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Thomas Schaaf hilft Werder-U23 : Meistertrainer wird Ko-Trainer

  • Aktualisiert am

Helfer in der Regionalliga: Thomas Schaaf springt in die Bresche. Bild: dpa

Thomas Schaaf hat Werder Bremen zur Meisterschaft geführt und mehr als ein Jahrzehnt auch in der Champions League betreut. Nun hilft der 58-Jährige in der Not bei der U23 von Werder Bremen in der Regionalliga aus.

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          Nein, eitel ist Thomas Schaaf nicht. Ganz im Gegenteil. „Für mich ist es selbstverständlich, den Bedarf abzudecken. Ich sehe allein die Aufgabe, über alles andere mache ich mir keine Gedanken“, sagte Schaaf über seinen ungewöhnliche Rückkehr auf die Trainerbank dem Onlineportal Deichstube.

          Es klingt etwas verrückt, aber Werder Bremens hoch dekorierter Meistercoach wird in den kommenden Wochen als Ko-Trainer in der Regionalliga sein Unwesen treiben. Statt wie in seinen 14 Jahren als Coach der grün-weißen Profis (1999 bis 2013) die großen Arenen der Republik anzusteuern, tingelt Schaaf bis Jahresende an der Seite von Chefcoach Konrad Fünfstück mit der zweiten Mannschaft durch den Norden. Platz elf statt Weserstadion, Jeddeloh und Drochtersen statt München, Dortmund und Berlin.

          „Ich bin bei allen Spielen und vielen Trainingseinheiten dabei, kenne die Prozesse, die Spieler. Da war es naheliegend, dass ich es mache. Also habe ich gesagt: „Okay, ich bin dabei““, erläutert Schaaf seinen Entschluss.

          Schaaf mied das Rampenlicht

          Schaaf macht es gern. Und ein Notfall macht es möglich. Nachdem sich der bisherige Ko-Trainer Björn Dreyer die Achillessehne gerissen hat, springt der 58-Jährige ein. Schon am heutigen Dienstagabend feiert er mit einem Heimspiel gegen Hannover II sein Debüt auf ungewohntem Terrain. „Es gehört zu meiner Verantwortung, mich um dieses Team zu kümmern“, sagte Schaaf.

          Die Werder-Ikone mied zuletzt das Rampenlicht, als Technischer Direktor des Klubs arbeitete der Double-Sieger von 2004 im Hintergrund - und stand daher zuletzt ohnehin in engem Kontakt zur U23. „Jetzt sitzt er eben auch bei den Spielen mit auf der Bank, ist dabei Unterstützer und Ansprechpartner von Konrad, der sich diese Lösung ausdrücklich gewünscht hat“, sagte Björn Schierenbeck, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums der Hanseaten, der Deichstube. Schaaf stelle sich „absolut in den Dienst der Sache“.

          Mit seiner Erfahrung tut der langjährige Bundesliga-Coach dem Team sicherlich gut. Nach drei Niederlagen am Stück ist die Tabellenspitze für die ambitionierte Profi-Reserve zuletzt aus dem Blickfeld geraten. Persönliche Ansprüche leitet Schaaf aus seiner Rückkehr auf die Trainerbank aber nicht ab. „Vorne steht einer und ist verantwortlich: Und das ist Konrad Fünfstück“, sagt er. Typisch Schaaf halt.

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