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2:2 gegen Wolfsburg : Mönchengladbach verspielt den Sieg

  • -Aktualisiert am

Ausgeglichenes Duell: Wolfsburgs Renato Steffen (rechts) gegen Gladbachs Christoph Kramer Bild: dpa

Gleich zweimal liegt die Borussia gegen den VfL vorne. Doch die Wölfe kommen zweimal zurück. Mönchengladbach wartet damit weiter auf den ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten.

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          Beim ständigen Wettrennen in der Bundesliga, welcher Verein seine Neuzugänge am schnellsten und besten integriert, können der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach Siege für sich verbuchen. Auf dem Weg zum 2:2 gelang die Beweisführung, wie man starke, zentral positionierte Stürmer gekonnt in Szene setzt.

          Bundesliga

          Im Gladbacher Team zeigte Alassane Pléa seine Klasse. Der Franzose schoss das 1:0 (7. Minute) mit einem herrlichen gezirkelten Schuss. Vor dem 2:1 von Thorgan Hazard (48.) hatte Pléa den Ball mustergültig gesichert und damit seinen Fehlpass vor dem 1:1 (12.) durch Renato Steffen vergessen macht. Auf Wolfsburger Seite führte der Niederländer Wout Weghorst nicht nur bei seinem Tor zum 2:2 (59.) vor, wie man sich als klassischer Stürmer behauptet und durchsetzt.

          Der VfL, so formuliert es Geschäftsführer Jörg Schmadtke, ist ein Verein auf der Suche nach Stabilität. Nach sechs Spieltagen bleibt festzuhalten: In der Tat haben die Niedersachsen aus zwei Jahren im Kampf gegen den Abstieg gelernt, sich von Rückschlägen nicht mehr verunsichern zu lassen. Dem jeweils frühen Rückstand gegen Gladbach war in beiden Halbzeiten kein Hadern und Zögern gefolgt, sondern ein beherztes Stören und Anrennen.

          Der Lohn dafür war auch, einen eigentlich sehr routinierten Gegner wie Gladbach zu Fehlern zu zwingen. In einer hart umkämpften Partie zeigten die Wolfsburger eine engagierte Leistung und fanden eine gute Antwort auf die spieltaktischen Vorteile ihres Gegners. Das Wiedersehen mit seinem früheren Verein wird Dieter Hecking eher weniger Spaß gemacht haben. Der ehemalige Wolfsburger Trainer arbeitet mit Mönchengladbach daran, auch auswärts regelmäßig punkten zu können.

          Das sichtbare Bemühen, mit Pléa als zentralem Stürmer vor dem Tor präsenter zu sein, wurde in Wolfsburg allerdings nur mit einem Punkt belohnt. Und das lag auch an fehlendem Mut, noch stürmischer zu sein. Vor allem die beiden Außenverteidiger Michael Lang und Oscar Wendt drehten selbst in aussichtsreichen Positionen immer wieder ab und passten zurück in die Defensive, anstatt den trotz seiner körperlichen Wucht sehr agilen Pléa in der Offensive mit noch mehr Pässen und Flanken zu bedienen. Am Ende reichte diese Taktik zu einem Remis. Der Sprung bis ganz weit oben in der Tabelle blieb Gladbach damit verwehrt.

          Die Partie war von Beginn an umkämpft: Wolfsburgs Robin Knoche (rechts) blockt Gladbachs Michael Lang.
          Die Partie war von Beginn an umkämpft: Wolfsburgs Robin Knoche (rechts) blockt Gladbachs Michael Lang. : Bild: dpa

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