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Fehlende Rashica-Millionen : Warum ein Werder-Wechsel im letzten Moment noch platzte

  • Aktualisiert am

Bleibt vorerst noch in Bremen: Milot Rashica Bild: dpa

Zwei Spieler teuer verkaufen und noch eine Verstärkung für das Mittelfeld bekommen: Das waren die Hoffnungen von Werder Bremen am letzten Tag der Wechselfrist. Geklappt hat aber nur einer dieser Transfers.

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          Zwei Wunschtransfers sind geplatzt, nur ein Verkauf hat noch die dringend benötigten Millionen-Einnahmen erbracht: Werder Bremen hat einen turbulenten Abschluss der Transferperiode erlebt. Der Wechsel von Milot Rashica zu Bayer Leverkusen scheiterte dabei am Montagabend erst in den letzten Minuten der Wechselfrist.

          Der Nationalspieler des Kosovo war bereits nach Leverkusen gereist. Doch über die Modalitäten des Transfers konnten sich beide Vereine nicht einigen. Werder hatte stets gehofft, für seinen vermeintlich begehrtesten Spieler in diesem Sommer mindestens 20 Millionen Euro erlösen zu können. Bayer 04 dagegen wollte den 24-Jährigen zunächst einmal nur ausleihen. „Die Gespräche sind erst am Mittag richtig losgegangen“, erklärte der Bremer Sportchef Frank Baumann am Abend bei einer Pressekonferenz. „Es waren komplexe Verhandlungen, wir wollten den Spieler aber nicht unter Wert abgeben. Am Ende reichte die Zeit nicht mehr aus, um eine Lösung zu finden.“

          Das bestätigte auch Leverkusens Sportchef Rudi Völler dem „Kicker“: „Es gab Schwierigkeiten mit der Kaufoption. Da hatten Bremen und wir unterschiedliche Vorstellungen. Am Ende hat dann die Zeit nicht mehr für eine Einigung gereicht“, sagte der frühere Werder-Profi.

          Nur Klaassen stopft Finanzlöcher

          Über Wochen sah es während dieser ersten Transferperiode unter den Bedingungen einer Corona-Pandemie so aus, als könnten die Bremer ihre immensen Einnahme-Verluste vor allem über einen Verkauf von Rashica ausgleichen. Auch RB Leipzig und Aston Villa galten lange als interessiert. Am Ende stopfte Werder einige seiner Finanzlöcher aber durch die Rückkehr von Davy Klaassen zu Ajax Amsterdam.

          Einen Sockelbetrag von elf Millionen Euro erhielt der Klub für den 27 Jahr alten Mittelfeldspieler. Durch Bonuszahlungen kann die Summe auf 14 Millionen Euro steigen. „Für uns war klar, dass wir Davy nicht um jeden Preis gehen lassen würden, sondern nur, wenn unsere Vorstellungen erfüllt würden“, sagte Baumann. Klaassen unterschrieb bei seinem alten und neuen Verein einen Vierjahresvertrag.

          Ebenfalls verlassen hat die Bremer am Montag der Stürmer Johannes Eggestein. Er wechselt für ein Jahr auf Leihbasis zum Linzer ASK. Nicht bekommen hat Werder dagegen den gesuchten Klaassen-Ersatz für das Mittelfeld. Wunschkandidat war der serbische Nationalspieler Marko Grujic vom FC Liverpool, der schon in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga für Hertha BSC spielte. Doch auch hier scheiterten die Verhandlungen am Geld. „Wir haben schon gestern die Entscheidung getroffen, dass kein neuer Spieler mehr dazukommen wird. Das ist in erster Linie unserer finanziellen Situation geschuldet. Das wird vielleicht unterschätzt, aber wir leiden unter den Auswirkungen der Pandemie“, sagte Baumann.

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