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Wann kippt die 50+1-Regel? : Der Fußball braucht mehr Investoren

Für die meisten Fußball-Fans in Deutschland, hier welche des SC Freiburg, ist die Beibehaltung der 50+1-Regel zentral. Bild: dpa

Geldgeber dürfen Klubs in Deutschland noch immer nicht mehrheitlich übernehmen. Das ist ein Problem. Denn von dieser fragwürdigen und nicht mehr haltbaren Regel wird der Fußball gelähmt.

          Es tut sich etwas im deutschen Fußball. Das Geschäft mit der neuen Saison hat noch gar nicht begonnen, da werden schon große Deals abgeschlossen. Es geht nicht um Spieler und Transfers. Abseits des teuren Wechselspiels treten neue Financiers in den Markt, die sich für Klubs interessieren.

          In dieser Woche hat Hertha BSC öffentlich gemacht, dass der Finanzinvestor Lars Windhorst für 125 Millionen Euro Mitgesellschafter an dem Bundesligaklub wird. Ein Milliardär aus Luxemburg kündigte zuletzt an, dass er den einstigen Meisterklub 1. FC Kaiserslautern wieder zu alter Blüte bringen will. Und gerade wurde bekannt, dass der Drittligaaufsteiger Waldhof Mannheim jetzt von einem reichen Geschäftsmann unterstützt wird, der die Unternehmen der deutschen Milliardärsfamilie Reimann verwaltet.

          Zwar bleibt abzuwarten, wie nachhaltig die Geldgeber ihre Engagements in die Fußballvereine umsetzen werden. Doch das Signal ist gut: Es ist zu hoffen, dass der Druck weiterer Investoren dazu führt, dass endlich die kartellrechtlich fragwürdige und nicht mehr haltbare 50+1-Regel kippt, die bisher verhindert, dass Investoren Klubs in Deutschland mehrheitlich übernehmen dürfen.

          So dominiert weiterhin die Vereinsmeierei der Deutschland AG des Fußballs – mit oft genug schwachen Managerleistungen. Diese Bremse verhindert größere Wachstumsschübe.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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