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2:2 gegen Darmstadt : Öffentliche Kritik und Frust in Dortmund

  • Aktualisiert am

Pierre-Emerick Aubameyang traf zwar doppelt, Dortmund gewann aber trotzdem nicht. Bild: AP

Das 2:2 in letzter Minute schockt die Borussia. Der ansonsten so zurückhaltende Mats Hummels kritisiert öffentlich seine Mitspieler. Die Reaktion von Trainer Thomas Tuchel folgt prompt.

          Es schien nicht mehr als eine lästige Pflicht, als die Spieler von Borussia Dortmund nach dem Schlusspfiff in Richtung Fankurve trotteten und kurz winkten. Anschließend gingen sie doppelt so schnell in die Kabine. Dabei blickten die Profis unweigerlich auf die Gegentribüne, auf der etwa 8000 mitgereiste Fans des SV Darmstadt 98 das späte 2:2 (1:0) ihrer Mannschaft ausgelassen feierten. „Ich bin total enttäuscht“, gab Trainer Thomas Tuchel die Stimmung des BVB wieder. „Wir sind alle enttäuscht.“

          Dortmund hat eine Woche vor dem Liga-Gipfel beim FC Bayern München (Sonntag, 17.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesligaticker auf FAZ.NET) in nur vier Tagen zweimal einen Sieg aus der Hand gegeben und vier Punkte auf den Rekordmeister eingebüßt. Erst ein 1:1 in Hoffenheim, nun ein 2:2 gegen Darmstadt. Jedes Mal war die Borussia besser, jedes Mal blieben jedoch zu viele Chancen ungenutzt. „Dabei wollten wir mit viel positiver Energie in die Woche gehen“, sagte Tuchel.

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          Am Sonntag steigt der Gipfel bei den von Sieg zu Sieg eilenden Bayern, vorher steht am Donnerstag noch die Partie in der Europa League bei Paok Saloniki (21.05 Uhr / Live bei Sport1, auf Sky und im Europa-League-Ticker auf FAZ.NET) an. „Das hier müssen wir verarbeiten, einordnen und uns konzentriert auf Donnerstag vorbereiten. Erst danach stehen wir für Fragen rund um die Bayern zur Verfügung“, erstickte Tuchel rasch alle Nachfragen zum FC Bayern im Keim.

          Zu groß war der Frust nach dem Remis gegen Darmstadt. „Wir hätten es verdient gehabt, in der ersten Halbzeit auszugleichen, in der zweiten Hälfte höher als 2:1 zu führen und am Ende das Spiel auch zu gewinnen“, sagte Tuchel. Denn 46 Minuten rannte der BVB vor ausverkaufter Heimkulisse einem Rückstand hinterher, 46 Minuten spielte er auf ein Tor.

          Und als Pierre-Emerick Aubameyang (63./71.) mit seinen Saisontoren acht und neun die Dortmunder belohnte, schien der zwölfte Sieg im 13. Pflichtspiel nur noch Formsache. „Die Darmstädter waren tot, die haben nicht mehr an sich geglaubt und dann haben wir ihnen so eine Situation gegeben“, fasste BVB-Kapitän Mats Hummels die 90. Minute zusammen. Als nach einem langen Freistoß die Dortmunder den Ball nicht aus dem Strafraum bekamen, schoss Aytac Sulu diesen zum 2:2 ins Tor. Kurz danach war Schluss.

          Die Wut über den Ausgleich in letzter Minute war bei dem BVB-Kapitän so groß, dass er kräftig mit seiner Faust vor eine Werbetafel schlug und danach erst die Fragen des TV-Reporters beantwortete. Schon nach dem Remis in Hoffenheim regte sich der Weltmeister noch auf dem Platz auf, pfefferte da unmittelbar nach dem Schlusspfiff seine Kapitänsbinde auf den Rasen.

          Nach dem Schlusspfiff gegen Darmstadt kritisierte der ansonsten nach außen hin so zurückhaltende Hummels zudem öffentlich seine Mitspieler. „Die Einstellung beim Gegentor regt mich voll auf. Fünf, sechs Spieler stehen vor dem Tor, man muss das besser verteidigen“, schimpfte der Weltmeister. Die (öffentliche) Reaktion von Tuchel folgte prompt: „Ich tue mich schwer mit dem Satz ’Man muss das besser verteidigen’. Man muss..., das ist für mich eine Floskel. Ich gehe aber davon aus, dass Mats sich von der Kritik nicht ausgenommen hat.“

          „Hier sind schon viele leer ausgegangen, wir aber haben einen Punkt“, sagte Darmstadts Trainer Dirk Schuster mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Ich bin sehr stolz und sehr glücklich auf meine Spieler“, fügte der frühere Profi hinzu, der nach dem Schlusspfiff jeden überschwänglich umarmt hatte, der in seiner Nähe stand. Dass es ein glücklicher Punktgewinn war, verhehlte Schuster nicht. Sulus Treffer war erst der zweite Darmstädter Torschuss im gesamten Spiel. Den ersten Torschuss hatte Marcel Heller zur 1:0-Führung (17.) genutzt. „Man muss ganz klar sagen, dass es Glück pur war, dass die was geholt haben“, sagte BVB-Abwehrchef Hummels.

          Für Darmstadt geht das Fußballmärchen damit weiter. Ein Sieg in Leverkusen, ein Punkt in Schalke und noch ein Punkt in Dortmund. Auswärts sind außer den „Lilien“ und Ingolstadt nur die Bayern und der BVB noch unbesiegt. „Mentalität schlägt Qualität. Diesen Leitsatz leben wir brutal“, kommentierte Darmstadts Peter Niemeyer. Und Florian Jungwirth, Vorbereiter des Ausgleichs, meinte: „Nach so einem Kampf heute und so einer Belohnung am Schluss, da kriegst du gefühlt ein breites Kreuz wie Cristiano Ronaldo.“

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