus für die Montagsspiele in der Bundesliga tut niemandem weh. Anders das Aus der Topspiele der zweiten Liga, die seit 1993 montags ausgetragen werden und künftig am Samstagabend stattfinden.

          Bochum, St. Pauli, Karlsruhe, Düsseldorf, der HSV und manchmal sogar Köln oder Frankfurt hatten als Zweitligaklubs an diesem Tag die ganze Aufmerksamkeit für sich. Für Stadionbesucher mag der Montag auch hier ein Ärgernis gewesen sein, aber diese Flutlichtkämpfe im Herbstregen, die oft seltsam gut zum Beginn einer Arbeitswoche passten, werden fehlen.

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