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0:2 in Leipzig : Mönchengladbach verliert den BVB aus dem Blick

  • -Aktualisiert am

Nur die Rot-Weißen tanzen: Mönchengladbach ist bei der Show von Timo Werner (rechts, neben Yussuf Poulsen) nur Zuschauer. Bild: dpa

Die Borussen-Doppelspitze ist in Gefahr: Nach dem Leipziger Sieg gegen Mönchengladbach wächst der Abstand der Elf vom Niederrhein auf den Tabellenführer auf sieben Punkte. RB nistet sich nach dem Europapokaltief in der Spitzengruppe ein.

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          Es wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben, was Peter Gulacsi ins Ohr von Alassane Plea flüsterte, als der sich in der Nähe des Strafraums aufrappelte und die Schuhe band. Vielleicht fragte Leipzigs Torwart den Gladbacher Stürmer nach dessen Befinden, vielleicht säuselte er ihm aber auch vor, dass er die Schuhe gleich auslassen könne, schließlich sei das Spiel eh durch. Die Szene ereignete sich gut zehn Minuten vor dem Ende, da war die Begegnung zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach längst entschieden. RB siegte 2:0 (2:0) gegen insgesamt zu ungefährliche Borussen und verkürzte damit den Abstand zu den Gästen auf einen Punkt. Beide Tore erzielte der überragende Timo Werner.

          Für Mönchengladbach begann das Spiel auf die schlechtestmögliche Weise. Nach einem langen Ball spielte Timo Werner Doppelpass mit Marcel Sabitzer, alles im höchsten Tempo und schloss überlegt zum 1:0 ab (3.). Damit hatte Leipzig früh die Ausgangslage, welche die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick so sehr liebt. Der Gegner musste was anbieten, musste gestalten und Leipzig konnte kontern. Dass das, abgesehen vom BVB, keine Mannschaft in der Bundesliga schneller, präziser und erfolgreicher kann als RB, stellten die Gastgeber bis zur Halbzeitpause bei fast jedem Angriff unter Beweis.

          Bundesliga

          Leipzig überbrückte das Feld ohne großartige Schnörkel, stets wurden die enorm agilen Poulsen und Werner versucht in Szene zu bringen. Vor allem in der Anfangsphase gelang das sehr gut. Zuerst musste Nico Elvedi mit einer riskanten, aber gekonnten Grätsche gegen Werner retten (9.), dann jagdte der aufgerückte Lukas Klostermann einen Ball in den Leipziger Abendhimel (14.) und Werner scheiterte aus spitzem Winkel (18.). Die Borussia hingegen brauchte einige Zeit, um sich zurecht zu finden auf fremdem Platz.

          Dabei war die Atmosphäre nicht unbedingt mit der eines gewöhnlichen Auswärtsspiels zu vergleichen. Der zahlenmäßig stark vertretene Gladbacher Anhang pfiff bei jedem Leipziger Ballkontakt so lautstark, als wären sie daheim am Niederrhein. Der Pegel wäre sicher noch in die Höhe geschnellt, wenn Lars Stindl versucht hätte, Leipzigs Torwart Peter Gulacsi zu umkurven, anstatt einen Beinschuss anzubringen (21.).

          Das ist Spitze: Timo Werner trifft gegen Mönchengladbach doppelt.
          Das ist Spitze: Timo Werner trifft gegen Mönchengladbach doppelt. : Bild: EPA

          Trotz des verpassten Ausgleichs entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel mit vielen gelungenen Aktionen. Nur fanden die der Gladbacher meistens dort statt, wo es den Gastgebern nicht weh tat. Wirklich in die Gefahrenzone konnte Mönchengladbach kaum vordringen, auch weil es Leipzig den Gästen mit dem konstanten, energischen Anlaufen sehr schwer machte im letzten Drittel die Übersicht zu behalten.

          Wiedergutmachung für Salzburg-Niederlage

          RB war kaum wiederzuerkennen seit dem Auftritt am Donnerstag in der Europa League bei Red Bull Salzburg (0:1). Überhaupt hatten die Leipziger drei ihrer letzten vier Pflichtspiele verloren. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Ambitionen des Klubs in der Liga deutlich größer sind als in Europa und so vertraute Rangnick gegen Gladbach wieder seiner vermeintlich ersten Elf. Vom Salzburg-Spiel blieben nur Werner, Upamecano und Bruma in der Startformation übrig. Im Mittelfeld dominierten Demme, Sabitzer und der geschickt in den Räumen wandelnde Kampl ihre Gladbacher Gegenspieler, Bruma gab eine Art hängende Spitze, ohne die Defensivarbeit zu scheuen.

          Werners erster Streich: RB Leipzig geht in Führung.
          Werners erster Streich: RB Leipzig geht in Führung. : Bild: AFP

          Gefahr lief RB nur nach gut einer halben Stunde, als Gulacsi gegen Stindl klären musste. Sabitzer (37.) und Werner (44.) hätten die Führung schon ausbauen müssen, ehe es letzterem kurz vor der Pause doch noch gelang, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Nach einer missglückten Rettungsgrätsche von Tony Jantschke umkurvte Poulsen Torhüter Yann Sommer, legte sich den Ball aber etwas weit vor, was Werner dazu brachte, lieber die sichere Variante zu wählen und selbst einzuschieben.

          Wie schon zu Beginn kassierte Gladbach ein Gegentor zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt, die Wirkung blieb lange bis über die Pause hinaus bestehen. Heckings Spieler entwickelten kaum Ideen und wäre Sabitzer kontrollierter zum Aschluss gekommen (53.), das Spiel hätte längst früher einen Sieger gehabt.

          So aber durfte die Borussia weiter hoffen. Eine Bogenlampe von Stindl klatschte an den Außenpfosten (75.) und erinnerte die 41.939 daran, dass dieses nun längst nicht mehr so hin- und herwogende Spiel noch nicht beendet ist. Richtig gefährlich wurden die Mönchengladbacher aber nur noch einmal, als Plea und der eingewechselte Raffael im Nachschuss scheiterten (82.). Zuvor hätte Sabitzer längst das 3:0 erzielen können (80.). Ein Tor hätte die starke Leistung des Österreichers gekrönt, aber es reichte für seine Mannschaft auch so zum ungefährdeten Sieg.

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