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Bewegung bei Trainersuche : Ist Pochettino eine neue Perspektive für den FC Bayern?

  • Aktualisiert am

Gibt eine klare Richtung vor: Mauricio Pochettino Bild: EPA

Die Wertschätzung für den gerade entlassenen Mauricio Pochettino ist groß in München. Anders als andere Trainerkandidaten brächte der Argentinier einen großen Vorteil mit sich. Ein Bayern-Profi äußert sich zur möglichen Personalie.

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          Urplötzlich ist eine neue Option für den FC Bayern München auf dem internationalen Trainermarkt aufgetaucht. Das Aus des auch in München geschätzten Argentiniers Mauricio Pochettino beim Champions-League-Gruppengegner Tottenham Hotspur löst zwangsläufig Gedankenspiele aus, auch wenn der deutsche Fußball-Rekordmeister gerade erst Hansi Flick „mindestens“ bis zum Jahresende als Chefcoach ausgerufen hat. Aber was folgt im Winter? Oder im kommenden Sommer?

          Bundesliga

          Gleich nach dem fulminanten 6:1 der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen Nordirland sah sich Bayern-Profi Joshua Kimmich in der Frankfurter Arena mit dem Namen Pochettino konfrontiert. „Ich weiß nicht, ob er ein Kandidat für uns ist“, äußerte der 24-Jährige zurückhaltend. Kimmich sagte aber auch: „Er ist ein Top-Trainer.“

          Diese Meinung ist auch unter den Bayern-Bossen konsensfähig. Rund um den spektakulären 7:2-Erfolg der Münchner beim letztmaligen Königsklassen-Finalisten in London am 1. Oktober äußerte sich auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge positiv über den Argentinier. „Pochettino ist ein Mann, der ähnlich wie wir auf Ballbesitz, auf Offensivgeist spielt und sich nicht defensiv groß um den Gegner kümmert“, sagte Rummenigge damals auf der Anreise nach London. Wichtiger Zusatz: „Das ist bei uns eigentlich auch der Fall.“

          Der FC Bayern sucht bekanntlich nach der Trennung von Niko Kovac einen Trainer, der eine Philosophie vertritt, die zum Verein und zur aktuellen Mannschaft passt. Rummenigge würdigte die Entwicklung der Spurs in fünf größtenteils erfolgreichen Jahren unter Pochettino so: „Tottenham ist ein Farbfleck in dieser Fußballwelt.“

          Sportdirektor Hasan Salihamidzic soll schon längere Zeit ein Fan des nicht deutsch sprechenden Südamerikaners sein. Er bezeichnete Pochettino auf dem jüngsten London-Trip als „guten Trainer“. Am Rande des Audi Cups im Sommer, bei dem Tottenham in der Münchner Arena die Bayern im Finale besiegte, sprach Salihamidzic mit dem 47 Jahre alten ehemaligen Profi. Die Zusammenarbeit zwischen Pep Guardiola und den Bayern (2013 bis 2016) wurde auch mal im Rahmen dieses Turniers angebahnt.

          Führte bereits Gespräche mit Mauricio Pochetino: Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic

          Tottenham handelte übrigens schnell: Der Portugiese José Mourinho wurde von dem Premier-League-Club am Mittwoch als neuer Chefcoach präsentiert. Pochettino besitzt gegenüber anderen Bayern-Kandidaten wie Guardiola (Manchester City), Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) oder Thomas Tuchel (Paris Saint-Germain) einen wichtigen Vorteil: Er ist nun nicht mehr an einen Verein gebunden und wäre sofort verfügbar.

          Pochettino hat in London bewiesen, dass er eine Mannschaft und auch einzelne Spieler entwickeln kann. Paradebeispiele sind Torjäger Harry Kane oder dessen englischer Nationalmannschaftskollege Dele Alli. „Als Manager bin ich sehr fair, aber die Disziplin ist sehr wichtig“, äußerte der 47-Jährige über sich. Er führte die Spurs in der letzten Saison sogar bis ins Champions-League-Finale, das Tottenham gegen den FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp verlor.

          „Was man sagen kann, ist, dass es Tottenham über Jahre top gemacht hat. Sie haben eine Riesenkonstanz“, äußerte Kimmich zum Wirken von Pochettino: „Aber ich weiß nicht, ob er für uns in Frage kommt.“ Ob die Bayern für Pochettino infrage kämen, ist auch (noch) nicht bekannt. Das Potenzial des Bayern-Kaders kennt er aber spätestens seit der krachenden Heimniederlage gegen die Münchner vor wenigen Wochen. Poschettino dürfte für etliche Topvereine reizvoll sein.

          In München rückt aber erstmal wieder Hansi Flick in den Blickpunkt. Der 54-Jährige hat mit den zwei Siegen gegen Olympiakos Piräus und  Borussia Dortmund einen spektakulären Start hingelegt. „In den ersten beiden Spielen hat es gut geklappt“, sagte Kimmich zu Flick. Allerdings fängt der Alltag erst jetzt nach der Länderspielpause richtig an. Acht Partien stehen bis Weihnachten an. „Wir hatten ehrlicherweise zwei Spiele und drei Trainings unter ihm“, bemerkte Kimmich. Flick habe „erstmal die Aufmerksamkeit auf das Spiel gegen den Ball gerichtet. Die Basis ist, zu null zu spielen. Das haben wir bisher unter ihm gemacht“, sagte Kimmich.

          Flick durfte sich vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel in Düsseldorf an diesem Samstag erstmal freuen, dass etliche seiner Spieler mit Erfolgserlebnissen von den Nationalmannschaften zurückkehren. Serge Gnabry traf dreimal für Deutschland, Leon Goretzka war zweimal gegen Nordirland erfolgreich. Torjäger Robert Lewandowski traf für Polen, Philippe Coutinho für Brasilien und Ivan Perisic für Kroatien. Flick blickt erstmal auf intensive Wochen bis zur Weihnachtspause. Er sei „vollkommen relaxed“, sagte er bislang zur eigenen Zukunft.

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