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Bundesliga-Debütant Wirtz : Mit 17 erfüllt man sich Träume

  • Aktualisiert am

Wie ein alter Hase: Florian Wirtz bei seinem Bundesligadebüt im Duell mit dem Bremer Leonardo Bittencourt. Bild: dpa

Nur zwei Spieler waren jünger bei ihrem Bundesliga-Debüt: Florian Wirtz steht beim Neustart nach der Corona-Krise für Bayer Leverkusen direkt in der Startelf. Er trägt dazu bei, dass für Werder Bremen die Luft noch dünner wird.

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          Teenager Florian Wirtz hat für sein Bundesliga-Debüt im Trikot von Bayer Leverkusen viel Lob bekommen. „Das ist immer etwas Besonderes, wenn man ein Debüt macht. Erst recht mit 17. Es war alles in allem eine gute Leistung von ihm, er war nicht nervös“, sagte Bayer-Trainer Peter Bosz nach dem 4:1-Sieg der Werkself am Montagabend bei Werder Bremen.

          Bundesliga

          Der erst 17 Jahre alte Wirtz stand im Fußball-Geisterspiel sogar in der Startelf der Gäste und spielte bis zur 62. Minute. Der offensive Mittelfeldspieler ist nun der jüngste Debütant in der Leverkusener Bundesliga-Historie, löste Kai Havertz ab.

          „Gratulation Florian“, twitterten die U17-Junioren nach dem Sieg der Leverkusener. „Unser U17-Nationalspieler ist seit heute drittjüngster Bundesliga-Debütant“, schrieben seine Teamkollegen. „Es freut mich sehr, dass er diese Chance bekommen hat“, sagte U17-Auswahltrainer Christian Wück. Nur Nuri Sahin (16 Jahre, elf Monate und ein Tag) sowie Yann Aurel Bisseck (16 Jahre, elf Monate und 28 Tage) waren bei ihren Bundesliga-Debüts für Borussia Dortmund und den 1. FC Köln jünger als Wirtz mit seinen 17 Jahren und 15 Tagen.

          Werder hadert mit Neustart

          Bei Werder Bremen dominierten derweil die Sorgen nach dem Neustart: Das Selbstvertrauen, das Florian Kohfeldt nach dem Spiel zeigte, hätte sich manch ein Werder-Fan am Fernseher zuvor auch von seiner Mannschaft gewünscht. „Das ist nichts, wo ich sage: Das war es jetzt. Das ist noch kein K.o.-Schlag für uns“, sagte der Trainer des Tabellen-siebzehnten  nach dem 1:4 (1:2) gegen Leverkusen.

          Das erste Geisterspiel der Bremer Bundesliga-Geschichte sollte eigentlich so etwas wie ein Neustart für den Abstiegskandidaten sein. Zwei Monate hatte Werder Zeit, um seine Fitness-Rückstände aufzuholen und sich die ganzen Negativerlebnisse der bisherigen Saison aus den Kleidern zu schütteln.

          Doch die bittere Erkenntnis des Montagabends war: Dieses Spiel lief genauso, wie es nach Einschätzung vieler schon am 16. März mit Zuschauern in einem vollen Stadion gelaufen wäre. Werder fehlte die Überzeugung, die Leidenschaft, die Qualität. Werder spielte genauso, als hätte es in der Fußball-Bundesliga nie eine Corona-Unterbrechung gegeben. „Wir haben alles gegeben, aber wir waren nicht gut genug“, sagte Kapitän Niklas Moisander.

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          Der Einzige, der sich gegen diesen Eindruck stemmte, war Kohfeldt. „Ich kann jetzt nicht auf die Mannschaft eindreschen“, sagte der Trainer. „Der Schlüssel wird sein, dass wir das Vertrauen in unser Offensivspiel behalten. Wenn wir jetzt zweifeln, dann wird es nicht gehen.“ Am Samstag geht es mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter, wieder nur drei Tage später kommt dann schon Borussia Mönchengladbach ins Weser-Stadion. „Wir müssen punkten, egal gegen wen“, sagte Kohfeldt. „Die Hoffnung ist nach wie vor groß. Beim nächsten Spiel ist schon ein bisschen mehr Rhythmus da.“

          Kohfeldts Zweckoptimismus

          Aber, das sagte auch Kohfeldt: „Die Zeit wird knapp.“ Nur noch neun Spiele bleiben Werder, um nicht nach genau 40 Jahren ein zweites Mal aus der Bundesliga abzusteigen. Nimmt man die jüngsten neun Ligaspiele zum Maßstab, bräuchten die Bremer gar nicht mehr weiter zu spielen. Aus denen holten sie nur vier Punkte. Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz ist aber bereits fünf Zähler entfernt.

          Werder half es gegen Leverkusen nicht einmal weiter, dass dem Tschechen Theodor Gebre Selassie (30.) nur zwei Minuten nach dem 0:1-Rückstand ein schneller Ausgleich gelang. Denn wieder nur drei Minuten später köpfte Kai Havertz sein zweites Tor für Bayer 04 (28./33.). Mitchell Weiser (61.) und Kerem Demirbay (78.) machten dann nach der Pause alles klar. Leverkusens Trainer Peter Bosz war sehr zufrieden, er lobte sein Team - aber auch er machte den Bremern weiter Mut: „Sie sind Tabellen-17.“, sagte der Niederländer. „Aber normal gehören sie da nicht hin.“

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