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Mladen Petric : Starstürmer a. D.

  • -Aktualisiert am

Die einstige Traumbeziehung zwischen Mladen Petric und dem HSV ist arg gestört Bild: dapd

Tore gegen die Bayern, Tore im Europapokal: Mladen Petric und der HSV, das passte. Aber aus dem Unverzichtbaren ist ein Bankdrücker geworden. Petrics Wandel hat mit Ruud van Nistelrooy zu tun - und mit Trainer Armin Veh.

          Mladen Petric war einmal der wichtigste Offensivspieler beim Hamburger SV. Er war der Mann für die wichtigen und die schönen Tore, kopfballstark, technisch gut, mit dem nötigen Gespür und Eigensinn vor dem Tor. Petric war auch der klügste Einkauf des vorletzten Sommers, denn der HSV lotste ihn für vergleichsweise wenig Geld aus Dortmund weg und drehte der Borussia im Tausch auch noch das ewige Sorgenkind Mohamed Zidan an. Tore gegen die Bayern, Tore im Europapokal: Petric und der HSV, das passte. Aktuelle Geschichten über den 29 Jahre alten Kroaten beinhalten ziemlich oft das Wort „war“. Es ist nämlich kaum etwas geblieben von der alten Traumbeziehung. Vor drei Wochen wollte der HSV seinen Starstürmer a. D. schon nach Stuttgart verkaufen. Der VfB bot zu wenig. Deswegen, des Geldes wegen, ist Petric noch beim HSV. Nicht, weil die Hamburger ihn noch wollten.

          Wegen dieser Vorgeschichte musste Petric am Sonntag nach dem 1:1 im Derby beim FC St. Pauli in der Fußball-Bundesliga fast so lange reden wie er gespielt hatte: 22 Minuten. Gewonnen hatte keiner, und auch Petric wollte sich trotz seines schönen Tores zum Ausgleich in der 88. Minute nicht wie ein Sieger fühlen: „Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Es ist schwer, gerade in so einem Spiel draußen zu sitzen.“

          „Ich bin keiner, der Stunk macht“

          Vom Unverzichtbaren zum Bankdrücker – Petrics Wandel beim HSV hat mit Ruud van Nistelrooy zu tun, und mit Trainer Armin Veh. Veh setzt auf eine offensive Dreierkette hinter der einzigen Spitze namens van Nistelrooy. In der Mitte der Kette sieht Veh Paolo Guerrero als erste Wahl. Er hält ihn für den besseren Spielmacher als Petric. Und da Veh und die Klubführung befürchteten, Petric könne ohne Stammplatz für schlechte Stimmung sorgen, wollten sie ihn verkaufen.

          Gegen St. Pauli bewahrte Mladen Petric den HSV mit seinem späten Ausgleichstor vor einer Blamage

          Das kann Petric nicht verstehen: „Ich bin keiner, der Stunk macht. Ich hoffe, das war heute ein kleiner Neuanfang.“ In der Mannschaft hat kaum einer verstanden, warum Veh ihn aufs Abstellgleis geschoben hat. Altgediente Spieler wie Frank Rost oder David Jarolim sehen eher dessen Qualitäten. Jarolim sagte: „Ich bin dankbar, dass er uns die Blamage erspart hat. Wir alle wissen, wie wichtig er für die Mannschaft ist.“

          Im Grunde kann der HSV auf Petric nicht verzichten

          Es liegt ja im Trend, im 4-2-3-1-System zu spielen. Dass Petric und van Nistelrooy als Sturm-Duo nicht zusammenpassen, war einige Male in der Vorsaison zu sehen. Und auf den Außenbahnen der Dreier-Reihe will Veh schnelle Spieler wie Elia und Pitroipa haben. Insofern kann man verstehen, dass Veh für Petric keinen Platz in der ersten Elf findet. Allerdings hat Guerrero auf der neuen Position bislang nur im ersten Spiel gegen Schalke überzeugt, Trochowski fiel dort gegen Nürnberg durch. Und was ist, falls van Nistelrooy sich mal verletzt? Oder in ein Formtief gerät? Im Grunde kann der HSV auf Petric nicht verzichten.

          Gegen Wolfsburg wird es für Petric wieder heißen: gute Laune oder langes Gesicht, Startelf oder Bank. Eine grundlegende Verstimmung will Veh indes nicht ausgemacht haben: „Es gibt kein Problem zwischen mir und Mladen. Auch wenn es manchmal so dargestellt wird.“ Egal, wie die beiden zueinander stehen, eines ist klar: auf der Bank wird Petric nur bis zur nächsten Wechselperiode sitzen.

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